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Ankerbrot-Verkauf an Kamps geplatzt

09.02.2007

Wien/Frankfurt - Die geplante Übernahme der Bäckereiketten Müller-Brot mit Sitz in Neufahrn bei München und Ankerbrot mit Sitz in Wien ist am Kaufpreis gescheitert.

Der frühere Großbäcker Heiner Kamps habe sich mit den - ebenfalls deutschen - Eigentümern der Bäckereien nicht darauf einigen können, bestätigte ein Sprecher von Kamps am Mittwoch Nachmittag gegenüber Reuters. Kamps wollte die bayerische Müller-Brot und deren österreichische Schwesterfirma Ankerbrot seinem neuen Nahrungsmittelkonzern International Food Retail Capital (IFRC) einverleiben.

Ankerbrot-Mehrheitseigentümer und Vorstandschef Peter Ostendorf will nun "den Wachstumskurs in der bisherigen Eigentümerkonstellation fortsetzen", wie er am Mittwoch Früh mitteilte.

"Die zuletzt geführten Gespräche mit der IFRC Holding haben nicht jenes Ergebnis gezeigt, das wir für den Fortbestand von Ankerbrot als österreichische Traditionsmarke und für unsere Mitarbeiter für optimal erachten. Daher sind wir zur Überzeugung gekommen, dass der erfolgreiche Wachstumskurs auch in der bisherigen Eigentümerstruktur fortgeführt werden sollte", so Ostendorf.

Heiner Kamps meinte am Mittwoch, man sei sich über die Bedingungen für den Kauf nicht handelseins geworden. "Nach eingehender Prüfung der Bücher (Due Diligence) konnten sich die Parteien nicht auf einen Kaufvertrag einigen", hieß es in einer Mitteilung. Kamps hatte mit seiner IFRC-Holding im Herbst vorigen Jahres eine Option auf die Totalübernahme von Ankerbrot erworben und diese Kaufoption für die Wiener Großbäckerei zuletzt von Ende Dezember 2006 bis März 2007 verlängert.

Job-Sorgen

In Wien verlautet unterdessen, dass in der Ankerbrot-Belegschaft auch neue Sorgen um Jobs geherrscht hatten, zumal der geplante industrielle Investor an den Standorten wohl größere Umgliederungen durchgeführt hätte. Zudem sollen Ängste um die eingeführte Backwarenmarke umgegangen sein.

Wachstumskurs

Zu IFRC gehört schon bisher die Fischrestaurant-Kette Nordsee. Neben der Müller-Brot GmbH aus Neufahrn bei München und der österreichischen Ankerbrot AG sollte auch die Löwenbäcker Leipzig GmbH in dem Konzern aufgehen.

Nach dem Scheitern der Übernahmen streckt sich der ehemalige Großbäcker Kamps nun nach mittleren und kleineren Nahrungsmittelunternehmen in Europa aus. Innerhalb der kommenden drei bis fünf Jahre soll so nach Kamps' Vorstellungen ein Nahrungsmittelkonzern mit 1,5 Mrd. Euro Umsatz entstehen.

Modernisierungsmaßnahmen

Wie Ankerbrot am Mittwoch früh weiter erklärte, haben die jetzigen Eigentümer seit dem Jahr 2003 umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt, die" 2006 zum zweiten Mal in Folge zu einem positiven Ergebnis" geführt hätten.

Ankerbrot hat heute 180 Filialen, gilt damit nach wie vor als einer der größten Bäckerei-Filialisten Europas, und beschäftigt 1.800 Mitarbeiter.

Für 2007 erwartet Ankerbrot eine weitere Steigerung des Umsatzes. 2006 lag der Umsatz bei 126 (Vorjahr: 120,4) Mio. Euro, wie am Mittwoch weiter bekannt gegeben wurde. Bis zum Ende des ersten Quartals werden in Wien weitere 5 neue Filialen eröffnet.

Peter Ostendorf und seine Familie halten 60 Prozent an Ankerbrot. Den Rest besitzt Michael Philips von der Investmentgesellschaft Apax.

Kamps: Beispiellose Karriere

Der gelernte Bäcker Heiner Kamps hatte in den 80er und 90er Jahren eine beispiellose Karriere im deutschen Backwaren- und Filialgeschäft durchlaufen. Bis zum Börsengang seiner Kette im Jahr 1998 baute er rund 2.000 Niederlassungen auf. Zwei Jahre später verkaufte Kamps seine gleichnamige Großbäckerei an den italienischen Lebensmittelkonzern Barilla, der ihm bis Ende 2005 den Wiedereinstieg ins Brotgeschäft untersagte.

Nordsee soll weiter expandieren

Im Jänner hat IFRC die Akquisition der Nordsee GmbH abgeschlossen. Nordsee ist der größte Fisch-Anbieter Europas und eine der größten Schnellrestaurant-Ketten in Deutschland. Nordsee will weiter international expandieren und verhandelt zurzeit Joint-Venture-Verträge mit Unternehmen in Osteuropa und dem Nahen Osten. 2006 ist der Nordsee-Umsatz um 3 Prozent gewachsen. Es werden 406 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz betrieben.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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