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Aktuelle Story

17.04.2003

„80 Quadratmeter sind zuwenig“10 Jahre sammeln und verwerten
Im Dezember 2000 gingen wir online. Der Launch der Website www.lebensmittelhandel.at war eine spannende Sache für die Redaktion, den Verlag und die Kunden und demnach User. Abwarten wollten wir und sehen, wie sich die Website für den Lebensmittelhandel und die Industrie im Laufe der Monate so entwickelt.

Dann kam die Überraschung: Wir wurden von Neugierigen regelrecht gestürmt und können im Jahr 2002 auf eine Zugriffsrate von 93.000 Besucher verweisen. Diese 93.000 Besucher schauten sich 325.000 Seiten an.
Ein Jahr zuvor noch hatte www.lebensmittelhandel.at – oder wie wir heute heißen www.handelszeitung.at – 64.000 Besucher, die auf 180.000 Seiten zugriffen.
Um den Erfolg in Zahlen und Prozenten auszusprechen: Die Website der LK-Handelszeitung erlebte von 2001 auf 2002 eine Steigerung seiner besucher um 45 Prozent und sogar eine Steigerung der besuchten Seiten um 80 Prozent! Das kann sich sehen lassen!

Umso wichtiger ist es, die Bedeutung des Internets in der Fachmedienbranche nicht zu unterschätzen. Hier steht schnelle, geballte und spezifische Information, die man jederzeit abrufen kann. Hintergundinfo und Anlaufstellen sind ebenso präsent, wie Warenkunde und Marktberichte.

Für den Online-Bereich zuständig ist Simon Drabosenig (s.drabosenig@wirtschaftsverlag.at), der sich gerne um Ihre Anliegen kümmert.
Gewerbeordnung. Billa-Chef Wolfgang Wimmer fordert größere Verkaufsflächen für Bahnhofs-Filialen sowie längere Wochenöffnungszeiten im Lebensmittelhandel.

Sollte die im Entwurf zum neuen Öffnungszeitengesetz vorgesehene Beschränkung für Bahnhofs- und Flughafengeschäfte auf 80 Quadratmeter kommen, würde Billa seine Filialen am Franz-Josef-Bahnhof (900 m2), am Praterstern (580 m2) und am Flughafen Wien-Schwechat künftig am Sonntag nicht mehr aufsperren.
„Die Menschen wollen Auswahl, auch wenn sie Reiseproviant einkaufen, und die kann man auf 80 m2 nicht bieten. Unter diesen Umständen zahlt sich das Aufsperren nicht mehr aus“, sagte der Vorstand der Billa AG, Wolfgang Wimmer.
„Wäre eine Katastrophe“
In der geplanten Novelle der Ladenzeiten im Handel entfällt zwar für Geschäfte an Bahnhöfen, Flugplätzen und Schiffsanlegestellen der umstrittene Begriff „Reiseproviant“, im Gegenzug soll jedoch außerhalb der generellen Öffnungszeiten, also vor allem in den Nachtstunden sowie an Sonn- und Feiertagen die Geschäftsfläche auf 80 m2 beschränkt sein.
„Das wäre eine Katastrophe, dann müssten wir künftig alles bis auf 80 m2 absperren“, ärgert sich Wimmer. Bisher musste am Sonntag in den Bahnhofs-Märkten alles, was nicht als „Reisproviant“ gilt – Mehl, Eier, Gewürze etc. –, hinter Gitter gesperrt werden. Eine Ausnahme gab es am Flughafen Wien-Schwechat, wo wegen der Schichtzeiten der Belegschaft das gesamte Sortiment erhältlich war. „Die werden sich besonders freuen“, meinte Wimmer.
Weiteren Sprengstoff könnte auch der Zusatz im Gesetz bergen, wonach als Bahnhofsgeschäfte künftig nur solche gelten, die „ausschließlich durch die betreffende Verkehrseinrichtung zugänglich ist“. Bisher galt etwa auch die Amadeus-Filiale in Wien-Mitte als Bahnhofsgeschäft und durfte daher – zumindest den Bereich Bücher – auch am Sonntag aufsperren.
Der Billa-Chef kritisierte auch das Festhalten an der maximalen Wochenöffnungszeit von 66 Stunden, mit der Möglichkeit, dass Landeshauptleute sie auf bis zu 72 Stunden ausweiten. Die Wünsche von Billa in dieser Hinsicht seien hinlänglich bekannt. „Schauen wir doch um Gottes Willen über die Grenzen“, so Wimmer. Mit 66 Stunden sei Österreich Schlusslicht in Europa. Sogar die rot-grüne Regierung in Deutschland habe mittlerweile 80 Stunden beschlossen, und in den östlichen Nachbarländern gebe es kaum Beschränkungen. Vor den dieses Jahr anstehenden Landtagswahlen rechnet er mit keiner Bewegung in den Bundesländern. Dann hoffe er, dass zumindest in den Grenzgebieten andere Öffnungszeiten verordnet werden.
Pro & Contra. Altstoff Recycling Austria (ARA) zieht positive 10-Jahres-Bilanz, Arbeiterkammer kritisiert das System.

Der österreichische Müllverwerter Altstoff Recycling Austria (ARA) hat kürzlich Bilanz über seine inzwischen zehnjährige Tätigkeit gezogen. Seit 17. März 1993 organisiert das Wiener Non Profit-Unternehmen die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verpackungsabfall. Seither wurden mehr als sechs Millionen Tonnen Müll gesammelt. Das entspricht einer Menge, die 20 mittlere Deponien gefüllt hätte, teilte die ARA mit. Die Arbeiterkammer (AK) nahm das Jubiläum zum Anlass, das Sammel- und Verwertungssystem „als teuer für die Konsumenten und ökologisch zweifelhaft“ zu kritisieren.
„Monopol ohne Kontrolle“
„Zehn Jahre ARA sind zehn Jahre teure und ökologisch fragwürdige Kunststoffsammlung, freiwillige Vereinbarungen der Wirtschaft statt Abfallvermeidung und zehn Jahre privates Monopol ohne öffentliche Kontrolle“, betonte AK-Umweltexperte Werner Hochreiter in einer Aussendung. „Die Folge: Einweg boomt – die Mistkübel gehen über.“
Für die Konsumenten bedeute ARA, dass sie für die Finanzierung des Systems im Geschäft einen beträchtlichen Aufschlag zahlen müssen – pro Haushalt jährlich rund 60 Euro. Für die Umwelt, meint die AK, hätte man das Geld sinnvoller einsetzen können. Nur ein Viertel der gesammelten Kunststoffverpackungsabfälle werde stofflich verwertet. Die AK fordert daher ein Pfand oder eine Abgabe auf Getränkeeinweggebinde, mehr Wettbewerb bei Sammel- und Versorgungssystemen und eine „wirksame Kontrolle im Interesse der Konsumenten“.

„Expansive Wirkung auf die Wirtschaft“
Aus ökonomischer Sicht bescheinigt eine von der ARA in Auftrag gegebene Studie des Instituts für Höhere Studien Kärnten (IHSK) dem ARA-System „expansive Wirkung auf die Gesamtwirtschaft“. Die gesamte Wertschöpfung hat das IHSK mit rund 219 Mio. Euro errechnet, den Effekt für die Gesamtbeschäftigung mit 4.812 Arbeitsplätzen (Vollzeit), den jährlichen Kaufkrafteffekt mit rund 334 Mio. Euro. und den fiskalischen Effekt mit 21 Mio. Euro.

13.000 Lizenznehmer
Nach Angaben der ARA lizenzieren heute mehr als 13.000 Firmen ihre Verpackungsmengen. Die Wirtschaft sei bei den Lizenzierungskosten durch Einsparungen bisher mit insgesamt 108,3 Mio. Euro entlastet worden, gab die ARA anlässlich ihres Zehn-Jahres-Jubiläums bekannt. Habe ein Lizenzpartner 1995 im Schnitt 310 Euro pro Tonne zahlen müssen, lägen die für heuer erwarteten Kosten mit 170 Euro bei rund der Hälfte. Die Zahl der Sammelbehälter stieg seit dem Gründungsjahr 1993 um mehr als 50 Prozent auf gut eine Million Behälter für die Sammlung.

Gelber Sack für Haushalte
Zudem bietet das ARA-System über 1,1 Millionen Haushalten den gelben Sack für die Sammlung von Leichtverpackungen an. Bei den durchschnittlichen Sammelmengen pro Kopf und Nase liegt Österreich laut ARA im europäischen Spitzenfeld: Waren 1994 rund 81 kg pro Kopf und Nase gesammelt worden, lag dieser Wert 2002 bereits bei 104 kg.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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