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Aktuelle Story

29.08.2002

AMA Vorstand "speckt" abGroßflächen legen weiter zu
Sicherheit. Als erster Produzent kennzeichnet Toni Hubmann („Toni’s Freilandeier“) jedes Ei, schon bevor das zum Gesetz wird.

Toni Hubmann, Erfinder der Marke „Toni’s Freilandeier“ und Pionier in der Freiland- und Biofreilandhaltung, setzt ab sofort auf die Kennzeichnung direkt am Ei: „Das ist zwingend zwar erst ab 1. 1. 2004 gesetzlich vorgeschrieben, wir haben aber damit schon jetzt begonnen.“

Für Toni’s Freilandeier produzieren rund 300 Bauern, und zwar ausschließlich in Freilandhaltung; 40% davon sogar „bio“. Jeder Bauer sortiert und kennzeichnet mittels einer Beschriftungsmaschine die Freilandeier direkt auf seinem Hof. Darauf steht die Haltungsform, der Name des Bauern und die vom Gesetzgeber dem Produktionsbetrieb zuerkannte Betriebsnummer. Das sei die einzige Möglichkeit, eine lückenlose und fehlerfreie Herkunftssicherung bei den Eiern zu erreichen, so Hubmann. Damit werde sich die 6-er-Packung um weniger als 1 Cent verteuern.
AMA. Ab 2003 nur mehr Schöppl und Weihs im Vorstand. Simperl scheidet aus. Mikinovic bleibt Marketing-Chef.

Die Marktordnungsstelle Agrarmarkt Austria (AMA) verkleinert ab 1. Jänner 2003 ihren Vorstand von vier auf zwei Personen. Neben dem Vorstandsvorsitzenden Georg Schöppl wird ab diesem Zeitpunkt nur mehr Werner Weihs, dessen Vertrag um fünf Jahre verlängert wurde, dem Gremium angehören. Ausscheiden werden Leopold Simperl, sowie der Chef der AMA-Marketing Stephan Mikinovic. Mikinovics Vertrag als Geschäftsführer dieser Gesellschaft wurde aber vom Verwaltungsrat um weitere fünf Jahre verlängert.

Statt bisher drei Geschäftsbereichen solle es künftig nur mehr zwei geben, hieß es. Den bisherigen Geschäftsbereich Agrarmarketing dürfte es auf Vorstandsebene künftig nicht mehr geben. Der Beschluss des Verwaltungsrats ermögliche eine schlanke Organisationsstruktur mit flachen Hierarchien sowie eine effizientere Führungsstruktur, erklärte dazu Gerhard Wlodkowski.
ACNielsen-Frischeindex. Die ersten vier Monate 2002 waren von rückläufigen Umsätzen in den Frische-Warengruppen gekennzeichnet, wobei sich die Situation im März/April nochmals zugespitzt hat.

Alle Frische-Warengruppen mit Ausnahme der Molkereiprodukte bilanzieren im Vergleich der auflaufenden Jahre negativ, wobei sich ein Trend weiter verfestigt, der schon längere Zeit festzustellen ist: Die Verbrauchermärkte (mehr als 1.000 m2 Vkfl.) gewinnen in allen Frische-Warengruppen deutlich an Bedeutung und können insgesamt sogar ein Umsatzplus von 4,1 % verzeichnen.

Wenn man den April 2002 vergleicht mit dem April 2001, dann kann man folgende Entwicklungen ablesen:

2002 war bisher kein gutes Jahr für die Warengruppe Obst: Zum 4. Mal in Folge zeigten die Umsätze gegenüber den Vorjahresmonaten rückläufige Tendenz. Besonders hart getroffen hat es im April jene Obstsorten, die sich gerade in ihrer Nebensaison befinden: So verzeichneten beispielsweise bei den Südfrüchten Melonen die deutlichsten Einbußen, bei Beerenobst (insgesamt zweistellige Umsatz- und Absatzrückgänge) die Weintrauben. Doch auch die Erdbeersaison (März bis Juni) begann 2002 auf deutlich niedrigerem Niveau als im Vorjahr (zweistellige Mengeneinbrüche).

Steigende Umsätze bei Äpfeln (mit deutlich höherem Preisniveau) und Birnenumsätze auf Vorjahresniveau ließen indes Kern- und Steinobst zur einzig positiv bilanzierenden Obstkategorie werden.

Eine ungewöhnlich großen Umsatzrückgang, selbst in den Verbrauchermarktformaten (mehr als 1.000 m2) war im April bei Gemüse festzustellen. Die größte Warengruppe Blattsalat (v.a. Bummerl- und Eissalat), deren positive Entwicklung bisher Einbußen anderer Gemüsearten auffangen konnte, verzeichnete im April selbst überdurchschnittliche Umsatzrückgänge. Sämtliche anderen bedeutenden Gemüsewarengruppen verzeichneten ebenfalls sinkende Umsätze und Mengen, nur Kraut und Kohl konnte seine Umsätze mit deutlich höheren Durchschnittspreisen noch leicht über das Vorjahresniveau heben.

Bei Brot/Gebäck und Feinbackwaren
mussten alle 3 Warengruppen eine negative Umsatzentwicklung in Kauf nehmen. Bei Brot war davon v.a. das geschnittene Brot betroffen. Bei Gebäck verloren Semmeln und dunkles Kleingebäck, mit weißem Kleingebäck (Salzstangerl, Mohnweckerl...) werden etwas höhere Umsätze erzielt. Ein Teil der Hefeteiggebäckumsätze wurde aufgrund der frühen Ostern heuer bereits im März erzielt.

Geradezu dramatische Einbrüche ausgehend von einem ohnehin niedrigen Niveau des April 2001 (BSE & Antibiotika) gab es im Bereich Fleisch/Geflügel/-Fisch zu vermelden. Die Mengen-entwicklung war in den meisten Warengruppen etwas weniger dramatisch, was auf gesunkenes Preisniveau hinweist. Hauptsächlich Schweinefleisch war von Rückgängen betroffen. Die Rindfleischumsätze stagnierten gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei Geflügelfleisch kam insbesondere der BSE-Profiteur Pute umsatzmäßig nicht mehr an das hohe Vorjahresniveau heran. Deutliche Rückgänge waren bei (Frisch-) Fisch zu verzeichnen.

Umsatzrückgänge im zweistelligen Prozentbereich verzeichneten auch Speck und Schinken, die wichtigsten Wurstarten sowie Pasteten konnten umsatzmäßig leichte Zugewinne verbuchen.

Für die Warengruppe Eier wurden in der Grafik die Monate März und April jeweils addiert um den Effekt unterschiedlicher Osterzeitpunkte auszuschalten. In der Zeit vor Ostern (heuer: März; im Vorjahr: April) liegen die Eierumsätze um 30 bis 40 % über dem Niveau der anderen Monate. Über ein ganzes Jahr betrachtet teilen sich die Eierumsätze zu etwa einem Drittel auf Bodenhaltungs-, Freiland und konventionelle Eier auf (siehe Grafik), wobei Bodenhaltungs- und Freilandeier weiter an Bedeutung gewinnen.

Der Bereich Molkereiprodukte konnte im April 2002 als einziger Frischesektor leichte Umsatzgewinne verzeichnen. Ausschlaggebend dafür waren zu einem Gutteil die zahlreichen Innovationen, die es im Lauf des letzten Jahres v.a. im Bereich Milchmischgetränke und Streichrahm gab; deutlich höhere Umsätze (und auch Mengenzuwächse) bei Haltbarmilch (die Warengruppe Frischmilch konnte trotzdem ihren Umsatz und ihre Menge halten) sowie die von hohem Vorjahresniveau nochmals leicht gestiegenen Käseumsätze.
(ACNielsen Austria, MMag. Nikolaus Mayr)

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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