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Alarmierende Pestizidbelastung bei Obst- und Gemüs

02.08.2004

Ein neuer Bericht der EU-Kommission zeigt massive und
Besorgnis erregende Pestizidbelastungen von Obst und Gemüse in der EU
und in Österreich auf, warnt die Umweltorganisation GLOBAL 2000.
Österreich landet im EU-Vergleich sowohl bei der allgemeinen
Pestizidbelastung als auch bei den Höchstwertüberschreitungen immer
unter den schlechtesten drei Staaten. "Die Ergebnisse des EU-Berichts
sind katastrophal. Österreich gehört mit Deutschland und den
Niederlanden zu den Ländern Europas, deren Obst- und Gemüseprodukte
am stärksten mit Pestiziden belastet sind. Für dieses negative
Zeugnis sind Landwirtschaftsminister Josef Pröll und
Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat verantwortlich, die seit
Jahren keine wirkungsvollen Initiativen setzen", kritisiert GLOBAL
2000-Pestizidexpertin Katrin Sedy. "Obwohl laut Pröll in Österreich
die Häufigkeit und Menge der ausgebrachten Pestizide abnimmt, ist
davon im Supermarkt nichts zu spüren. In Österreich erhältliche
Produkte waren 2002 zu 8,4 Prozent über den gesetzlichen Höchstwerten
mit Pestiziden belastet. Damit liegt Österreich mehr als ein Drittel
über dem EU-Schnitt von 5,5 Prozent." Von den 1.628 in Österreich
untersuchten Proben waren 54,6 Prozent mit Pestizidrückständen
belastet. In 29,2 Prozent der Proben wurden Mehrfachbelastungen mit
bis zu zehn Wirkstoffen pro Probe nachgewiesen.

Zum Vergleich: 44 Prozent der EU-weit 2002 untersuchten 46.000 Obst-,
Gemüse und Getreideproben waren mit Pestizidrückständen belastet.
"Diese Werte bedeuten eine deutliche Verschlechterung gegenüber 1999.
Vor fünf Jahren waren 36 Prozent der Proben belastet. Der Trend setzt
sich bei den Höchstwertüberschreitungen fort", so Sedy weiter.
Besonders Besorgnis erregend ist der Anstieg der Mehrfachbelastungen
von mindestens vier Pestiziden pro Probe. Dort hat sich die Belastung
von 2,2 Prozent 1999 auf 5,4 Prozent 2002 mehr als verdoppelt.

Der EU-Monitoringbericht 2002 wurde in der vergangenen
Woche (KW 30) von der EU-Kommission veröffentlicht und ist unter http://europa.eu.int/comm/food/fs/inspections/fnaoi/reports/annual_eu
/index_en.html abrufbar.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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