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Den Österreichischen Konsumenten ist Agrana vor allem durch die Marke "Wiener Zucker" bekannt

Agrana: Kräftiges Ergebnisplus mit bitterem Nachgeschmack

09.05.2018

Der Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana gab bei der Bilanzpressekonferenz einen deutlichen Gewinnanstieg bei stabilem Umsatz bekannt. Für das aktuelle Geschäftsjahr (2018/19) werden aber bei EBIT und Umsatz deutliche Rückgänge erwartet.

Die Agrana Beteiligungs-AG konnte im Geschäftsjahr 2017/18 das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) deutlich verbessern, ganz genau um 10,6 Prozent auf 190,6 Mio. Euro – im Jahr davor lag das EBIT bei 172,4 Mio. Euro. Der Konzernumsatz lag mit 2.566,3 Mio. Euro auf Vorjahresniveau (2.561,3 Mio. Euro). Dazu beigetragen haben alle drei Segmente – sogar das Segment Zucker, vor allem im ersten Halbjahr. „Die Segmente Frucht sowie Stärke erzielten sogar All-time-highs. Das Segment Zucker trug aufgrund einer guten Performance im ersten Halbjahr 2017/18 ebenfalls zur EBIT-Verbesserung bei. Seit dem zweiten Halbjahr sind allerdings die Auswirkungen des Wegfalls der Zuckerquoten mit dem starken Preisdruck deutlich spürbar“, erklärt Agrana-Vorstandsvorsitzender Johann Marihart.

Zucker seit Herbst 2017 unter Druck

Gestiegen ist auch das Ergebnis vor Ertragssteuern: von 154,5 Mio Euro (2016/17) auf 176,2 Mio. Euro. Nach einem Steueraufwand von 33,5 Mio. Euro, was einer Steuerquote von 19,0 Prozent entspricht, betrug das Konzernergebnis 142,6 Mio. Euro (im Jahr 2016/17 waren es 117,9 Mio. Euro).

Der Umsatz im Segment Frucht lag mit 1.161,4 Mio. Euro nur knapp über dem Vorjahresniveau (1.155,5 Mio. Euro). Dennoch gab es beim EBIT für dieses Segment mit 75,6 Mio. Euro und einam Anstieg von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr einen neuen Höchstwert. Ein leichtes Umsatzplus von 2,5 Prozent auf 752,3 Mio. Euro verzeichnet das Segment Stärke. Hier wirkten sich unter anderem die höheren Absatzmengen und die höheren Bioethanolpreise in den ersten neun Monaten positiv aus. Erwartungsgemäß gesunken ist hingegen der Umsatz im Segment Zucker, dank guten ersten Halbjahr nur um 2,9 Prozent auf 652,6 Mio. Euro.  Seit Herbst 2017 gab es bei den Handels- als auch Industriepreisen einen deutlichen Preisrückgang. Vor allem das Aus der EU-Zuckerproduktionsquoten und eine weltweite Überproduktion belasteten den Zuckerpreis.

Gut gerüstet für die Zukunft

Der niedrige Zuckerpreis, der regional massive Rüsselkäfer-Befall und das ab 2019 geltende Neonics-Verbot macht Agrana zwar kein Kopfzerbrechen, verursacht aber, so Agrana-Vorstand Fritz Gattermayer, zu einer „großen Unsicherheit“ bei den Bauern. Im Sommer und Herbst sind daher Gespräche mit den Bauern geplant. Die immer stärker werdende Diskussion über die Zuckerreduktion und die diesbezüglichen Initiativen seitens der Lebensmittelindustrie sieht Marihart nicht als Bedrohung. Auch wenn das Wachstum geringer ist bzw. Märkte kleiner werden, gibt es ja auch noch andere Märkte für Agrana, ist seine Meinung.  Insgesamt sieht sich Agrana für die Zukunft gut gerüstet. „Aus heutiger Sicht erwarten wir für das Geschäftsjahr 2018/19 einen Konzernumsatz auf Vorjahresniveau und gehen beim Konzern-EBIT aufgrund der aktuellen Herausforderungen im Segment Zucker von einem deutlichen Rückgang aus“, so Marihart. (apa/ar)

Autor/in:
Alice Rienesl
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