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16.10.2002

Geldregen. Die EU schießt 2,5 Mio. Euro zum heimischen Bio-Budget von 5 Mio. Euro zu. Die AMA startet eine neue Bio-Kampagne. Der Supermarkt als Kaufort wird wichtiger.

Bio ist im Vormarsch“, zeigt sich Landwirtschafts- und Umweltminister Wilhelm Molterer mit der Entwicklung des Biolandbaus in Österreich zufrieden. Bereits zwei Drittel aller Haushalte kaufen Bioprodukte, das sind um 14 % mehr als noch vor fünf Jahren. Damit in Zukunft noch mehr Konsumenten auf Bio setzen und Österreich in Europa auch weiterhin Bioland Nummer 1 bleibt, soll nun jedes Jahr am 29. September ein Bioaktionstag stattfinden, sagt Molterer, der gemeinsam mit dem Geschäftsführer der AMA Marketing, Stephan Mikinovic, und dem Obmann der ARGE Bio-Landbau, Alfons Piatti, den ersten Biotag am Sonntag, dem 29. September 2002, präsentierte.
Fällt der Rekord von 1998?
In Österreich ist jeder 10. Bauer ein Biobauer, mehr als 10 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden mittlerweile biologisch bewirtschaftet. Der leichte Rückgang an Biobetrieben in den vergangenen drei Jahren konnte wieder abgefangen werden, freut sich Molterer, der für heuer wieder mit einem Zuwachs bei den Biobauern von 600 bis 1.000 Betrieben rechnet. Laut ARGE Bio-Landbau gab es 2001 in Österreich 18.292 Bio-Betriebe. Der Höhepunkt wurde 1998 mit 20.316 Bio-Betrieben erreicht.
Damit dieser positive Trend anhält, müsse das Bio-Aktionsprogramm weiter umgesetzt und ein stärkerer Schwerpunkt in der Öffentlichkeitsarbeit gesetzt werden, betont der Minister. Neben dem Bioaktionstag startet die Agrarmarkt Austria Marketing eine Bio-Offensive mit der neuen Bio-Werbekampagne unter dem Slogan „Bio – für mein Leben gern“, für die ein Budget von 2,2 Mio. Euro dotiert ist.
Insgesamt steht der AMA laut Mikinovic für die Bio-Marketing-Initiative ein Budget von 5 Mio. Euro – die Hälfte davon von der EU – für die nächsten drei Jahre zur Verfügung. Ziel sei es, Biokonsumenten noch stärker zu informieren und aufzuklären sowie neben den Großküchen künftig Ärzte und Schulen als neue Zielgruppen anzusprechen.
Gekauft werden Bioprodukte in Österreich immer häufiger im Supermarkt. Die Bedeutung des Ab-Hof-Verkaufes und der Bioläden sei dagegen rückläufig, beschreibt Molterer die aktuelle Marktlage. Jeder Supermarkt in Österreich (einschließlich Hofer, Handelszeitung hat berichtet) hat laut AMA eine eigene Biolinie – eine Sonderstellung in Europa. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, sei es notwendig, dem Konsumenten „Sicherheit und Vertrauen“ in Bioprodukte zu vermitteln, so Mikinovic.
Die Rahmenbedingungen dafür sollen mit dem Bio-Kompetenzzentrum in der ARGE Bio-Landbau geschaffen werden, war sich das Podium einig. Damit soll auch im nachgelagerten Bereich – also im Handel und in der Vermarktung – eine effiziente und sichere Kontrolle gewährleistet werden. Es soll als Drehscheibe für den Biolandbau, zentraler Ansprechpartner der Ministerien, der Ernährungsagentur, der EU-Kommission, der AMA und der bäuerlichen Interessensvertreter dienen, erklärte Molterer. Derzeit befinde man sich aber erst in der „Andenkphase“, bis Mitte Dezember soll ein „Rohkonzept samt Grobbudget“ vorgelegt werden.
Derzeit in Diskussion unter den Bioverbänden sei zudem ein übergeordnetes gemeinsames Biozeichen. Auf Grund der Vielzahl an Biozeichen am Markt seien die Konsumenten meist verwirrt, gibt Piatti zu. Auch die Vermarktung von Bioprodukten könnte mit nur einem Zeichen gebündelt werden. Andererseits wollen viele Biobetriebe ihre Identität nicht aufgeben, räumte Piatti, der selbst Biobauer ist, ein. red/apa

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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