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03.09.2003

Großhandel: + 1,7 %100 Millionen mehr
Die Online-Werbung bleibt nach wie vor die wichtigste Einnahmequelle im Internet. Inhalte, für die bezahlt werden muss, setzen sich nur schwer durch. In seinem aktuellen Themenreport „Online-Medien 1998–2007“ rechnet der Schweizer Marktforscher Prognos mit einer Verdoppelung der Werbeausgaben im Internet bis zum Jahr 2007. Mit kostenpflichtigen Inhalten sei hingegen nur in Einzelfällen Geld zu verdienen. Ein Ende der Kultur der kostenlosen Internet-Nutzung sei nach wie vor in weiter Ferne.
„Wer unüberlegt Inhalte kosten-pflichtig macht, riskiert einen Einbruch bei den Visits und manövriert sich im schlimmsten Fall aus dem Werbemarkt“, erläutert Josef Trappel, Autor des Reports. Bis 2007 werden „kaum mehr als zehn Prozent“ der Gesamtumsätze im Internet mit Paid-Content erwirtschaftet. Kostenpflichtige Angebote müssten daher bestimmte Anforderungen erfüllen, um zu funktionieren. Trappel nennt derer vier: Der Inhalt muss stimmen, d.h. es muss ein für den Kunden wahrnehmbarer Zusatznutzen als Zahlungsgrund vorhanden sein. Zweitens muss die Benutzerfreundlichkeit einwandfrei und auf die Bedürfnisse der User ausgerichtet sein. Die Bezahlsysteme müssen einfach zu bedienen sein, zudem sollte es mehrere Auswahlmöglichkeiten geben. Und viertens wäre ein Geschäftsmodell empfehlenswert, vor allem eines, das flexibel ist und Paid-Content als eigenes Marktsegment neben der Werbefinanzierung betrachtet.
Statistik. Gegenüber dem Mai 2002 hat der heimische Großhandel seine Preise um 0,4 % angehoben.

Die Großhandelspreise sind im Juni 2003 gegenüber dem Vormonat nach vorläufigen Zahlen um 0,4 % gestiegen. Im Jahresvergleich erhöhten sich die Preise um 1,7 %, teilt die Statistik Austria mit. Im Mai 2003 hatte die Jahresveränderungsrate + 0,6 Prozent betragen.

Wesentliche Verteuerungen gegenüber dem Vormonat gab es im Juni vor allem bei Obst und Gemüse (+ 11,2 Prozent), sonstigen Mineralölprodukten (+ 2,6 Prozent) sowie Fleisch, Geflügel und Wild (+ 1,3 Prozent). Verbilligt haben sich dagegen insbesondere Altmaterial/Reststoffe (- 20,2 Prozent), Kunstharze/Rohkunststoffe (- 7,1 Prozent) sowie Blumen und Pflanzen (- 3,0 Prozent).

Zu den stärksten Preissteigerungen kam es im Jahresvergleich bei Obst und Gemüse (+ 32,0 Prozent), bei sonstigen technischen Chemikalien (+ 15,3 Prozent) sowie Eisen und Stahl (+ 8,2 Prozent), während sich vor allem bei Kunstharzen/Rohkunststoffen (- 12,6 Prozent), Nichteisen-Metallen (- 8,0 Prozent) sowie Häuten, Fellen und Leder (- 7,7 Prozent) die stärksten Verbilligungen ergaben.
Ladenöffnung: Nur geringfügige Auswirkungen auf Kaufkraftverschiebung, Arbeitsmarkt und Handelsstruktur.

Das neue Ladenöffnungsgesetz, das unter anderem einen geringfügig längeren Einkauf am Samstagnachmittag ermöglicht, wird dem heimischen Handel einen Mehrumsatz von rund 80 bis 100 Millionen Euro pro Jahr oder 0,2 Prozent des Einzelhandelsumsatzes bringen, schätzt das Marktforschungsinstitut RegioPlan in einer ersten Analyse. Im selben Ausmaß werden im Handel auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Das neue Ladenöffnungszeitgesetz wurde vom Nationalrat beschlossen und tritt ab August in Kraft.
Vorteile bringe das Gesetz Handelsunternehmen, die in den Grenzregionen zu den östlichen Nachbarländern liegen. Die an Österreich angrenzenden osteuropäischen Länder verfügen über deutlich liberalere Öffnungszeiten. Jede Liberalisierungsmaßnahme verringere den Vorteil der östlichen Nachbarstaaten gegenüber der österreichischen Grenzregion und bremse daher den generell stärker werdenden Kaufabfluss, so RegioPlan.

Die letzte Liberalisierung der Öffnungszeiten (Samstagnachmittag) habe wesentliche regionale Kaufkraftverschiebungen zu Gunsten der großen Einkaufsstraßen und Einkaufszentren gebracht. Kaufleute in kleineren Einkaufszonen, die Samstagnachmittag nicht geöffnet hatten, mussten entsprechende Umsatzrückgänge hinnehmen. Ein ähnlicher Effekt sei nun zu erwarten, allerdings in weit geringerem Ausmaß, da es sich jetzt nur um eine Verlängerung um 1 Stunde am Samstagnachmittag handle, schätzt RegioPlan.
Für viele Nahversorgungsstandorte seien die längeren Öffnungszeiten vor allem abends relevant und können den Kundenbedürfnissen dadurch besser entsprechen. Für diese Unternehmen verbessern sich die Chancen, eine Nische zu finden und sich so von den Handelsriesen zu differenzieren.
Für RegioPlan-Chef Wolfgang Richter werde diese „sehr kleine Liberalisierung der Öffnungszeiten auch nur sehr geringfügige Auswirkungen auf die Kaufkraftverschiebungen, auf den Arbeitsmarkt oder die Handelsstruktur Österreichs“ haben.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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