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Bis 2019 sollen alle Aldi Süd-Filialen in Deutschland umgebaut und modernisiert werden

Aldi Süd: Milliardenschweres Schönheitsprogramm

21.11.2017

Der deutsche Diskonter Aldi Süd putzt seine Filialen heraus und investiert dafür 3,5 Mrd. Euro. Um sich im harten Wettbewerb zu behaupten werden die Geschäfte modernisiert – Auswirkung auf die Preise soll das keine haben.

Aldi Süd, Mutterkonzern der Lebensmittelkette Hofer, plant nach eigenen Angaben derzeit das "größte Investitionsprogramm der Firmengeschichte". Insgesamt will der Diskonter bis 2019 in Deutschland rund 3,5 Mrd. Euro investieren, um seine knapp 1900 Geschäfte herauszuputzen und sein Angebot attraktiver zu machen, gibt die Supermarktkette bekannt. "Wir geben mehr Gas, weil wir sehen, dass die Modernisierung der Läden und die Erweiterung des Sortiments bei den Kunden gut ankommt", so ein Sprecher des Unternehmens.

Das Schwesterunternehmen Aldi Nord hatte bereits im Sommer seine Pläne bekannt gemacht, weltweit mehr als 5 Mrd. Euro in die Modernisierung seines Filialnetzes zu stecken. Allein in Deutschland sollen in den kommenden Jahren alle rund 2300 Märkte ein helleres und freundlicheres Aussehen bekommen. Vor allem das Angebot an frischer Ware wie Obst und Gemüse, sowie an Fleisch und Fisch soll ausgebaut werden.

Wachstumstreiber Markenartikel

Tatsächlich scheint Aldi nach schwächeren Jahren zurzeit wieder zu alter Stärke zurück zu finden. In den ersten acht Monaten dieses Jahres steigerte der Diskonter nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens GfK seine Umsätze um 6,8 Prozent und wuchs damit mehr als doppelt so schnell wie der Konkurrent Lidl oder die Supermärkte insgesamt. Aldi profitierte dabei nicht zuletzt von der Aufnahme zahlreicher Markenartikel in sein Angebot. "Vor allem bei den Discountern wurde teurer eingekauft. Sie haben ihre Sortimente qualitativ teils kräftig aufgewertet, um neue Käufer anzusprechen", beobachtete die GfK.

Doch auch Edeka, Rewe und Lidl greifen zurzeit tief in die Tasche, um ihre Geschäfte attraktiver zu machen. Die Schwarz-Gruppe, zu der neben Lidl auch Kaufland gehört, plant in diesem Jahr nach Informationen der "Lebensmittel Zeitung" weltweit Investitionen von rund 7 Mrd. Euro. Rewe will in heuer rund 1,7 Mrd. Euro ausgeben, um sein Ladennetz in Europa zu verbessern - mehr als 900 Mio. Euro davon in Deutschland. Und Rivale Edeka investiert im laufenden Jahr nach eigenen Angaben sogar rund 1,9 Mrd. Euro in Märkte, Logistik und Produktionsbetriebe. Denn der Wettbewerb im Lebensmittelhandel ist hart, und er dürfte durch den Einstieg von Online-Händlern wie Amazon in den nächsten Jahren noch härter werden. Für die Kunden ist das durchaus vorteilhaft. Denn um die Investitionen zu finanzieren, werde Aldi Süd stattdessen "für einen gewissen Zeitraum eine gebremste Ergebnisentwicklung in Kauf nehmen". (apa/ar)

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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