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v.l.: Werner Pannagl (Küchenleiter der NÖ Pflegeheime und Präsident der ARGE Großküchen Österreichs), Michael Blass(GF AMA-Marketing), Franz Kirchweger (Obmann der Erzeugergemeinschaft Frischei), Josef Plank (Generalsekretär LK Österreich)

AMA: Transparenz bei Eiern

28.03.2017

Zehn Prozent des Jahresverbrauches an Eier werden zu Ostern konsumiert. Der Konsument möchte im Handel eine klare Definition, woher die Eier stammen. Der Handel ist hier Vorreiter und bringt lückenlose Transparenz. Unterstützt wird er dabei von der Agrarmarkt Austria.

Anteile Eiereinkäufe nach Haltungsform Lebensmitteleinzelhandel
Anteile Eiereinkäufe nach Größeklassen Lebensmitteleinzelhandel

Im vergangenen Jahr wurden 707 Millionen Frischeier im Wert von 176 Millionen Euro gekauft. Achtzig Prozent laufen über den Lebensmittelhandel, der Rest über alternative Bezugsquellen wie Ab-Hof-Verkauf oder Zustellung. Den Löwenanteil nach Haltungsformen nimmt mengenmäßig die Bodenhaltung mit 65 Prozent ein, 23 Prozent entfallen auf Freilandhaltung, knapp zwölf Prozent auf Bio-Haltung. Wertmäßig beträgt der Bio-Anteil zwanzig Prozent – Tendenz steigend. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt konstant bei 235 Eiern. Vier Euro gibt ein Haushalt pro Monat durchschnittlich für Eier aus. Ein Bio-Ei kostete 2016 im Durchschnitt 41 Cent, ein Ei aus Freilandhaltung 30 Cent, aus Bodenhaltung 20 Cent.

1,8 Milliarden Eier legen Österreichs 6,6 Millionen Hennen jährlich. Damit können die heimischen Landwirte 86 Prozent der Nachfrage decken. Die Steiermark ist mit 365 AMA-Gütesiegel-Betrieben das produktionsstärkste Bundesland, gefolgt von Niederösterreich und Oberösterreich. 

Eierdatenbank bringt Transparenz

Im AMA-Gütesiegel-Programm wird jedes Ei mit einem Stempel versehen, ehe es den Bauernhof verlässt. Dieser Stempel fasst drei Informationen zusammen: Herkunftsland, Haltungsform und Legehennenbetrieb. In der Eierdatenbank werden die Warenströme tagesaktuell dokumentiert. Rund neunzig Prozent der Frischeier am Markt sind in der Eierdatenbank erfasst. Dabei handelt es sich um ein freiwilliges System. Für Teilnehmer am AMA-Gütesiegel und AMA-Biosiegel und „tierschutzgeprüft“-Betriebe ist die Meldung allerdings verpflichtend.

Der „Quick-Egg-Check“ unter www.eierdatenbank.at zeigt die Herkunft des Eies und die Haltungsform des Betriebes, die Zustimmung des Legehennenhalters vorausgesetzt. Seit wenigen Tagen ist der Check auch für mobile Geräte verfügbar. 45-Sekunden-Spots im TV, sogenannte Beiträge im Dienst der Öffentlichkeit, machen in den Tagen vor Ostern auf die Eierdatenbank aufmerksam. Die Beiträge informieren außerhalb des Werbeblocks über die Einzeleikennzeichung und den Quick-Egg-Check.

Ostereier mit AMA-Gütesiegel

Die hohen Qualitätskriterien für Frischeier sind in einer AMA-Gütesiegel-Richtlinie genau definiert. Auch für Ostereier gibt es strenge Kriterien in den AMA-Standards. Die Haltungsform muss auf der Osterei-Verpackung angegeben werden. Die Färbereien werden mehrmals pro Saison kontrolliert. Zum Färben der ausgezeichneten Ostereier werden ausschließlich lebensmittelechte, im Zulassungsverfahren streng geprüfte Farben verwendet.

Tonis Hennen sind frei

Am 25. März 2017 endet die sogenannte „Aufstallungspflicht“ für Freilandgeflügel in Österreich. Seit 10. Jänner 2017 wurde als Sicherheitsmaßnahme in Bezug auf die vorherrschende Aviäre Influenza (Vogelgrippe) die bundesweite Aufstallungspflicht ausgesprochen. Seit diesem Zeitpunkt war der Bewegungsfreiraum der Hühner auf den Stall und den Wintergarten (Überdachter und eingezäunter Außenklimabereich) eingeschränkt. Mit Hilfe dieses Wintergartens war es den Legehennen möglich, ihren arteigenen Verhaltensweisen auch ohne Auslauf großteils nachkommen zu können. Toni’s setzte auch hier Schwerpunkte um den Tieren zusätzliche Beschäftigung zu ermöglichen, wie Sandkisten zur Gefiederpflege oder Körnereinstreu für den Scharr und Suchtrieb der Hennen. Bei Toni haben die Freilandhennen wieder Zugang zum Auslauf.

Autor/in:
Gabriele Jiresch
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