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Die beiden Geschäftsführer der Otago Online Consulting GmbH, Markus Inzinger und Jan Köngistätter

Lebensmittel gehören bei Online-Einkäufen zu den No-Gos

25.01.2017

Beim Otago Online Trendreport 2017 dreht sich alles um das digitale Such- und Kaufverhalten der Österreicher. Besonders beliebt sind Kleidung, Schuhe und Accessoires - sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Ganz oben auf der Liste der No-Gos stehen hingegen Lebensmittel.

Im Internet kaufen sogar Männer, großteils ja eher Einkaufmuffeln, gerne Kleidung, Schuhe und Accessoires

Im Auftrag des Online-Experten Otago Online Consulting hat meinungsraum.at 1000 Österreicher ab 18 Jahren über ihr digitales Such- und Kaufverhalten befragt. Die Ergebnisse sind teilweise logisch, anderseits aber auch erstaunlich.

Generell hohe Nutzung mobiler Geräte

Auf jeden Fall ist die Basis für Online-Einkäufe grundsätzlich gut: Schon 89 Prozent aller Österreicher verwenden ein mobiles Endgerät. 45 Prozent nutzen ein Smartphone, 37 Prozent ein Smartphone sowie Tablet, 7 Prozent nur ein Tablet. Lediglich 11 Prozent geben an, keines der beiden mobilen Endgeräte zu nutzen. Wenig überraschend: Jeder Fünfte der 50- bis 59-Jährigen (19 Prozent) nutzt weder Smartphone noch Tablet, bei den 60- bis 65-Jährigen ist es schon jeder Vierte. Generell gilt: Je jünger die Befragten sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit der Smartphone-Nutzung. Für 93 Prozent der bis 29-Jährigen ist das mobile Endgerät der tägliche Begleiter – auch im Bett und auf der Toilette. Aber mehr dazu später.

Frauen neigen eher zu Spontankäufen

Was den Online-Einkauf betrifft, ist Spontanität kein Faktor. Im Durchschnitt planen drei Viertel (75 Prozent) ihren Online-Kauf schon im Vorhinein. Nur jeder Vierte kauft spontan. Doch, ohne Klischees strapazieren zu wollen: Vor allem Frauen (28 Prozent) unterliegen häufiger dieser Versuchung als Männer (22 Prozent) – und kaufen dann gleich mehr ein. Auch der Bildungsgrad spielt bei der Planung beziehungsweise Nicht-Planung von Online-Einkäufen eine signifikante Rolle. 28 Prozent aller Österreicher ohne Matura kaufen gerne spontan im Netz, aber nur 18 Prozent mit Matura.

Online-Barriere bei Lebensmittel besonders hoch

60 Prozent der Österreicher haben 2016 zumindest einmal online etwas gekauft. Am häufigsten bestellt werden Bekleidung, Schuhe und Accessoires (insgesamt 60%; Frauen 70%, Männer 49%). Spannend daran ist, dass Schuhe aber gleichzeitig bei 8 Prozent der Befragten zu den No-Gos bei Online-Einkäufen gehört (Wer einmal einen, an allen Stellen drückenden Schuhe geliefert bekommen hat, weiß warum). Fast die Hälfte kaufen Bücher (48%), jeder Dritte bucht eine Reise (33%), ebenso viele kaufen Kosmetik- und Pflegeartikel. Im Detail gibt es aber, eh klar, geschlechtsspezifische Unterschiede: Die Top 3 der Frauen sind Bekleidung, Bücher und Kosmetikartikel; die Reihung der Männer lautet jedoch Bekleidung, elektronische Unterhaltungsgeräte und Bücher. Aber es gibt auch Produkte, die immerhin 6 von 10 Österreichern online nicht kaufen würden. An oberster Stelle stehen dabei Lebensmittel (38%), gefolgt von Medikamenten (20%) sowie Auto/Zubehör (8%) und, wie schon erwähnt, Schuhe.  Das lässt den Schluss zu, dass einem Lebensmittel-Einkauf im Netz mehr Skepsis entgegengebracht wird, als einer Online-Bestellung von Medikamenten.  „Der Lebensmitteleinzelhandel ist, was Online-Bestellmöglichkeiten betrifft, erst jetzt im großen Umbruch“, relativiert Jan Königstätter, Geschäftsführer der Otago Online Consulting GmbH, das Ergebnis.

Schon 21 Prozent bevorzugen Online-Shopping

Noch immer kaufen 40 Prozent der Österreicher überwiegend im Einzelhandel. Doch fast genauso viele (38%) shoppen gleichermaßen im Einzelhandel wie online. Mehr als jeder Fünfte (21%) bevorzugt bereits Online-Shopping. Generell gilt: Je jünger die Österreicher sind, umso mehr nutzen sie die Möglichkeiten des Online-Shoppings. Ein Drittel der 18- bis 29-Jährigen gibt an, Dinge, die nicht zum täglichen Bedarf gehören, hauptsächlich online zu kaufen. Mit zunehmendem Alter sinkt die Bereitschaft zum Online-Kauf. Nur 12 Prozent der 50- bis 59-Jährigen sowie 17 Prozent der 60- bis 65-Jährigen geben an, online zu shoppen. Überraschend: Während jeder vierte Österreicher mit Matura die Möglichkeit des Online-Kaufs nutzt, ist es unter Österreichern ohne Matura nur jeder fünfte. Vielleicht aus Zeitmangel shoppen Österreicher mit Kindern (29%) im Haushalt häufiger online als jene ohne Kids (19%). Genau umgekehrt verhält es sich bei jenen, die angeben, überwiegend im Einzelhandel zu kaufen: Hier meinten 46 Prozent der 60- bis 65-Jährigen, aber nur 31 Prozent der 18- bis 29- Jährigen, im Einzelhandel einzukaufen. 42 Prozent der Österreicher ohne Matura und 44 Prozent ohne Kinder im Haushalt kaufen lieber im Geschäft ein.

Online-Einkäufe sind Vertrauenssache

Das Vertrauen in einen Online-Shop oder eine Website wird durch verschiedene Faktoren unterschiedlich stark beeinflusst. Für 35 Prozent der Österreicher spielen Bekanntheitsgrad und Renommee eines Unternehmens mit Online-Shop die größte Rolle in Sachen Vertrauen. Auch die Empfehlung von Freunden ist für 75 Prozent ein vertrauensfördernder Faktor. Für 70 Prozent sind die Kombination aus Online-Shop und „realem“ Geschäft vertrauensfördernd. 68 Prozent vertrauen lieber einem Online-Shop aus Österreich. Ganze 33 Prozent der Österreicher vertrauen dem Ranking von Suchmaschinen. Nicht berücksichtigt bzw. abgefragt wurde, inwieweit Zahlungsmöglichkeiten – wie auf Rechnung, per Kreditkarte direkt, mittels PayPal oder anderer Bezahlsysteme – das Vertrauen beeinflussen.

Entspannter Einkauf auf der Couch

Eines ist aber sicher: Dort, wo man Informationen einholt, kauft man auch. 95 Prozent geben an, in der Regel zu Hause einen Kauf in einem Online-Shop zu tätigen, 14 Prozent in der Arbeit, 6 Prozent auch unterwegs. Wie das im Detail ausschauen kann, lassen die Nutzungsergebnisse des Smartphones erahnen: Die Mehrheit (70%) ist daheim, explizit auf der Couch, mit dem Smartphone beschäftigt, gefolgt von „im Wartezimmer beim Arzt/am Amt“ (47%) und „unterwegs/U-Bahn-Haltestelle“ sowie „morgens und abends im Bett“ (beide 43%). Einen unerwartet hohen Prozentsatz haben auch „bei Freunden“ und „am WC“, wo Smartphones von 22 Prozent genutzt werden.

Die Studie finden Sie unter http://www.otago.at/otago-online-trendreport-2017/

 

 

Autor:
Alice Rienesl
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