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02.10.2002

330 Mio. Kunden
NÖM/Berglandmilch. Der neue Berglandmilch-Geschäftsführer Braunsdorfer könnte vollbringen, was vielen vor ihm nicht gelungen ist, nämlich eine Zusammenarbeit zwischen Berglandmilch und Nöm.

Nöm-Chef Dkfm. Gerhard Schützner freut sich über das neue Gesprächsklima: „Wir werden alles tun, was Sinn macht.“ Schützner sieht „viele Kooperationsfelder, die bei weitem nicht in eine kapitalmäßige Verschränkung münden müssen“. Er und Dieter Bockhorn, Sprecher der oberösterreichischen Berglandmilch, sehen laut Standard in den Hauptbereichen Produktion und Logistik Synergiepotenzial. Schützner wird im Standard zitiert: „Zwischen Berglandmilch und Nöm liegen gewaltige Synergien offen. Bisher sind wir zu keinem Ergebnis mit der alten Geschäftsführung der Berglandmilch gekommen, nun haben wir die Chance eines Neubeginns.“
Italiener bringen Schwung
Bockhorn dazu: „Natürlich ist die Zusammenarbeit ein Thema. Es hätte aber in absehbarer Zeit ohnehin Gespräche gegeben. Ich bin jetzt optimistischer, dass mit der Beteiligung der Parmalat an der Nöm die Dinge etwas klarer sind.“ Wie berichtet, hat sich die italienische Großmolkerei im Juli mit 25 Prozent plus einer Aktie an der Nöm beteiligt. Die Italiener seien offen für die innerösterreichische Zusammenarbeit. Zum Hintergrund: Jahrelang haben sich die beiden Molkereien einen unerbittlichen Kampf um die Vorherrschaft auf dem Milchmarkt geliefert.
Die vielen Kooperationspapiere liegen noch immer in den Schubladen. Nach dem Abgang von Schwaiger und Tremesberger bei der Berglandmilch scheinen nun die Befürworter einer Kooperation das Heft an sich gerissen zu haben.
Die Kooperation soll in drei wichtigen Punkten erfolgen:
l Optimierung des Milcheinkaufs, die beiden Molkereien könnten etwa den kürzesten Weg bei den jeweiligen Produktionsstandorten suchen.
l Versandmilch sollte gemeinsam vermarktet werden.
l Auch Becher, Deckel und Kartonmaterial sollte man zusammen einkaufen. Zumindest 7,3 Mio. Euro könnten dadurch pro Jahr eingespart werden, schätzt Schützner.
Für Nöm kein Unbekannter
Kürzlich wurde mit Dipl.-Ing. Josef Braunsdorfer ein Mann als neuer Geschäftsführer der Berglandmilch bestellt, der mit der Nöm seit Jahren zusammenarbeitet: Als Geschäftsführer des Fruchtzubereiters Ybsias hat er gute Kontakte nach Baden, Ybsias erzielte rund 50 Prozent seines Umsatzes über die Nöm. Schützner: „Wir haben Braunshofer als einen verlässlichen Kaufmann kennen gelernt. Wir hoffen, dass all die Dinge, die in den vergangenen Jahren besprochen wurden, mit ihm abgearbeitet werden können.“
Bauernaufstand
Nicht zuletzt die gesunkenen Milchpreise sollen den beiden Berglandmilch-Chefs den Kopf gekostet haben, aber auch die unendliche Diskussion mit den Niederösterreichern habe den Unmut einiger Bauern erregt, sagen Insider. Seit 2000 wurden zudem 72 Mio. Euro in Restrukturierungen gesteckt.
Studie. Die Dokumentation „Einkaufszentren Österreich 2001/2002“ von „Standort + Markt“ (S+M) ist fertig.
Die Ergebnisse der Dokumentation in Kürze: 2002 gibt es in Österreich 131 Einkaufszentren mit mindestens 4.000 m2 vermietbarer Fläche, davon ein Factory Outlet Center (in Parndorf) sowie das Airport Shopping (im Flughafen Schwechat als „Sonderfall“). Die überwiegende Mehrheit der Einkaufszentren ist lokal wirksam, da nur 32 der 131 Zentren mehr als 20.000 m2 vermietbare Fläche aufweisen.
Das größte Einkaufszentrum Österreichs ist die SCS, die mit dem SCS Multiplex zusammen über eine vermietbare Fläche von 165.000 m2 verfügt, das kleinste in der Dokumentation erfasste Einkaufszentrum ist das WIM Center Güssing mit 4.000 m2 vermietbarer Fläche. 38 % der Einkaufszentren liegen in integrierter Lage in Geschäftsstraßen oder sonst in verbautem Gebiet, weitere 45 % in Stadtrandlage und nur 17 % an Standorten ohne Wohnbevölkerung im fußläufigen Umfeld, also in Gebieten mit überwiegend gewerblicher Nutzung oder auf der grünen Wiese.
Die 131 Einkaufszentren weisen eine vermietbare Fläche von über 2,15 Mio. m2 auf.
Der Umsatz 2001 lag bei fast 6,6 Mrd. E, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 6,7 % entspricht. Die Einkaufszentren Österreichs wurden 2001 von über 330 Mio. Menschen besucht. Dies entspricht über einer Million Besucher pro Geschäftstag.
In allen Zentren waren 2001 über 41.000 Personen beschäftigt. Die Zahl der Stellplätze liegt derzeit ohne Airport Shopping bei fast 96.000.
Die Flächenproduktivität der Einkaufszentren (= Bruttoumsatz je m2 vermietbarer Fläche) lag 2001 bei 3.050 E und ist in den letzten Jahren bedingt durch das vermehrte Hinzukommen von Fachmarkt-lastigen und diskont-orientierteren Zentren leicht gesunken. Der Marktanteil der österreichischen Einkaufszentren am österreichischen Einzelhandel beträgt nunmehr etwas über 15 %.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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