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28.10.2004

RegioPlan sieht weiterhin Flächenzuwachs trotz stagnierender Umsätze. Die Expertenmeinung: Steigende Verkaufsflächen trotz sinkender Outletzahlen.

In den meisten Einzelhandelsbranchen nehmen die zur Verfügung stehenden Verkaufsflächen zu, während die Anzahl der Outlets drastisch abnimmt. Besonders deutlich ist diese Entwicklung im Bekleidungshandel ( - 1.320 Standorte seit 1998), in der Drogerie- Parfümeriebranche (- 76 Standorte seit 1998) und auch im Lebensmittelhandel (- 780 Standorte seit 1998) anzutreffen.
Egal, ob es sich um Geschäftslokale in Einkaufszentren, Fachmarktzentren oder Geschäftsstraßen handelt: Nur jene Standorte die hohe Passantenfrequenzen aufweisen, werden von Handelsunternehmen nachgefragt.
Standorte in Randlagen („Sackgassen“ in Einkaufszentren, unattraktive Fachmarktzentren, Seitenstraßen bei bedeutsamen Geschäftsstraßen) werden immer schwieriger zu vermieten.

Alle wollen das Gleiche
Die einzelnen Marktteilnehmer der einzelnen Branchen sind sich in ihren Standortanforderungen aber oft sehr ähnlich. Beispielsweise werden Verkaufsräumlichkeiten mit großer Schaufensterfront, 150 bis 250 m2 Verkaufsfläche, möglichst quadratische Abmaße, nicht auf mehrere Stockwerke aufgeteilt und hoher Passantenfrequenz besonders stark nachgefragt.
Trotz Umsatzstagnation sind in Österreichs Einzelhandel steigende Verkaufsflächen anzutreffen. Die Umsätze pro m2 Verkaufsfläche sinken, dies wird langfristig die Reduktion der Standortanzahl zur Folge haben.
„Handelsruinen“
Oft wird argumentiert, dass Österreich somit in wenigen Jahren von Handelsruinen übersät sein wird. Aus objektiver Sicht können diese Befürchtungen aber zerstreut werden, da sie aus vielerlei Gründen zu Unrecht bestehen. Auch die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass Handelsstandorte ohne realistischem Nachnutzungskonzept in der Regel zum Abriss frei gegeben werden.

In gut funktionierenden Einkaufszonen (etwa Top-Einkaufs-zentren sowie gute Geschäftsstraßen) stehen oft nur „ausnahmsweise“ bzw. vorübergehend Geschäftslokale leer. Die Nachfrage nach 1-A-Standorten übertrifft das verfügbare Angebot bei weitem. Hat sich ein Handelsstandort als geeignet erwiesen, werden von den Handelsketten auch relativ hohe Mietpreisen bezahlt (etwa Kärntner Straße Wien ca. 100 bis 200 E/m2, Mariahilfer Straße Wien 50 bis 100 E /m2).
Das neue Konsumentenverhalten erfordert eine klare Positionierung des Unternehmens und ermöglicht auch neue Betriebstypen wie etwa Flagshipstores.
Erachtet ein Unternehmen einen Standort als optimales Mittel zum Imagetransport, stellt sich die Frage nach der Mietpreishöhe – innerhalb gewisser Grenzen – nicht.

Mehrere Knackpunkte
Damit potenzielle Kunden zu Käufern werden, muss ein höchst komplexes Konstrukt aus Produkt, Preis, Erreichbarkeit, Zeitpunkt, Einkaufssituation, Emotionen, Atmosphäre etc. perfekt abgestimmt sein.
Die großen Einzelhandelsketten betreiben enormen Aufwand in Ihren Filialen und haben erkannt, dass diese Bemühungen in Nebenlagen und schlechten Standorten eindeutig weniger Erfolg nach sich ziehen als in Top-Lagen. Filialisten wandern ab, Einzelunternehmer begeben sich in den Ruhestand – zurück bleiben Geschäftslokale, denen nur durch glückliches Zusammentreffen mehrerer Faktoren wieder Leben eingehaucht werden kann.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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