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Abschied von Einweghandschuhen

26.03.2018

Feinkostmitarbeiter in Einweghandschuhen waren bisher selbstverständlich. Jetzt zeigt eine Studie, dass die Verwendung nicht so viele hygienische Vorteile bringt wie gedacht, sondern gesundheitsgefährden ist.  

Wer sich schon öfter gefragt hat, ob die Verwendung von Einweghandschuhen tatsächlich so hygienisch ist, bekommt jetzt die Bestätigung, dass sie es nicht sind. Eine deutsche Studie konnte zeigen, dass die Handbedeckungen keine Defizite beim Umgang mit Lebensmitteln beseitigen, sondern bei den Verwendern und Kunden "zu einem falschen Gefühl der Sicherheit" führen. Abgesehen davon sind sie auch schlecht für die Umwelt und schädigen die Hautgesundheit der Angestellten. "Diese Studie hat eindrucksvoll nachgewiesen, dass bereits nach fünfminütigem Umgang mit Lebensmitteln auf Handschuhen, Händen und Geräten eine starke Bakterienbesiedlung vorhanden ist. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Versuchspersonen mit oder ohne Handschuhe gearbeitet haben", informiert das Arbeitsinspektorat. Durch das längerfristige Tragen entstehe ein feuchtes Milieu und die Hautschichten werden aufgeweicht. Juckreiz, Irritationen, aber auch Hautkrankheiten durch Keime oder Allergene seien die Folgen. Fazit: Gepflegte und gesunde Hände, sowie saubere Arbeitsutensilien sind wesentlich hygienischer.

Umsetzung im Lebensmittelhandel

Deswegen sollen die Handschuhe künftig nur noch dort eingesetzt sehen, wo sie wirklich sinnvoll sind. Bis Mai läuft eine erste Phase einer Schwerpunktaktion in heimischen Supermärkten im Rahmen der Österreichischen Arbeitsschutzstrategie. Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Initiative von u.a. Gesundheits- und Sozialministerium sowie dem dort etablierten Arbeitsinspektorat, Wirtschafts- und Arbeiterkammer, AUVA, ÖGB und der Lebensmittelaufsicht. Sie soll Betreibern und Mitarbeitern aufzeigen, wo Einweghandschuhe notwendig sind - nämlich nur als persönliche Schutzausrüstung im Umgang mit gesundheitsgefährdenden Substanzen. "Ab 1. Mai arbeiten dann alle im österreichischen Lebensmittelhandel mit dieser Arbeitstechnik", sagte Paul Bacher, Geschäftsführer von Spar Kärnten. Ältere Mitarbeiter hätten diese noch in ihren Lehrjahren eingeübt, für jüngere sei es eine kurze Umstellungsphase.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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