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18.02.2003

Online-Ausgaben gestiegenMade in Austria ist in Deutschland gefragt
Pfandsystem. Beim Aufbau eines bundesweit einheitlichen Rücknahmesystems für pfandpflichtige Dosen und Plastikflaschen ist in Deutschland eine weitere Vorentscheidung gefallen. Sachverständige aus Handel und Industrie haben sich im Grundsatz über verbindliche Sicherheitsmerkmale bei Einwegverpackungen verständigt. Nach Empfehlung der Experten soll jede pfandpflichtige Dose und Plastikflasche mehrere Sicherheitsmerkmale besitzen.
Automatisch geprüft werden soll die Verpackungsform, das Gewicht, der Strichcode, eine unter UV-Licht sichtbare Farbmarkierung und eine Prägung am Dosendeckel. Seit Jahresanfang muss für die meisten Getränkedosen und Plastikflaschen ein Pfand von 25 bis 50 Cent gezahlt werden. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 15 Milliarden Einwegverpackungen verkauft. Bundesweit müssen nach Branchenangaben mehr als 40.000 Rücknahmeautomaten aufgestellt werden. Dies wird dem Handel bis zu 2,5 Milliarden Euro kosten, Nutznießer sind die Produzenten der Rücknahmeautomaten. Red Bull hat in Deutschland bereits 40 Prozent seiner Kunden verloren.
Trotz der abflauenden Internet-Euphorie und eines insgesamt schrumpfenden Werbemarkts im vergangenen Jahr sind die Ausgaben für Online-Werbung in Deutschland einer Studie zufolge deutlich gestiegen. Von Jänner bis Dezember 2002 seien für Werbung im Internet 255,9 Mio. Euro ausgegeben worden, teilte ACNielsen mit.
Dies entspricht einem Plus von
20,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Die Werbeinvestitionen in klassische Medien wie Fernsehen, Print und Radio seien gegenüber 2001 jedoch um 4,4 % auf rund 16,4 Mrd. Euro zurück gegangen. Am meisten hätten Dienstleistungsfirmen in das Online-Marketing investiert, gefolgt von Ausbildungs- und Medienunternehmen, dem Handel und Versand, Finanzdienstleistern sowie Telekommunikationsfirmen.
Insgesamt machten die Internet-Ausgaben 1,5 % der gesamten Werbeinvestitionen aus.
Die Entwicklung des Werbemarkts für klassische Medien ist nach den Worten des Geschäftsführers von Nielsen Media Research, Ludger Vornhusen, noch nicht genau absehbar. Zwar habe sich der Rückgang der Werbeausgaben in den klassischen Medien im Dezember erstmals seit 24 Monaten im Vergleich zum Vorjahresmonat nicht fortgesetzt.
„Allerdings wird sich erst im Frühjahr 2003 herausstellen, ob sich daraus ein stabiler Trend entwickeln wird.“
Schmankerl. Agrarexporte sind 2002 um 9 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro gestiegen. Importe erstmals rückläufig. Österreich punktet mit Innovationen.

Lebensmittel Made in Austria haben sich in Deutschland in den vergangenen Jahren zum Exportschlager entwickelt. Seit dem EU-Betritt steigen die heimischen Lieferungen jedes Jahr weiter und haben 2002 hochgerechnet von den ersten drei Quartalen um 9 % zugelegt und sind bei einem Wert von 1,45 Mrd. Euro gelandet – nach 1,32 Mrd. Euro 2001 und 500.000 Euro 1995. „Damit haben sich Österreichs Exporte seit dem EU-Beitritt wertmäßig verdreifacht und mengenmäßig verdoppelt“, so Stephan Mikinovic, Geschäftsführer der Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH am Donnerstag im Vorfeld der Grünen Woche in Berlin. Die Agrarimporte aus Deutschland haben jedoch ihren Aufwärtstrend gebrochen und sind erstmals gesunken – von 1,96 auf 1,92 Mrd. Euro.
Nummer 1
„Der deutsche Markt ist für Österreich nach wie vor die Nummer eins“, so Mikinovic weiter. Ein Drittel der heimischen Agrarexporte geht nach Deutschland, ein Fünftel nach Italien. Exportschlager gemessen am Anteil sind neben Getränken auch Backwaren und Molkereiprodukte aus Österreich.
Besonders erfreulich für die heimischen Agrarexporte stellt sich der boomende Käseexport dar: „Der Käsemarkt ist bis jetzt von Krisen verschont geblieben“, so Mikinovic. Dass im Jahr 2002 erneut um 25 % mehr Käse exportiert werden konnte als im Vorjahr, sei ein sicheres Zei-
chen für die hohe Qualität. In den deutschen Käsetheken nimmt Österreich mit 31.000 Tonnen die fünfte Stelle ein, nach Hol-land (189.000 t), Frankreich (121.000 t), Dänemark (85.000 t) und Italien (33.000 t).

„Unser Ziel ist es, im nächsten Jahr Italien überholt zu haben,“ gibt der AMA-Marketing-Chef den Weg vor. Der Lieferwert ist 2002 um 17 % auf knapp 110 Mio. Euro gestiegen, nachdem er im Vorjahr um 34 % auf 94 Mio. Euro zugelegt hatte. Österreich liefert die Hälfte des Produktionsvolumens an Käse nach Deutschland und punktet vor allem mit Innovationen, so Mikinovic.
Unter den einzelnen Produktgruppen bei den Ausfuhren Österreichs nach Deutschland machen Molkereiprodukte mengenmäßig ein Viertel aus aus. Der Export von Milchprodukten exklusive Käse konnte heuer um fast 19 % auf 175 Mio. Euro zulegen, während die Importe von 85,8 auf 74,3 Mio. Euro sanken (minus 13 Prozent).
Bei Fleisch zeigt sich ein differenziertes Bild. Die Exporte von Rindfleisch nach Deutschland erreichen für das hochgerechnete Jahr 2002 einen Tiefstwert von 7,5 Mio. Euro, während sie im Jahr davor noch bei knapp 15 Mio. Euro gelegen sind.
Die Importe sind dagegen bereits im Jahr 2001 um fast die Hälfte auf 16 Mio. Euro gefallen und liegen nun bei 17,4 Mio. Euro. Die Gründe dafür liegen laut AMA vermutlich darin, dass seit der BSE-Krise und damit dem Aufbau nationaler Kennzeichnungssysteme quasi eine Renationalisierung der Rindfleischmärkte stattfindet und der Außenhandel mit Rindfleisch generell stark zurückgeht.

Schweinefleisch verliert ebenfalls wertmäßig im Export wie auch im Import, hierfür seien vorrangig fallende Preise verantwortlich. Aufgrund des starken Angebots am Inlandsmarkt komme es dennoch mengenmäßig zu steigenden Exporten. Für das Jahr 2002 ergibt die Hochrechnung eine Exportsteigerung um 40 % auf 22.000 Tonnen, während die Importe mit knapp 58.000 Tonnen stabil bleiben. Sehr erfreulich entwickeln sich die Exporte von Wurstwaren nach Deutschland, die seit dem Jahr 1995 wertmäßig um das 12-fache auf nunmehr 31 Mio. Euro gesteigert werden konnten. Erfreulich ist die Entwicklung auch für Gemüse und Gemüsezubereitungen.
Um die Position Österreichs in Deutschland noch weiter auszubauen, plant die AMA auch heuer so genannte „Österreich-Wochen“ im deutschen Lebensmittelhandel. Eröffnet wird der Präsentationsreigen österreichischer Köstlichkeiten in den 85 Supermärkten des Berliner Traditionsunternehmens Otto Reichelt.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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