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40 Jahre Bio-Nahrungsmittel – und die Nachfolge ist gesichert: Das Ehepaar Christian und Petra Winzer mit den beiden Söhnen Christoph (2. v. l.) und Stephan (2. v. r.)

40-Jahr-Jubiläum für Bio-Nahrungsmittel

21.10.2019

Das Salzburger Familienunternehmen Bio-Nahrungsmittel Produktions- und Handels GmbH ist mit Samen, Saaten, Nüssen und Trockenfrüchten groß geworden und gehört zu den Top 3 der Branche.

Bio-Leinsamen am Transportband der modernen, vollautomatisierten Abfüllanlage in Grödig bei Salzburg

Aus der ganzen Welt werden höchstwertige Samen, Saaten, Nüsse und Bio-Trockenfrüchte in den Süden Salzburgs nach Grödig zur Bio-Nahrungsmittel GmbH geliefert. Heuer feiert das Salzburger Unternehmen sein 40-Jahr-Jubiläum. „Wir waren und sind trotz unsererGröße ein Familienunternehmen. Wir stehen für Nachhaltigkeit, höchste Qualität in der Produktion und modernste Verarbeitung unserer Rohstoffe. Unseren Partnern im Handel bieten wir die All-in-Lösung – vom Import des Rohstoffs, über die Verarbeitung, den Schutz der Haltbarkeit, die individuelle Verpackung sowie Etikettierung und zuverlässige Belieferung“, bringt es Firmenchef Christian Winzer auf den Punkt. Gemeinsam mit seiner Frau Petra führt er das Unternehmen und die Nachfolge ist mit seinen beiden Söhnen schon gesichert.

Beeindruckende Zahlen

Mit einem Jahresumsatz von mehr als 70 Millionen Euro ist die Bio-Nahrungsmittel GmbH Branchenführer in Österreich und gehört zu den Top 3 in der Bio-Lebensmittelbranche in der EU. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Umsatz des Grödiger Unternehmens mehr als verdreifacht. Auch die Mitarbeiterzahl stieg von knapp 70 im Jahr 2009 auf heute mehr als 200.

Rund 50 Millionen Kleinpackungen „made in Grödig“

Aus der ganzen Welt kommen feine Trockenfrüchte, Nüsse, Samen und Saaten nach Grödig bei Salzburg: Das Unternehmen importiert rund 150 verschiedene Sorten Bio-Rohwaren wie Cranberrys, Haselnüsse, Chia-Samen und Ananas. 500 Container mit insgesamt 12.000 Tonnen an Rohstoffen werden jährlich nach Grödig geliefert, wo sie erst einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen und anschließend von neun vollautomatischen Abfüllanlagen abgewogen, portioniert und in mit Stickstoff gespülte Beutel verpackt werden. Fast 50 Millionen Kleinpackungen werden heuer produziert und von Grödig aus nach ganz Europa exportiert. 75 Prozent der Exporte gehen dabei allein nach Deutschland.

Innovatives Denken bestimmt die Unternehmensgeschichte

Christian Winzer ist der geschäftsführende Gesellschafter von Bio-Nahrungsmittel. Er stammt aus der Salzburger Reformhaus-Familie Mayreder, die am Salzburger Universitätsplatz schon lange vor dem Bio-Boom ihre Kunden mit „naturreinen Nahrungsmitteln“ versorgte. „Ich habe zunächst eine Lehre als Drogist absolviert, vor 40 Jahren - im Alter von 23 Jahren - die Firma von meinem Vater übernommen und zunächst Reformhäuser mit Teigwaren, Ölen und Müsli beliefert“, beschreibt Winzer seinen Einstieg ins Berufsleben. Mit dem EU-Beitritt Österreichs änderten sich die Marktbedingungen komplett: Winzer beschloss, sich nur mehr auf den Import und die Verarbeitung von Trockenfrüchten, Nüssen, Samen und Saaten in Bio-Qualität zu konzentrieren – ein Entschluss, der sich als wirtschaftlich goldrichtig erweisen sollte.

Modernste Technologie, höchste Qualität und Kontrolle

Schon früh investierte das Grödiger Unternehmen in modernste Verpackungstechnik, um die hochwertigen Bio-Rohstoffe aus aller Welt möglichst schonend und nachhaltig zu konservieren. Die hochmoderne Stickstoff-Abfüllung, bei der Stickstoff in die Verpackung geblasen wird, damit der Sauerstoff darin entweicht, erhöht die Haltbarkeit der oft empfindlichen Lebensmittel. Zur Vorbeugung gegen Schädlinge werden die Bio-Rohstoffe in CO2-Druckentwesungskammern behandelt. Ein Zweikammersystem ermöglicht dabei eine umweltfreundliche CO2-Rückgewinnung. Spezielle Verbundfolien mit UV-Schutz und Sauerstoffbarriere gewährleisten einen lückenlosen Produktschutz. Das Unternehmen hat sich außerdem auf „Private Labelling“ spezialisiert: Bio-Nahrungsmittel füllt zahlreiche Eigenmarken des Handels mit den jeweiligen Etiketten ab. Zu den zufriedenen Kunden zählen die wichtigsten und größten Handelsunternehmen.

Fairer Handel und neue Wege

Besonders wichtig sind dem Unternehmen bei den Produkten nicht nur die einwandfreie Bio-Qualität und höchste Lebensmittelstandards bei der Verpackung, sondern auch ethische Kriterien. Seit 2014 ist Bio-Nahrungsmittel Mitglied der „Business Social Compliance Initiative“, einer Initiative der Organisation amfori (ehemals Foreign Trade Association) mit Sitz in Brüssel. Diese verfolgt nicht nur das Ziel, die Arbeitsbedingungen in den Ursprungsländern zu verbessern, sie verbietet auch Kinder- und Zwangsarbeit und fordert eine faire Entlohnung – Vorgaben, die regelmäßig streng kontrolliert werden.
Auch auf gänzlich neues Terrain hat sich das Unternehmen kürzlich gewagt: In Tansania hat sich Christian Winzer an einer Firma beteiligt, die mit 110 Mitarbeitern vor Ort 60 Tonnen Cashewnüsse im Jahr erntet. 400 zertifizierte Bauern liefern an das Unternehmen in Tansania, wo die Cashews kontrolliert, getrocknet und sortiert werden. Die Cashewkerne werden nach Europa importiert – die Wertschöpfung bleibt in Afrika.

Firma investiert 10 Millionen Euro in den Standort Grödig

Bei aller Internationalität ist das Unternehmen Bio-Nahrungsmittel ein Familienunternehmen geblieben. Christian Winzers Frau Petra ist ebenfalls in der Geschäftsführung tätig und auch die Nachfolge ist bereits gesichert: Die beiden Söhne Christoph und Stephan arbeiten nach bzw. neben ihrem Studium bereits tatkräftig im Vertrieb und Einkauf des Unternehmens mit.
Das nächste große Projekt steht bereits in den Startlöchern: Für 2020 ist die Erweiterung des Firmenareals in Grödig geplant. Um rund 10 Millionen Euro sollen am Firmengelände ein neues Produktions- und Rohstofflager, eine Rösterei und ein Fertigwarenlager entstehen. Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft sind also gestellt.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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