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„Beerenkräfte“ gegen Blasenentzündungen und Karies

22.06.2006

Die ÖsterreicherInnen schätzen Preiselbeeren als Beilage zu Wildgerichten und Wiener Schnitzel, eventuell zu gebackenem Käse oder Desserts. Doch der süß-saure bis herbe Geschmack ist nicht der einzige Vorzug der purpurroten Früchte: sie entfalten "Beerenkräfte" gegen Blasenentzündungen und Karies. Geht es nach jüngsten medizinischen Erkenntnissen, sollte man Preiselbeersaft zur Vorbeugung trinken.

Die Heilkräfte der Preiselbeeren sind in der Volksmedizin schon
lange bekannt. Hildegard von Bingen empfahl die Waldfrüchte bereits im 12. Jahrhundert gegen Erkrankungen von Darm und Blase. Die Indianer wuschen Wunden mit Preiselbeer-Saft und legten Preiselbeer-Umschläge auf, um das Gift aus Pfeilwunden zu ziehen. Der wissenschaftliche Nachweis für die antibakterielle Wirkung ließ freilich bis Ende des 20. Jahrhunderts auf sich warten und konnte dieser Tage eindrucksvoll bestätigt werden.

Kolibakterien ausgeschaltet

1994 ergründeten Forscher der Rutgers University (New Jersey) das Geheimnis der Beeren. Sie identifizierten so genannte Proanthocyanidine, das sind verdichtete Tannine, die eine wertvolle Eigenschaft aufweisen: Sie halten unangenehme Kolibakterien, die Auslöser von Blasenentzündungen, in Schach. Dank dieser Substanzen können sich die Bakterien nicht in Blase oder Niere festsetzen und werden mit dem Urin ausgeschwemmt. So wird die drohende Infektion schon "im Vorfeld" abgewehrt, berichtete Studienleiterin Army B. Howell. Die Wirkung setzte etwa zwei Stunden nach dem Trinken ein und hielt bis zu zehn Stunden an. Ein Glas Saft am Morgen und eines am Abend seien jedenfalls ausreichend.

Personen, die Preiselbeeren zu sich nehmen, erkranken nach-weislich viel seltener an Harnwegsinfektionen. Dies bestätigte erst vor wenigen Tagen das angesehene "British Medical Journal", das von einer Studie am Universitätsklinikum Oulu (Finnland) berichtet. Die Wissenschaftler Tero Kontiokari und Kaj Sundqvist hatten den Effekt von Preiselbeersaft im Vergleich zu einem mit Milchsäure-bakterien angereicherten Getränk getestet.

Teilnehmerinnen des Experiments waren 150 Frauen mit bakteriell verursachter Blasenentzündung. Sie erhielten entweder täglich
50 ml Preiselbeersaft, 100 ml Lactobacillus-Getränk oder gar nichts verabreicht. Während 19 Personen der "Milchsäuregruppe" und 18 in der Kontrollgruppe innerhalb von sechs Monaten neuerlich an Blasenentzündungen erkrankten, waren es in der "Preiselbeergruppe" nur 9: Ihr Rückfallrisiko konnte also um mehr als das Doppelte reduziert werden.

Kampf gegen Karies

Die Antibiotika-ähnlichen Eigenschaften der Preiselbeeren entfalten sich nicht nur in den Harnwegen, sondern auch an anderen Schleimhäuten des Körpers wie im Mund oder am Zahnfleisch. An der Universität Rochester wurde entdeckt, dass ein Enzym der Beeren die zur Bildung von Zahnplaques benötigten Bakterien angreift. Unterstützt wird dieser Vorgang durch den hohen Gehalt an Vitamin C und Gerbsäure.

Eine Analyse des Darbo-Preiselbeersirups weist die Vitamine A
(Beta-Karotin), B 1, B 2, B 3 und C, aber auch Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphat sowie den bereits erwähnten Wirkstoff Anthocyan nach. Dieser soll auch zur Senkung des Cholesterinspiegels und bei der Behandlung rheumatischer Erkankungen von Nutzen sein. Mediziner machen ausdrücklich darauf aufmerksam, dass bei der Behandlung bestehender Harnwegsinfektionen nicht auf Antibiotika verzichtet werden kann. Das regelmäßige Trinken von Preiselbeersaft darf jedoch als wirksame Prophylaxe angesehen werden. Es geht überdies mit Trinkgenuß einher - eine Nebenwirkung, vor der weder Ärzte noch Apotheker warnen müssen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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