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15.09.2004

Adeg Österreich. Die Zukunft der Adeg wird sich am 30. September 2004 weisen. An diesem Tag entscheidet der Aufsichtsrat über eine eventuelle Namensänderung für die großen Geschäfte.

Ob eine Veränderung bei der Adeg in Österreich ins Haus steht, darüber werden wenig Worte verloren. Noch. Denn am 30. September wird im Aufsichtsrat entschieden, ob mehr als 300 Adeg Geschäfte in Österreich mit über 400 m2 künftig unter dem Namen Edeka laufen sollen.

Derzeit gibt es rund 835 Adeg-Geschäfte in Österreich, davon haben rund 500 unter 400 m2 Verkaufsfläche, der Rest mehr. In diesem Jahr sollen noch 14 Outlets neu eröffnet werden (davon 6 Kaufleute), also insgesamt heuer 17. Zwei Märkte in Vorarlberg wurden geschlossen.

Für Vorstandsdirektor Roland Stübing sind alle Wege offen. Ob Adeg oder Edeka, die Kaufleute sind seiner Meinung nach strukturell gut unterwegs.

LK-Handelszeitung: Eine unlängst erschienene Studie über das Image von Lebensmittelketten in Österreich räumt der Adeg einen guten Platz ein.
Stübing: In der Vergangenheit lagen wir auf Platz 10, das war schon schlecht. Nun sind wir auf Platz 6 gerückt. Das ist eine gute Leistung, die auf mehrere Maßnahmen zurückzuführen ist. Wir haben viele Geschäfte von Kaufleuten revitalisiert, Ende 2003 wieder mit Radiowerbung begonnen, das Flugblatt verbessert und auf dem Terrain „50+“ viel gewonnen. Vor allem aber können wir den Erfolg auf unsere Kaufleute zurückführen, die sehr nah am Kunden sind.
Was ist ihr Ziel?
Ziel ist es, noch einen Platz nach oben zu rücken.
Welche Rolle spielt das Sortiment bei der Verbesserung des Imagefaktors?
Ich glaube auch, dass es mit dem Sortiment etwas zu tun hat, aber auch mit den zuvor erwähnten Maßnahmen. Die Adeg bekennt sich zu österreichen Produkten und wird immer österreichische Produkte führen. Regionalität ist sehr wichtig. Natürlich werden Diskontmarken immer beliebter. Sie gewinnen auch in unserem Sortiment immer mehr an Bedeutung.
Wie würden Sie das Verhältnis zu Ihren Industriepartnern beschreiben?
Ich für meine Person würde sagen: „Hart, aber herzlich“, allerdings möchte ich betonen, dass für den Einkauf mein Kollege Hubert Pfenninger zuständig ist. (Dir. Hubert Pfenninger dazu am Telefon: ich würde das Verhältnis folgendermaßen beschreiben: Wir haben untereinander eine Härte, die erforderlich ist, aber auf einer sehr fairen Basis.)
In Deutschland hat man unlängst in einer Quizshow kolportiert, dass Sie mit den 50+ Märkten in Österreich rund 20 % Umsatzplus erreicht haben. Ist das richtig?
20 % sind es sicher nicht, aber wir fahren sehr gut mit diesem Konzept. Deshalb werden wir möglicherweise noch zwei neue „50 + Märkte“ in Österreich eröffnen. Nach genauer Prüfung wird es eventuell einen Markt in Wien und einen in Graz geben.
Wie würden Sie die Stellung des Kaufmanns in der heutigen Zeit beschreiben?
Ich sehe eine große Chance für den Kaufmann. Durch den Bereich Frische und seine hochwertigen Sortimente kann er – flankierend zum Diskontersortiment – profitieren. Im Discountbereich weiß der Konsument, was ihn erwartet, hier besteht die Chance für den Lebensmitteleinzelhandel und vor allem den Kaufmann sich abzuheben.

Vielen Dank für das Gespräch.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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