Coverstory 2/07
31.01.2007
Um 27 Mio. Euro beflügelt Billa den „Hausverstand“

Billa will nicht länger für „Billiger Laden“ stehen, sondern für hochwertige, natürliche und leistbare Lebensmittel. Dem ruinösen Preiskampf der vergangenen Jahre kehrt man den Rücken.Die heimische Supermarktkette verpasst sich ein neues Image: Die Unternehmensphilosophie des Flaggschiffs unter dem Dach von Rewe Austria wurde überarbeitet, der Werbeauftritt verändert, Filialen werden sukzessive umgebaut, die Mitarbeiter bekommen neue Kleider.
Billa sei die stärkste Marke unter dem Dach von Rewe Austria, zeigt sich der seit dem Ruhestand von „Mister Billa“ Wolfgang Wimmer zuständige Rewe Austria-Vorstand Frank Hensel stolz. Mit der Neuausrichtung und der neuen Strategie von Billa wolle er jedenfalls die Nummer-eins-Position der Kette in Österreich, die nach Eigenangaben über einen Marktanteil von knapp 20 Prozent verfügt (LEH inkl. Diskonter), „sichern und ausbauen“. Ziel sei freilich auch ein Umsatzplus, das im einstelligen Bereich erwartet wird.
Preiswettbewerb ade
„Wir lassen den Preiswettbewerb endgültig hinter uns und treten mit voller Kraft in einen Vertrauenswettbewerb“, formulierte es der Vorstandssprecher der Billa AG, Volker Hornsteiner, bei einer Pressekonferenz. Statt Tiefpreisschlachten werde Billa Mindestqualitätsstandards etablieren, die den Konsumenten Orientierung geben sollen. „Der Preis ist eine Basisleistung und kein Differenzierungsobjekt“, betonte Hensel.
Die Supermarktkette wolle nicht mehr „nur Logistik-Kompetenzzentrum“ sein, sondern „Lebensmittel-Dienstleistungszentrum“. Im Mittelpunkt stehe eine Verbesserung der Lebensqualität des Konsumenten, betonte Hornsteiner. „Wir wollen die beste Tomate für alle Österreicher“, ergänzte Josef Siess, Vorstand der Billa AG. Vorrang soll bei der künftigen Produktauswahl österreichischen Lieferanten gegeben werden.
Als erste sichtbare Maßnahme werden im Billa-Kassenbereich Ende Februar „Healthy Choices“ zusätzlich zu den bisher üblichen Naschereien eingeführt. Diese gesunden Snacks werden maximal 150 Kalorien, 10 Gramm Fett (außer Nüsse) und keinen raffinierten Zucker enthalten, hieß es. Gleich zu bemerken werde zudem die neue Arbeitskleidung für die rund 16.000 Mitarbeiter sein, die in Kooperation mit der Modeschule Hetzendorf bequemer und modischer gestaltet wurde.
Fokus auf Erneuerung
Während bisher die Expansion des Filialnetzes bei Billa im Vordergrund stand – im Sommer 2006 wurde der tausendste Billa eröffnet –, werde nun der Fokus auf die Renovierung und Erneuerung der bestehenden Filialen gelegt. Noch heuer sollen rund 60 Filialen vor allem im Osten Österreichs umgebaut werden. Pro Standort seien 300.000 bis 500.000 Euro an Kosten veranschlagt, wobei man gerade bei der deutschen Rewe um eine Aufstockung des Investitionsbudgets für 100 Filialen verhandle, hieß es.
Mit dem Slogan „Billa. Sagt der Hausverstand“ startete bereits der neue Werbeauftritt von Billa, für den ein Budget von jährlich rund 27 Millionen Euro zur Verfügung steht. Ziel des für einen Supermarkt eher unkonventionellen Werbeauftritts (umgesetzt von Dirnberger de Felice) sei es, die Konsumenten anzuregen, mehr auf die innere Stimme zu hören, sich bewusster zu ernähren und zu heimischen Produkten zu greifen, so Siess.
Nach zwei Pilotfilmen mit dem personifizierten „Hausverstand“ starten themenbezogene Werbefilme. Parallel zur elektronischen Kampagne wird auch die Plakat-Werbung auf die neue Strategie ausgerichtet. Als neue Werbeflächen werden künftig das Billa-Sackerl und die Billa-Lkw genutzt.red

DIE HANDELSZEITUNG
Wo Österreich einkauft
Werbung



Drucken
Empfehlen
Kommentieren
Share
Kommentar schreiben






