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05.09.2002

Vorarlberg. Um 6 Mio. E wird ein Käsekeller gebaut. In der Bregenzerwälder Gemeinde Lingenau entsteht in den kommenden Monaten als gemeinsames Bauvorhaben der Milch- und Käsewirtschaft ein „Bregenzerwälder Käsekeller“, an dem sich u.a. auch Rupp Käse und Alma beteiligen. Das Projekt wurde kürzlich von Agrar-Landesrat Erich Schwärzler (V) und den Protagonisten der am 08.Mai 2002 gegründete Gesellschaft „Bregenzerwälder Käsekeller GmbH“ anlässlich ihrer ersten Generalversammlung präsentiert.
Mit dem gemeinsamen Projekt Bregenzerwälder Käsekeller sei es gelungen, die Interessen von Produzenten, Vermarktern und regionalen Institutionen wie der Käse-Straße Bregenzerwald zu vereinen und damit neue Marktchancen für ein Qualitätsprodukt aus silofreier Rohmilch zu schaffen. Durch die silofrei Bewirtschaftung bleibe die Natur- und Kulturlandschaft im Bregenzerwald erhalten bleibt und die Talschaft könne sich weiterhin als Käseregion profilieren.
Platz für 30.000 Laib
Die der Gesellschaft beigetretenen Bregenzerwälder Sennereien, Vermarkter Alma, Privatkäserei Rupp Käsle, Sutterlüty und Baldauf, die Käse-Straße Bregenzerwald sowie der Alpwirtschaftsverein haben sich für die Errichtung eines Kellers am Ortseingang in Lingenau für die Reifung von über 30.000 Laib Alp- und Bergkäse entschieden. Die gemeinsame Lagerung, Reifung und Pflege der in den Dorf- und Alpsennereien erstellten silofreien Rohmilchkäse schaffe Kostenvorteile, die dem Qualitätsprodukt neue Chancen am nationalen und internationalen Markt bringen werde, wurde argumentiert.
Das in einem Architekturwettbewerb ausgeschriebene Projekt ging an den Architekten Oskar Leo Kaufmann. Er überzeugte die Fachjury und den Beirat der Bregenzerwälder Käsekeller GmbH mit seiner Darstellung eines Kellers als monolytischen Baukörper. Besonderes Augenmerk fand dabei der Präsentations- und Besuchsraum in Form eines ebenerdigen Foyers mit Blick in einen Reifungskeller. Mit Informationsveranstaltungen sollen Besucher künftig über die Käsetradition des Bregenzerwaldes informiert werden und dabei gleichzeitig bei der vollautomatischen Pflege des Käse zusehen können. Insgesamt werden sechs bis zehn Personen im Keller arbeiten. Ein Roboter für die Pflege der Käselaibe wird bis auf kurze Wartungszeiten rund um die Uhr in Betrieb sein. Im Obergeschoss befinden sich die Büroräumlichkeiten der Käsekeller Verwaltung sowie der Käse-Straße Bregenzerwald. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Kellers ist für das Frühjahr 2003 geplant.
Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über sechs Millionen Euro ist der Bregenzerwälder Käsekeller das größte gemeinsame Vorhaben in der Geschichte der Bregenzerwälder Milchwirtschaft. 30 Prozent der erforderlichen Mittel werden vom Land Vorarlberg und vom ERP Fonds gestellt. apa/red

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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