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Baumärkte können aufatmen: +4 %

02.08.2007

Der Bau-Markt ist übersättigt, der Konkurrenzkampf unerbittlich - ein Marktteilnehmer hat sich mit Ende 2006 endgültig vom österreichsichen Markt verabschiedet. Dennoch war 2006 ein gutes Jahr für die Baumärkte - fast alle Marktteilnehmer konnten Umsatzzuwächse erzielen.

Insgesamt hat die Baumarkt-Branche trotz stagnierender Outletanzahl und nur leichtem Anstieg der Verkaufsflächen ein Plus von nominell knapp 4% erreicht. Das hat die Branche vor allem, aber nicht nur, dem milden Winter zu verdanken.

Trend: Gartencenter boomen
Den Österreichern ist ihr Garten immer wichtiger: Die Verbrauchsausgaben für Gartenbedarf sind in den letzten 5 Jahren überproportional gestiegen. Während die jährlichen Haushaltsausgaben für Baumarkt-Artikel insgesamt um lediglich 2,6% zugenommen haben, sind sie für Gartengeräte und Pflan-zen um beachtliche 18% gestiegen. Gleichzeitig sind mit diesem Trend auch die Gartencenter gewachsen: Sie machen bereits bis zu einem Drittel der Verkaufsfläche eines Baumarktes aus.

Trend: Mehrbedarf durch mehr und kleinere Haushalte
Es gibt immer mehr und immer kleinere Haushalte in Österreich. Dieser Trend führt zu einem Mehrbedarf an Wohnungen und verhilft den Baumärk-ten langfristig zu ständig steigendem Marktpotenzial. Denn mehr Haushalte bedeuten zahlenmäßig mehr Wohnungen und dadurch auch mehr Bau-, Ausbau- und Renovierungstätigkeiten.

Die Dichte an Baumärkten ist in Österreich sehr hoch, die Marktteilnehmer stehen in ständigem Kampf um die Kunden und es gibt kaum noch "weiße Flecken", also mit Baumarkt-Sortimenten un-terversorgte Standorte in Österreich. Die gute Konjunktur in Österreich lässt aber auch die Baumärk-te aufatmen und entschärft ein wenig den in den letzten Jahren verhärteten "Kampf der Giganten". Insgesamt gibt es in der Baumarkt-Branche 742 Standorte, die zusammen auf eine Verkaufsfläche von rund 1,3 Mio. m² kommen - nur die überdachte und beheizte Fläche. Die Baumarkt-Branche ist auch diejenige mit den größten Outlets im Branchenvergleich. Im Durchschnitt ist ein Baumarkt 1.800 m² groß, mithalten kann da nur noch der Möbelhandel mit rund 1.000 m².

Der Handel im Baumarkt-Sektor ist in Österreich fest in den Händen einiger weniger Marktteilneh-mer. Im Wesentlichen teilten sich 2006 insgesamt 10 Unternehmen den 2,3 Mrd. Euro schweren Markt untereinander auf, die Top 5 kommen zusammen auf einen Marktanteil von knapp 89%. Doch trotz Verdrängungswettbewerb und Machtkämpfen haben nahezu alle Marktteilnehmer Zugewinne erzielen können, auch real, und das bei gleich bleibender Anzahl an Standorten und nur leicht ge-stiegener Verkaufsfläche. Allein die deutsche Baumarktkette Praktiker hat sich in Österreich nicht behaupten können und hat sich mit Ende letzten Jahres vollständig aus dem österreichischen Markt zurückgezogen. Im laufenden Jahr streiten folglich nur noch 9 Unternehmen um ein Stück vom Um-satzkuchen. Umsatzzuwächse werden jedoch nicht mehr durch weitere Expansion erreicht, denn die ist in Österreich weitgehend abgeschlossen und auch neue Marktteilnehmer sind in dieser Branchen nicht zu erwarten. Die Expansionspläne konzentrieren sich fast nur noch auf die noch wenig er-schlossenen osteuropäischen Märkte, in Österreich liegt der Fokus auf Erweiterung und Optimierung bestehender Standorte.

Trend zu kleineren Haushalten beflügelt Baumarkt-Branche
"Der Baumarkthandel wird sich auch in diesem Jahr positiv entwickeln - wir rechnen heuer mit ei-nem Plus von rund 4%", sagt DI Oberweger, Leiter der Consulting-Abteilung bei RegioPlan, voraus. "Der Baumarkt- und der Möbelhandel sind die Branchen, die in hohem Maße von der Tendenz zu kleineren Haushalten profitieren", erläutert Oberweger die Entwicklung, "denn kleinere Haushalte bedeuten auch mehr Wohnungen, die her- und eingerichtet werden wollen". Laut ÖROK-Prognosen wird die Haushaltszahl in Österreich zwischen 2006 und 2016 um 7% zunehmen, etwa doppelt so stark wie die Bevölkerung im selben Zeitraum. Die Anzahl der Single-Haushalte soll gar um knapp 16% ansteigen.

Quelle: RegioPlan Consulting "BranchenReport Baumärkte Österreich - Ausgabe 2007"

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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