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24.11.2004

RollAMA. Der Fleischmarkt ist auf Wachstumskurs, Milchinnovationen boomen, die Lust auf fruchtige Molkedrinks und schnittige Käsevariationen ist ungebrochen.

Diese Tendenzen zeigen sich bei der jüngsten RollAMA Haushaltspanel-Auswertung des 2. Trimesters 2004. Im 2. Trimester, das von Mai bis August geht, werden im Vergleich zum 1. und 3. Trimester in jedem Jahr generell am wenigsten Frischwaren eingekauft. Besonders drastisch war dieser Einbruch im Sommertrimester des Vorjahres. Aufgrund der ungewöhnlich langen Hitzeperioden ging dieser Zeitraum als Jahrhundertsommer in die Geschichte ein. Das wirkte sich auch auf die Einkäufe aus. Alle Produkte, die einer Zubereitung bedürfen bzw. schnell verderben, wie zum Beispiel Fleisch, verkauften sich nur schlecht.
Der Sommer 2004 hingegen weckte zwar weniger Badefreuden, dafür umso mehr Lust auf Genuss. Die Einkäufe von Frischwaren, die im RollAMA Haushaltspanel erfasst werden, stiegen um 4,4 % auf 1,51 Mrd. Euro. Besonders bei Fleisch gab es mit 13 % starke Zuwächse. Aber auch Frischobst und Frischgemüse legten mengenmäßig kräftig zu. Diese Entwicklung jedoch geht mit sinkenden Durchschnittspreisen einher.

Wieder mehr Appetit auf Rindfleisch
Im Bereich Frischfleisch wurde um 4% mehr Schweinefleisch und gar um die Hälfte mehr Rindfleisch gekauft (Basis LEH mit Hofer und Fleischhauer). Die wertmäßige Steigerung bei Rindfleisch betrug jedoch nur 25 %, was bedeutet, dass die durchschnittlichen Einkaufspreise im Vergleich zur Vorjahresperiode gesunken sind, bzw. viele Rindfleisch-Aktionen stattgefunden haben. Mehr als ein Viertel aller Rindfleischeinkäufe wurden in Aktion getätigt. Rindfleisch-Vermarkter können diese Entwicklung mit einem lachendem und einem weinenden Auge betrachten. Erfreulich dabei ist, dass die Konsumenten wieder Lust auf Rindfleisch haben. Weniger erfreulich ist, dass die Preis-Elastizitäten gerade in diesem Bereich hoch sind. Auch Geflügelfleisch lag mit 9 % Mengen- und 12 % Wertwachstum im Trend, vor allem Putenfleisch etabliert sich immer mehr zum bekömmlich-leichten Sommergericht.

ESL-Milch auf Überholspur
Der zweite wichtige Frischwaren-Sektor, Milch und Milchprodukte zeigt im Großen und Ganzen die gleichen Trends wie in den Vorperioden. Frischmilch verliert an Marktanteilen. Gleichzeitig entwickelt sich das relativ junge Produkt der ESL-Milch rasant (ESL: Extended Shelf Life = längere Haltbarkeit). ESL-Milch bleibt bis zu zwei Wochen frisch. Wie viele Konsumenten tatsächlich wissen, dass sie dabei keine Frischmilch kaufen, kann durch das Haushaltspanel nicht beantwortet werden.

Tatsache ist, dass dieses Produkt in den convenience-orientierten Haushalt passt und daher gut angenommen wird. Die summierten Einkaufsmengen von Frischmilch, ESL-Milch und Haltbarmilch zeigen, dass immer weniger Trinkmilch eingekauft wird. Lagen die Einkaufsmengen im Jahr 2001 noch bei etwa 104 l pro Haushalt und Jahr, liegen sie jetzt bei rund 98 l. Ein wesentlicher Faktor dabei ist, dass nicht nur weniger verbraucht, sondern vor allem weniger Milch weggeschüttet wird. Die Wertentwicklung von Trinkmilch im Gesamten zeigt in diesem Jahr jedoch wieder nach oben, da für ESL-Milch höhere Preise erzielbar werden, die mit durchschnittlich 86 Cent pro Liter knapp am Niveau der Biomilch liegen.

Molkegetränke sind die Sommerstars
Motor der Bunten Palette sind weiterhin die Milchmischgetränke, die als beliebte Durstlöscher des Sommers um 7 % wertmäßig auf 22 Mio. Euro zulegen konnten. Der Jahreszeit entsprechend entwickelten sich Getränke auf Molkebasis besonders gut.

Käse ist mit 99 % Käuferreichweite eines der meist gekauften Frischeprodukte. Weitere Zugewinne gab es für das mengenmäßig stärkste Produkt, nämlich Schnittkäse. In diesem Segment erfreuen sich die Klassiker wie auch zahlreiche Innovationen der heimischen Milchwirtschaft großer Beliebtheit. Rückläufig ist seit einigen Perioden der Konsum von Hartkäse. Frischkäse verliert ebenfalls gegenüber der Vorjahresperiode, jedoch war dieser im Hitze-Sommer 2003 stark gefragt, heuer pendelte sich die Nachfrage wieder auf ein normales Niveau ein.

Wurst und Schinken entwickeln sich stabil
Die Werte von Wurst und Schinken blieben diesen Sommer nach langen Wachstumsphasen stabil. Fleisch- und Speckwurst, Würstel und Schinken zeigen positive, Brätwurst, Dauerwurst und Putenprodukte negative Tendenzen im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Bio ist am stärksten im Milchbereich
Der Bioanteil für RollAMA Frischeprodukte (exklusive Brot) liegt konstant bei 4,5%. Eine Neuerung gibt es bei der Erfassung von Bioanteilen in der RollAMA. Seit 2002 werden im Haushaltsbogen auch EAN-Codes erfasst, auf deren Basis sich für Markenprodukte (großteils im Milchbereich) der Bioanteil genau bestimmen lässt. 12% aller Haushaltsausgaben für Frischmilch entfallen demnach auf Bioware, etwa 7% kommen auf Fruchtjoghurt und Butter.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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