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14.11.2005

Interview. Die Adeg muss aus ihren Fehlern lernen. Dazu Dkfm. Andreas Poschner, Alleinvorstand, im Gespräch mit LK-Handelszeitung.

LK-Handelszeitung: In den vergangenen Jahren ist die Adeg Österreich nicht immer zu ihrem besten in das Kreuzfeuer der Medien gerückt. Personalrochaden, Umsatzergebnisse und Standortveränderungen. Wie sehen Sie die Situation heute?Dkfm. Andreas Poschner: Es ist sicherlich in der letzten Zeit viel Staub aufgewirbelt worden. Ich kann zur Stellung der Adeg in Österreichs Handelslandschaft nur sagen „Totgesagte leben länger“. Denn wir haben aus unseren Fehlern gelernt und erkannt, dass in einigen Bereichen Handlungsbedarf besteht. Und genau da setzen wir jetzt an.Können Sie kurz erläutern, welche Strategien Sie haben und welche Maßnahmen Sie treffen?Poschner: Zunächst möchte ich betonen, dass entgegen aller Gerüchte die Grundstrukturen der Adeg in Österreich so bleiben wie sie sind. Der Großhandel wird bis Ende 2006 u. a. aufgrund der Einführung eines neuen Lagerverwaltungssystems neu ausgerichtet und gemein-sam mit dem Unternehmen Salomon Automation auf den modernsten Stand der Technik gebracht. Es geht in die richtige Richtung.Weiters steht ein Sanierungskonzept für die Adeg Markt GmbH, die Filialschiene der Adeg an. Die 120 Märkte, über ganz Österreich verteilt, werden in zwei Wellen strukturell verbessert. Die erste Welle soll noch im Dezember beendet sein, die zweite Welle bis Ende April 2006. Wie wird das Sanierungskonzept aussehen?Poschner: Wir gehen den Weg gemeinsam mit der Unternehmensberatung Czipin. Die Schwerpunkte liegen in einer Etablierung einheitlicher Standards und Prozesse, Schaffung eines zentralen Controllings und einer Qualifizierung der Mitarbeiter in den Filialen. Wie sieht die Entwicklung der Selbstständigen Kaufleute bei Adeg im Vergleich dazu aus?Poschner: Die Schiene der selbstständigen Adeg-aktiv-Kaufleute hat sich auch 2005 gut entwickelt. Die Märkte über 300 m2 hatten eine durchschnittliche Umsatzsteigerung von 3,5%. Sehr erfolgreiche Unternehmer wie Haferl in Atzenbrugg/NÖ, Ebner in Lendorf in Kärnten oder Schuster in Texing/NÖ zeigen, dass Flächenerweiterungen auch wesentliche Umsatzsteigerungen bringen.Hat auch die TV-Werbung zum Erfolg beigetragen?Poschner: Die TV-Werbung, die wir 2005 das erste Mal wieder durchführten, hat Erfolge gezeigt – vor allem unterstützte sie die Aktionspolitik. Der zusätzliche Nutzen stand aber nicht in Relation zum Werbeaufwand im TV. Aus diesem Grund werden wir 2006 auf TV-Werbung verzichten und setzen Schwerpunkte bei Hörfunk und Flugblätter. Das Flugblatt ist nach wie vor das wesentlichste Werbemedium.Welche Botschaften möchten Sie über das Flugblatt transportieren?Poschner: Zum einen können wir uns vom Diskont durch unsere Regionalität bei den Produkten und die Frischeorientierung in unseren Häusern abheben. Darüber hinaus können wir dadurch auf die regional verschiedenen Kundenwünsche selektiv eingehen. Das heißt, wir bieten den Kunden in der Steiermark steirische Produkte oder in Kärnten Kärntner Produkte an. Auf der anderen Seite bieten wir auch eine Reihe von Eigenmarken im Preiseinstiegssegment an, die beim Konsumenten aufgrund ihrer Qualität sehr beliebt sind: Gut&Günstig, Sungold, Ahoi oder Adeg Kaffee und Reis, um nur einige zu nennen. Wir sind mit unserem Vollsortiment ein perfekter Nahversorger und kein „Vergeßlichkeitsladen“, wo man nur einkauft, wenn man etwas vergessen hat.Wenn Sie in die fernere Zukunft sehen, wo steht die Adeg in Österreich in etwa 3–5 Jahren?Poschner: Weiter an der 3. Stelle im Vollsortiment-Bereich. Zu dieser Zeit wird sowohl die Sanierung der Filialen abgeschlossen sein, als auch der Relaunch der C&C-Märkte und die Vereinheitlichung des Lagerverwaltung der Zentral- mit den Regionallägern.Eine letzte Frage noch zu den C&C-Märkten: Es gibt immer wieder Gerüchte darüber, dass eine deutsche Handelsorganisation sehr an einem Kauf interessiert ist. Was steckt dahinter?Poschner: Solcherlei Gerüchte bestätigen, dass wir mit den C&C-Märkten eine gute Schiene besitzen und das wird auch so bleiben. Im Übrigen eröffnen wir im Dezember in Lauterach einen neuen C&C-Markt, der seinen Schwerpunkt in der Frischeabteilung hat. Unsere C&C-Märkte besitzen eine Marktstärke, auf die wir stolz sein können.Vielen Dank für das Gespräch.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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