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Aktuelle Story

15.07.2003

Einkauf ist zu teuerIn der Zielgeraden
Studie. Einige überregionale „Hot Spots“ des Einzelhandels werden weiter deutlich zulegen.

Die von RegioPlan Consulting durchgeführte Analyse zur räumlichen Konzentration der Einzelhandelsumsätze zeigt klar: Die Top Handelsagglomerationen Österreichs sind weiter im Vormarsch. Derzeit binden die 28 untersuchten Cluster rund 19,4 Mrd. E des Einzelhandelsumsatzes, im Jahr 2010 werden sie knapp 20 Mrd. E binden, unabhängig von der allgemeinen Umsatzentwicklung des gesamtösterreichischen Einzelhandels. Entscheidend für diese Verlagerung sind zusätzliche Verkaufsflächen in bestehenden Agglomerationen sowie die Erweiterung des hochrangigen Verkehrsnetzes, was deutlich vergrößerte Einzugsgebiete zur Folge hat.

In innenstädtischen Lagen einiger Landes- und Bezirkshauptstädte existieren bemerkenswerte großflächige Projekte. So werden etwa die Städte Leoben (City Center), Klagenfurt (City Arkaden), Amstetten (SCA), Wien Favoritenstraße oder Wien Landstraße (EKZ Wien Mitte) mittelfristig mehr Kaufkraft als bisher binden.
Manche Handelscluster werden aufgrund der massiven Ausbaupläne der Konkurrenzstandorte mit signifikanten Umsatzrückgängen zu rechnen haben, wie z. B. der Zentrumsbereich von Graz, Salzburg-Umgebung oder Eisenstadt Zentrum.
Generell wird sich das Angebot von Gütern des mittel- und langfristigen Bedarfs wie etwa Möbel und Baumarktartikel stärker in den großen Agglomerationen konzentrieren als Güter des kurzfristigen Bedarfs (wie Lebensmittelhandel oder Drogeriemärkte), da Einkäufe des kurzfristigen Bedarfs zumeist in der Nähe des Wohnortes gemacht werden.
AK. „EU-Preise sind in Österreich noch immer nicht Realität.“

Einkaufen ist in Österreich nach achteinhalb Jahren EU-Mitgliedschaft noch immer weit teurer als in Deutschland“, klagt Arbeiterkammer-Konsumentenschützer Harald Glatz. Für ein und die selben Waren zahlten heimische Konsumenten um ein Viertel mehr als ihre deutschen Nachbarn. Laut Arbeiterkammer (AK) kosten vergleichbare Produkte beispielsweise bei Hofer Österreich durchschnittlich 25 Prozent mehr als bei Aldi in Deutschland. „Die eklatanten Preisunterschiede lassen sich auch nicht mit den unterschiedlichen Steuersätzen, Lohn- oder Transportkosten argumentieren“, so Glatz. Steuerbereinigt verlange Hofer immer noch um 22 Prozent mehr als Aldi.
Auch bei Elektrohändlern lägen die österreichischen Preise im Schnitt rund 11 Prozent über den deutschen, ergab ein in der Vorwoche veröffentlichter AK-Preisvergleich von 280 Produkten bei Hofer/Aldi, Lidl, Saturn und Media Markt. Für die AK sind die teils großen Preisunterschiede „ungerechtfertigt und unverständlich“. Sie fordert deshalb vom Handel, die niedrigen Einkaufspreise auch an die heimischen Konsumenten weiterzugeben. „Preissünder bringen es sogar auf bis zu 90 Prozent Preisunterschied“, kritisiert die AK. So kostet das Gulasch-Fixprodukt „Lachende Köchin“ bei Hofer Österreich 55 Cent, während man das gleiche Produkt bei Aldi in Deutschland schon für 29 Cent bekommt. Aber auch der Elektrohändler Saturn schlägt in Österreich kräftig auf – um bis zu 60 Prozent. Das PC-Spiel „Age of Mythology“ geht in Deutschland für 44 und in Österreich für 69,90 Euro über den Ladentisch.

Rund achteinhalb Jahre nach dem EU-Beitritt Österreichs seien „in Österreich EU-Preise anscheinend noch immer nicht Realität“, resümiert Glatz. Mit der unterschiedlichen Mehrwertsteuer in Österreich und Deutschland (Deutschland 7 und 16 Prozent, Österreich 10 und 20 Prozent) lasse sich die Preiskluft keinesfalls begründen.
Ladenschluss. Die Entscheidung fällt noch vor der Sommerpause.

Die aktuelle politische Diskussion über das neue Pensionsrecht hat eine Verschiebung der parlamentarischen Behandlung des neuen Öffnungszeitenrechts mit sich gebracht. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass die neuen bundesgesetzlichen Regeln vor der Sommerpause des Nationalrates beschlossen und im Laufe des Sommers in Kraft treten werden.
Die Landeshauptmänner werden es in der Hand haben, durch Verordnung die zulässigen Öffnungszeiten festzulegen. Die maximale Offenhaltezeit von Montag bis Samstag wird 66 Stunden betragen, die vom Landeshauptmann auf 72 Stunden erweitert werden kann. Erlässt der Landeshauptmann keine Verordnung, so wird es für den einzelnen Handelsbetrieb möglich sein, von Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 5:00 Uhr und 21:00 Uhr und am Samstag zwischen 5:00 Uhr und 18:00 Uhr maximal 66 Stunden offenzuhalten.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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