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Bürgermeisterin Marion Török (Zwentendorf), Agrana-Aufsichtsrat Ernst Karpfinger, Agrana-Aufsichtsratspräsident Erwin Hameseder, NÖ Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Agrana-CEO Johann Marihart, Bezirkshauptmann Andreas Riemer (Tulln)

Agrana investiert 100 Mio. in neue Anlage

25.11.2019

Der Frucht-, Stärke- und Zuckerkonzern Agrana hat am Standort der Bioraffinerie in Pischelsdorf im Tullnerfeld eine zweite Weizenstärkeanlage errichtet und mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Agrana Aufsichtsratspräsident Erwin Hameseder feierlich eröffnet.

Mit der Werkserweiterung verdoppelt Agrana die Weizenstärkeproduktion und erhöht die Anzahl der Arbeitsplätze um 45 auf insgesamt 250. „Nachdem wir in Pischelsdorf bereits 200 Mio. EUR für die Bioethanolanlage und die erste Weizenstärkeanlage investierten, haben wir nun weitere 100 Mio. EUR für eine zweite Weizenstärkeanlage aufgewendet. Damit trägt Agrana der steigenden Nachfrage insbesondere der Papierindustrie durch den wachsenden Bedarf an Verpackungen für den Online-Versandhandel Rechnung. Mit der Erhöhung der Gesamtverarbeitungskapazität von derzeit rund 800.000 Tonnen auf 1,2 Mio. Tonnen Getreide rückt Pischelsdorf ins Spitzenfeld der großen europäischen Stärkeproduktionsstandorte auf", betont Agrana-Vorstandsvorsitzender Johann Marihart.

Lebensmittel, Verpackung & Futtermittel

In der erweiterten Weizenstärkefabrik werden jährlich aus rund 650.000 Tonnen Weizen 260.000 Tonnen Weizenstärke, 50.000 Tonnen Weizengluten, 100.000 Tonnen Weizenkleberfutter sowie 35.000 Tonnen Weizenkleie gewonnen. Weizenstärke wird zum einen in technischen Anwendungsbereichen (v.a. in der Papierindustrie) und zum anderen in der Lebensmittelindustrie z.B. für die Herstellung von Nudeln, Brot oder anderen Backwaren verwendet. Weizengluten kommt primär in der Backwarenindustrie oder zur Herstellung von Heimtiernahrung sowie zur Erzeugung von Fischfutter zum Einsatz. Weizenkleie dient ebenso wie Weizenkleberfutter als Futtermittel. Insgesamt verarbeitet Agrana die Rohstoffe Mais, Kartoffeln und Weizen an 5 Produktionsstandorten in Europa zu Stärke und verkauft 1,8 Mio. Tonnen Stärkeprodukte an 2.000 Kunden weltweit in über 20 verschiedenen Industriebranchen.

Integrierte Bioraffinierie

Am Standort Pischelsdorf befindet sich neben der Weizenstärkeanlage auch eine Bioethanolanlage. Durch die enge Integration der beiden Anlagen wird das eingesetzte Getreide zu 100 Prozent verwertet. Nach Gewinnung von Weizenstärke und Weizengluten gehen die ungenutzt bleibenden Rohstoffbestandteile in die Bioethanolerzeugung sowie in die Herstellung des gentechnikfreien Eiweißfuttermittels „ActiProt“. Letzteres ersetzt den EU-Import von rund 200.000 t gentechnisch verändertem Sojaschrot aus Übersee. Schließlich werden mit hochreinem CO2, das die benachbarte Anlage des Industriegaskonzerns Air Liquide aus den Gärtanks der Bioethanolanlage verflüssigt, am Standort Pischelsdorf aus einem Rohstoff hochwertige Produkte hergestellt. „Wir sind stolz auf das hier verwirklichte Bioraffineriekonzept Pischelsdorf. Hier werden alle Bestandteile des Getreides im Sinne der Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft effizient verwertet. Pischelsdorf ist zweifellos das Musterbeispiel für eine Komplettverwertung der eingesetzten Rohstoffe und lebt den Grundgedanken einer möglichst geschlossenen Kreislaufwirtschaft“, so Marihart.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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