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Virtual Reality ist ein neuer Kanal, um Informationen zu übermitteln

Technologie treibt Handel

14.11.2016

Welche Benchmarks es im Handel gibt und wie die innovativsten Technologieanbieter die Branche fit für die New Economy machen können, war Thema bei der Handelsverband-Veranstatung „Technologie treibt Handel“. Neben einem Ausblick in die Zukunft des Handels bot sich den 150 Gästen auch ein atemberaubender Blick aus dem ThirtyFive im 35. Stockwerk des „Vienna Twin Tower“.

Die Digitalisierung hat einen immer größeren Einfluss auf Konsumenten und damit auch auf Marketing und Media. Viele Unternehmen nutzen die neuen Kanäle bereits, aber wenige haben die grundlegende Logik geändert, mit der an die Sache herangegangen wird.  Oder wie es Dirk Bruns, Head of Branding Solutions bei YouTube, ausdrückt: “Es wird leider noch immer oft alter Wein in neue Kanäle gefüllt. Der Content muss an die neuen Möglichkeiten angepasst werden. Er plädiert dafür sich die richtigen Fragen zu stellen, um unnötige Streuverluste und hohen Kosten zu vermeiden. „Kennen Sie Ihre relevante Zielgruppe, nutzen Sie alle Touchpoints, erzeugen Sie Involvement und messen Sie Ihren Erfolg, um Ihre Maßnahmen laufend optimieren zu können“. 

Als Angestellter war ich unvermittelbar
Er kennt den großen Erfolg genauso wie die bittere Niederlage. Nachdem er mit DiTech innerhalb von 15 Jahren zum größten Online-Händler Österreichs aufgestiegen war, kam der tiefe Fall in die Insolvenz. Für Damian Izdebski aber kein Grund sich nicht wieder mit einem neuen Unternehmen zu positionieren: „Was hätte ich sonst tun sollen. Als Angestellter war ich unvermittelbar. Ich war immer Unternehmer.“  Ditech war damals First Mover und hat eine neue Art von Retail in Österreich etabliert. 2002 wurde Izdebski für seine Same Day Delivery noch ausgelacht, heute setzt er mit seiner neuen Firma Techbold auf den Trend `Virtual Reality`. „Ich glaube das Virtual Reality von den Meisten unterschätzt wird. Aber es wird den Handel verändern. Es wird eine wahre Revolution in vielen Bereichen auslösen. Dabei steht die Technologie erst ganz am Anfang.“ Er ist fest davon überzeugt, dass VR einen größeren Einfluss auf unser Leben haben wird als es das Smartphone hatte.

Um nicht nur zu davon reden, sondern die neue Technologien auch hautnah erleben zu können, stellte Techbold seine state-of-the-art VR-Experience zur Verfügung. Wer wollte konnte so gleich vor Ort in die Virtual Reality eintauchen und sich persönlich von den technischen Entwicklungen überzeugen lassen.

Brandneue Handelsverband-Studie: Future Commerce - Handel 2025
Die gestern Vormittag präsentierte Studie „Future Commerce – Handel 2025“ des Handelsverbandes gibt einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen in der Retail-Branche. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Frage „Wie wird der Handel der Zukunft aussehen?“ Bei der Technologie treibt Handel diskutierten die Studienautoren von evolaris next level und manonthemoongemeinsam mit Rainer Schamberger von der PSA Payment Services Austria über die Ergebnisse und die daraus ableitbaren Handlungsempfehlungen für die Branche. Schamberger warnte davor die Digitalisierung zu verschlafen: „Österreich ist dabei an Boden zu verlieren. Das Datenthema wir immer relevanter. Damit sollte sich Europa verstärkt beschäftigen. Die USA und Asien sind bereits viel weiter als wir.“ Klare Bilanz aller Diskutanten: Kooperieren ist das Gebot der Stunde. Unternehmen müssen mit den neuen Technologien experimentieren. Ob Payment oder Kundenbindung, der Nutzen und die Convenience für den Kunden stehen im Vordergrund.

COOLSHOP, Hervis und IKEA erhalten Austrian Retail Innovation Award 
Erstmals zeichnete der Handelsverband mit dem Austrian Retail Innovation Award den Einsatz herausragender, innovativer Lösungen aus. Aus rund 50 Einreichungen wurde eine Shortlist der besten Projekte erstellt und 9 Unternehmen für den Award nominiert. Die Sieger wurden durch die Jury - bestehend aus den Innovationsverantwortlichen der Mitglieder des Handelsverbandes - ermittelt. Den Juryvorsitz übernahm Werner Wutscher, erfolgreicher Innovator und Business Angel.

„Die Herausforderungen im Handel sind enorm und nur durch Investitionen in Innovation zu bewältigen. Die Qualität der rund 50 eingereichten Projekte hat gezeigt, dass die Branche sich dessen bewusst ist und zukunftsgerichtete Konzepte auch bereits in die Geschäftsmodelle des heimischen Einzelhandels integriert sind und gelebt werden. Es freut mich besonders, dass wir mit COOLSHOP, Hervis und IKEA sowohl ein junges Unternehmen, als auch Marktführer auszeichnen durften“, so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes und Initiator des `Austrian Retail Innovation Award`.

Der Handel in 10 Jahren
Im Format eines Firesidechats sprachen Raphael Schneeberger von der PocketScience GmbH/NOUS und Manfred Tscheligi vom Austrian Institute of Technology über die mittelfristige Perspektive der Branche. Schneeberger betonte die großen Chancen die die Technik dem Handel ermöglicht, da diese jederzeit ortsunabhängig eingesetzt werden kann. „Der Kunde ist so, ebenso wie der Händler, jederzeit erreichbar.“ Für Tschelegi steht fest: „Virtual Reality ist nur ein weiterer Kanal. Ein neuer Kanal schafft aber neue Möglichkeiten. Diese gilt es zu nutzen.“

Vom Selbstgestrickten bis zum Chatbot 
Ein großer Fokus des Events lag auf der praktischen Umsetzung der neuen Konzepte und der Anwendung neuer Technologien. Deshalb wurden dem Publikum fünf Best Practise Bespiele vorgestellt, wie „Retail Innovations“ aussehen können.

Armin Ribis von der BEDAV GmbH unterstützt gemeinsam mit Microsoft dabei den Kunden an allen Touchpoints zu erreichen und formulierte dafür eine unumgängliche Prämisse: „Die Komplexität der Datenvielfalt erfordert enorm intelligente Tools, die mit Hilfe von ausgeklügelten Algorithmen den Marketers, Verkäufern und Servicemitarbeitern unter die Arme greifen. Ohne künstliche Intelligenz in den Softwarelösungen ist ein zielorientiertes und umsatzmaximierendes Marketing schlicht unmöglich.“

DaWanda, das ist der größte Onlinemarktplatz für Selbstgemachtes, fern ab von großen Produzenten und Retailern.  340.000 Verkäufer bieten ihre Ware den über sieben Millionen Mitgliedern an. So nennt CEO Niels Nüssler liebevoll seine Kunden. „Wir sind eine Tech-Geek Firma mit einem Love-Image und haben die DIY-Philosophie in den Mainstream geholt. Wir bauen dem Kunden eine Lebenswelt in der er sich wohl fühlt.“

Wohl fühlen soll man sich auch in den neuen Spar Märkten, die den Schritt in die Zukunft des Lebensmittelhandels schon gewagt haben. Self-check-out, Digitale Signage und Instore Navigation sollen die Customer-Experience erhöhen und bieten den Kunden ein verbessertes Einkaufserlebnis. Verantwortlich dafür ist Andreas Kranabitl, CEO SPAR Business Services GmbH, der den Erfolgs-Case den Gästen in spannender Ausführung näher brachte und vor allem eines betonte: “Für eine gelungene digitale Transformation braucht es die richtigen Mitarbeiter, die Innovationen zulassen und die Zukunft mitgestalten. Wie die aussehen kann, sieht man in unserem Digital Leadership Store am WU Campus“.

Dass es dafür auch eine perfekte Zusammenarbeit zwischen Handel und Technologie braucht, zeigte Heimo Robosch von der Knapp AG. „Der zunehmende E-Commerce und die steigenden Anforderungen an die Logistik verlangen individuelle und effektive Lösungen im Hintergrund, die immer die Basis einer funktionierenden Customer Experience sind.“

Den krönenden Abschluss bildete Kai Herzberger, Leiter eComm & Retail Fashion EMEA bei Facebook. Das Social Network wird für den Handel immer wichtiger. Mit dem Facebook Messenger und WhatsApp gehören die beliebtesten Messenger Dienste zu dem Internet-Riesen. Laut Herzberger können diese auch zu Kundenberatern werden: „49% aller Käufe sind digital beeinflusst. Messenger sind die digitalen Brücken zum neuen Einkaufserlebnis. Sie schaffen Konvergenz, erzeugen neue Touchpoints und helfen bei der Verbindung von offline und online“.

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