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Agrana sieht reine Zuckerreduktion kritisch

09.07.2018

Agrana-Vorstandsvorsitzender Johann Marihart sieht unverantwortlichen Aktionismus bei Produkten, die mit wenig Zucker locken. Laut ihm sind es vor allem übermäßige Kalorien die zu Fettleibigkeit führen. Ernährungswissenschaftler geben ihm Recht.

Ob Pudding, Kekse oder Kakaopulver: Zahlreiche Produkte werben inzwischen mit dem Hinweis auf weniger Zucker. Agrana-Vorstandsvorsitzender Johann Marihart, dessen Unternehmen Zucker produziert, meint das solche Kampagnen für Konsumenten irreführend sind. Denn "nur weniger Kalorien führen zu weniger Fettleibigkeit." Jürgen König vom Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien sieht das ähnlich: „Zucker zu reduzieren ist sinnvoll, aber nicht nur ihn allein. Wir sollten von allem weniger essen. Da gehört Fett, alkoholische Getränke und Fleisch dazu.“

Selbe Kalorien bringen keinen Effekt

Schließlich bleiben die Kalorien, sprich Energie, bei den kritisierten Produkten meistens fast erhalten. Die Angaben auf einem Schokopudding mit 30 Prozent weniger Zucker im Vergleich mit seinem herkömmlichen "Produktkollegen" zeigen, dass die Kalorienreduktion nur sechs Prozent beträgt, schuld daran ist der höhere Fettgehalt. Ebenso ein Butterkeks, der mit 38 Prozent weniger Zucker wirbt und nur 4,4 Prozent kcal einspart. Der Spitzenreiter ist Kakaopulver mit 57 Prozent weniger Zucker, bei dem dann die Ersparnis nur noch 0,5 Prozent ausmacht, da der Kohlenhydratanteil so gut wie unverändert blieb. Der Schlüssel zu Schlanken Linie liegt laut Agrana-Chef Marihart in der Bewegung: „Essen soll ein befriedigendes Erlebnis bleiben, aber wir wollen die Leute nicht dick und krank machen. Man braucht auch einen vernünftigen Kalorienverbrauch, und das geht nur durch Bewegung. Das ist unsere Botschaft."

Aktiensplit und Expansion

Das Anit-Zuckerreduktions-Statement ist aber nicht das Einzige mit dem der österreichische Frucht-, Stärke- und Zuckerkonzern  Aufsehen erregt.  Das Unternehmen hat in Algerien 49 Prozent des Fruchtzubereitungen-Herstellers "Elafruits SPA" gekauft. Damit ist die Agrana an 29 Standorten in 21 Staaten präsent. Außerdem hat die Hauptversammlung des Konzerns gerade erst eine Dividendenerhöhung von 4 auf 4,50 Euro für das Geschäftsjahr 2017/18 beschlossen. Die Aktien werden zusätzlich leichter handelbar gemacht. Vorgesehen ist ein Aktiensplit im Verhältnis 4:1, der bereits Ende Juli erfolgen dürfte. Dadurch erhöht sich die Anzahl der Aktien auf 62.488.976 Stück.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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