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AMA Marketing:

22.11.2005

Der Lebensmittelhandel konnte von September 2004 bis August 2005 wertmäßig nur leicht zulegen. Am meisten profitierten die Diskonter. Durch die Forcierung von Bio auch in klassischen Tiefpreismärkten gab es weiterhin ein leichtes Wachstum in manchen Bio-Warengruppen. Sieger waren dabei die Warengruppen Fruchtjoghurt und Eier. Die ESL-Milch setzte ihren Siegeszug ungebrochen fort und Butter blieb das stärkste Produkt der Gelben Fette. Beim Käse holte der Gouda definitiv den Emmentaler ein. Dies alles ergab die RollAMA (Rollierende Agrarmarktanalyse) für das zweite Trimester (Mai bis
August) 2005.

In den letzten drei Jahren (2003 bis August 2005) haben die Diskonter mit 1% jährlich zwar nur leicht, aber doch kontinuierlich zugelegt. Waren es 2003 noch EUR 904 Mio. an Haushaltseinkäufen, die über die Ladentische der Diskonter gingen, waren es im aktuellen Zeitraum rund EUR 1.008 Mio. Der Marktanteil von Hofer, Lidl, Mondo, Penny und Norma hat sich damit in den letzten zwei Jahren von 19% auf 21% gesteigert. Insgesamt hat der Lebensmittelhandel von EUR 4.722 Mio. im Jahr 2003 auf EUR 4.786 Mio. zugelegt.

In den Sommermonaten, die das zweite Trimester umfassen, werden im Lebensmittelhandel generell weniger Bio-Produkte gekauft. 27.000 t an frischen Bio-Produkten exklusive Brot im Wert von EUR 58 Mio. wurden heuer in dieser Zeitspanne von Haushalten in Österreich eingekauft. Das ist die größte Menge, die jemals im Lebensmitteleinzelhandel im zweiten Trimester eines Jahres (Mai bis August) an diesen Bio-Produkten verkauft wurde. Im Vergleich dazu wechselten im zweiten Trimester 2003 solche Bio-Waren im Wert von EUR 47 Mio. den Besitzer.

In ihrer Marktentwicklung über die Jahre hinweg sehr konstant geblieben sind die Warengruppen Käse, Wurst und Schinken und im Wesentlichen auch Frischgemüse. Nach leichten Einbrüchen im Vorjahr erreichte Bio-Butter 8,2% Marktanteil und Frischobst steigerte sich von 3,6% auf 4,5%. Leicht rückgängig ist mit insgesamt 1% Verlust seit vier Jahren Bio-Frischmilch.

Die ESL (extended shelf life)-Milch verzeichnet seit rund zwei Jahren von Trimester zu Trimester zum Teil hohe zwei- bis dreistellige Zuwachsraten. Vom zweiten Trimester 2004 auf das zweite Trimester 2005 beispielsweise konnte die ESL-Milch um 65% in der Menge und sogar 77% im Wert zulegen. Die Weiße Palette bietet aber noch ein neuerdings sehr erfolgreiches Produkt. Naturjoghurt legte vom zweiten Trimester 2004 auf das zweite Trimester 2005 um rund 20% in der Menge und 27% im Wert zu. Besonders junge Konsumenten fanden in diesem Sommer die Liebe zum Naturjoghurt.

"Die Österreicher sind bei Lebensmitteln definitiv Anhänger von Frische und Natürlichkeit. Naturjoghurt ist wieder im Kommen, Butter kann durch kein anderes Fett im Handel ersetzt werden und Bio-Produkte sind beliebter denn je. Selbst die ESL-Milch wird wegen ihres als natürlicher empfundenen Geschmacks der klassischen Haltbarmilch vorgezogen", bringt Micaela Schantl, Leiterin der AMA-Marktforschung, die Ergebnisse ihrer RollAMA-Analyse auf den Punkt.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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