01.09.2010
Interessanter Markt für Halal
Dort geht man sogar einen Schritt weiter. Beispielsweise offeriert Nestlé in rund 500 Läden im Fastenmonat Ramadan eine eigene Range von Produkten, hergestellt nach den islamischen Speisevorschriften, also ohne Alkohol, Blut oder Schweinefleisch. Diese „Halal-Produkte“ kommen großteils eigens aus den Werken in Malaysia, Indonesien und Marokko. Blätterteig wird hingegen im Land selbst produziert und von der Schweiz aus in alle Welt exportiert. Dabei leben in der Schweiz nur rund 230.000 Muslime, während es in Österreich etwa 550.000 sind.
Nach Berechnungen von Kreutzer Fischer & Partner | Marktanalyse geben muslimische Haushalte in Österreich pro Jahr gut € 1,3 Mrd. für Lebensmittel aus. Etwa rund € 110 Mio. davon entfallen auf Halal-Produkte, vom Suppenwürfel über Zwieback, Salatdressing bis zum Kaubonbon, die praktisch zur Gänze importiert und in einschlägigen Läden verkauft. Weltweit wird der Halal-Food-Markt auf 600 Mrd. US-Dollar geschätzt. Die österreichische Industrie und der Lebensmittelhandel lassen das Geschäftsfeld hingegen bislang unbearbeitet. Der Vorstoß von Nöm ist daher bloß ein erster zaghafter Versuch, sich einem bislang vernachlässigten Markt zu nähern.

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