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Amazon Go: Keine Wartezeiten beim Check-out, dafür Weitergabe von persönlichen Daten

Amazon Go: Das Ende der Kassenschlangen

12.12.2016

Amazon wird 2017 in Seattle (USA) den ersten Amazon-Go-Supermarkt eröffnen. Durch das Aktivieren der Amazon-Go-App werden die genommenen Waren automatisch verbucht, Kassen gibt es keine. Geplant sind insgesamt bis zu 2000 Amazon-Go-Läden in den USA.

Was wie Science Fiction klingt, wird in Kürze Wirklichkeit: Amazon eröffnet im Frühjahr 2017 unter dem Namen „Amazon Go“ den ersten Supermarkt ohne Kassen in Seattle, USA. Die Kunden müssen beim Betreten des Marktes nur die Amazon-Go-App auf ihrem Handy aktivieren, wodurch die genommenen Waren automatisch registriert und verbucht werden. Zum Schluss wird der Einkauf am Handy abgeschlossen und der Betrag über das eigene Amazon-Konto per Kreditkarte bezahlt. Also: Reingehen, Amazon-Go-App bei einem Sensor aktivieren, Waren nehmen, Einkauf am Handy abschließen, gehen. Das nennt Amazon das „Just Walk Out Shopping experience“. Wie das genau funktioniert und welche Technologien dafür notwendig sind, verrät Amazon aber nicht. Im Werbespot (zu sehen auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=NrmMk1Myrxc ) werden nur die Schlagwörter „Computer Fusion“, „Deep Learning Algorithmus“ und „Sensor Fusion“ verwendet, ohne weitere Erläuterungen.

Supermarkt bleibt wichtigster Verkaufspunkt

Derzeit können beim Probebetrieb nur Amazon-Mitarbeiter einkaufen. Ab Frühjahr 2017 soll der Supermarkt, in dem Lebensmittel und Fertiggerichte angeboten werden, aber dann für alle Kunde in und rund um Seattle geöffnet sein. Einzige Voraussetzung: Die Bereitschaft, so wie bei Amazon im Internet, viele persönliche Daten offenzulegen; wobei die Möglichkeiten für ein genaues Kundenprofil per Handy und App noch viel größer sind. Was für Datenschützer wie ein Albtraum klingt, ist für Handelsprofis ein Schritt in die Zukunft. Denn der Onlinehandel mit Lebensmittel macht auf der ganzen Welt nur einen kleinen Teil aus. Auch in Österreich werden trotz Onlineboom nach wie vor 98 Prozent der Umsätze im Lebensmittelhandel stationär erzielt.  Damit sind die Amazon-Go-Lebensmittelgeschäfte, trotz der Einführung von Amazon fresh, ein logischer nächster Schritt.

Genügend Zeit für eigene Konzepte

Für den Handelsverband stellt sich nun die Frage, ob bestehende Handelskonzerne technologisch rasch nachziehen oder andere Innovationen so etablieren können, um einen Markteintritt in Österreich möglichst unattraktiv zu machen, obwohl grundsätzlich nicht so schnell damit zu rechnen ist. Zuerst muss das Konzept von Amazon-Go in Seattle aufgehen, dann wird Amazon wohl den amerikanischen Markt aufrollen, und Europa wird aufgrund des Datenschutzes nicht so leicht zu entern sein. Abgesehen davon, dass Österreich aufgrund seiner Größe bestimmt nicht ganz oben auf der Europa-Wunschliste von Amazon stehen wird. „Ein großer Startvorteil für unsere heimischen Händler ist auch die hohe Durchdringung mit Flächen an Top-Standorten, sodass Nahversorger wie Rewe, Spar, Hofer und Lidl den Kunden flächendeckend erreichen und auch großes Vertrauen genießen“, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.  Für Will ist klar, dass die heimischen Händler daher genügend Zeit haben, um an eigenen zukunftsfähigen Konzepten zu arbeiten.

Autor/in:
Alice Rienesl
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