Direkt zum Inhalt

AMA-Gütesiegel wird ausgebaut

15.09.2009

Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Österreich (LK) will die Agrarmarkt Austria (AMA) ihr Gütesiegelprogramm stärken und ausbauen. Ziel sei es, bei den oft verunsicherten Konsumenten Aufklärung zu leisten und die Fülle an Siegeln gleichzeitig einzudämmen.

Die Wirtschaftskrise habe die Landwirtschaft stark getroffen, die Preise seien im Keller, so der LK-Präsident Gerhard Wlodkowski. Die Konsumenten verlangen aber dennoch höchste Qualität. Mit dem AMA-Gütesiegel trage die Bauernschaft dem Rechnung. "Es geht aber um Wertschätzung und Arbeitsplätze. Das wird oft unterschätzt", betonte Wlodkowski in Anspielung auf den höheren Preis für Gütesiegel-Produkte, den in Zeiten der Krise immer weniger Konsumenten bezahlen wollen und vermehrt zu Billigprodukten greifen.

Bisher sei es noch nicht gelungen, dem Konsumenten zu vermitteln, dass das AMA-Gütesiegel Nachvollziehbarkeit "from stable to table", also vom Stall bis zum Tisch, bedeutet, räumte der LK-Chef ein und hofft auf die Unterstützung der Konsumenten: "Wir können diese Landwirtschaft nur aufrechterhalten, wenn der Konsument bei uns bleibt". Nur dann seien auch die Arbeitsplätze gesichert. Und: "Nur mit Ausgleichszahlungen werden wir es nicht schaffen".

Das AMA-Gütesiegel wurde vor 15 Jahren ins Leben gerufen und zählt derzeit 540 Lizenznehmer. 1.300 Betriebsstätten im landwirtschaftlichen Bereich und 10.000 Verträge mit Landwirten, die jedes Jahr erneuert werden, sind erfasst. In Summe findet sich das AMA-Zeichen auf 3.000 Artikeln, die Hälfte davon Milch und Milchprodukte. 23 Qualitätsrichtlinien definieren die über das Gesetz hinausgehenden Qualitätsstandards. Damit sichere das AMA-Gütesiegel bereits mehr als 50.000 Arbeitsplätze in Österreich, rechnet AMA-Chef Stephan Mikinovic vor.

Österreich habe das elaborierteste Qualitätssicherungsprogramm Europas. So lebe der heimische Konsument in einem "Milchparadies": 15 Prozent der österreichischen Milchbauern produziere Heumilch, in der EU seien es 2 Prozent - "eine aussterbende Gattung". Der Biomilchanteil sei deutlich höher als in anderen EU-Ländern und dass die heimische Milch gentechnikfrei sei, sei mittlerweile so "selbstverständlich, dass es nicht einmal mehr erwähnt wird".

Unterstützt durch eine Werbekampagne ab Oktober soll das AMA-Gütesiegel sowohl bei Handelsketten als auch bei den Produkten verbreitert werden. Mit Rewe werde nach wie vor verhandelt, das Zeichen neben Obst, Gemüse, Erdäpfel und Eier vor allem auch auf Fleisch auszuweiten. Auf der Produktseite sei das AMA-Gütesiegel für Fisch und Wild im Gespräch.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

In den Herkunftsländern von Importerdäpfeln sind Pflanzenschutzmittel erlaubt, die in Europa schon seit Jahrzehnten verboten sind, moniert die Landwirtschaftskammer NÖ und verlangt gleiches Recht für alle.
Thema
22.05.2019

Gleiches Recht für alle: Was in Europa verboten ist soll auch für Importware aus Drittländern gelten. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich nahm Import-Erdäpfel unter die Lupe.

Bauern gegen Lebensmittelhandel - das ist Brutalität ...
Madlberger
03.04.2019

Fairness-Pakt  hin oder her, in Sachen Glyphosat prallen die Meinungen von Bauernvertretern und Lebensmittelhändlern hart aufeinander.  Besonders gegensätzliche Standpunkte vertreten im aktuellen ...

Diese Herkunftsbezeichnung könnte schon bald der Vergangenheit angehören, weil sich der Anbau nicht mehr lohnt - doch wo kommt das Gemüse dann her?
Thema
31.01.2019

Die NÖ Landwirtschaftskammer sowie die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse ETG schlagen Alarm.

Die oesterreichischen Landwirte freuen sich über die Unterstuetzung von Spar
Handel
29.10.2018

Mehr Geld für mehr Leistung ist die aktuelle Forderung der Landwirtschaft. Bei Spar wird das schon seit mehreren Jahren umgesetzt: Für das freiwillige Mitmachen in verschiedenen Qualitätsprojekten ...

Aktuell
12.02.2015

Agrarier protestieren gegen das erfolgreiche Lebensmittel-Marketing der Handelsgruppen. Attackiert werden auch industrielle Lebensmittelproduktion und Aktionitis.

Werbung