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Walter Osztovics (Kovar & Partners GmbH) und Marius Starcke (Pioneers) untersuchten die neuen Anforderungen an Mitarbeiter im Handel.

Berufsbilder im Wandel

19.10.2015

Neue Technologien, veränderte  Konsumentenbedürfnisse und ein verstärkter Kostendruck machen auch vor den Anforderungen an Mitarbeiter im Handel nicht Halt. Wie, und in welchem Ausmaß, untersuchte der Handelsverband mit einer eigenen Studie über zukünftige Berufsbilder im Handel.

Die Handelsbranche befindet sich schon seit einigen Jahren im Umbruch. Neue Technologien und veränderte Konsumentenbedürfnisse verändern von Grund auf die Art und Weise, wie Waren angeboten und vertrieben werden. Diese Entwicklungen wirken sich natürlich tiefgreifend auch auf die Mitarbeiter des Handels aus. Viele traditionelle Berufsbilder verändern sich, manche werden vielleicht völlig verschwinden, andere, bisher unbekannte Berufe werden dafür hinzu kommen. Diese Veränderungen sind von großer gesamtwirtschaftlicher Bedeutung, da die Handelsbranche einer der wichtigsten Arbeitgeber des Landes ist. Im Summe arbeiten rund 326.000 Beschäftige im Einzelhandel, und sie werden in den nächsten fünf Jahren mehr werden.

Kombination von Onlinehandel und stationärem Handel
Welcher Art diese Veränderungen sind, und welche neuen Berufsbilder sich daraus ergeben ließ der Handelsverband anhand der  Studie „Zukünftige Berufsbilder im Handel“ durch Walter Osztovics (Kovar & Partners GmbH) und Marius Starcke (Pioneers) untersuchen. Dabei ging man davon aus, dass der Onlinehandel und der stationäre Handel immer stärker miteinander kombiniert werden und damit verbunden sein werden. Das wiederum führt dazu, dass die neuen Technologien eine fast unbegrenzte Menge an Daten über jeden einzelnen Kunden bzw. über potenzielle Kunden ermöglichen. Und wenn der Onlinehandel zunimmt, beispielsweise von derzeit fünf Prozent auf 15 Prozent des gesamten Handelsvolumens, dann braucht es  auch mehr Logistik. Auch eine durchdachtere Logistik, wenn vermehrt frische Lebensmittel oder empfindliche Medikamente verschickt werden. Dazu kommt dann noch das Management von Retouren, Reklamationen und Umtausch.

Mehr Social Skills und Technikwissen
Das Ergebnis im Groben ergab folgende Schlussfolgerungen: Service am Kunden wird als Qualifikation bei Mitarbeitern im Handel stark an Bedeutung zunehmen. Denn Kunden, die einen stationären Handelsbetrieb aufsuchen, werden noch mehr als bisher Beratung und Orientierung suchen. Das heißt, Hilfe und die Vermittlung von Einkaufserlebnissen werden zu den wichtigsten Fähigkeiten der Verkäufer gehören und müssen daher verstärkt bei der Berufsausbildung berücksichtigt werden. Service bedeutet im hohen Maße Kommunikation, sprich es braucht ein Zugehen auf den Konsumenten, wobei dabei immer stärker auch technische Hilfsmittel herangezogen werden, aber ohne das diese die Funktion der im Mittelpunkt stehenden Menschen ersetzen. Das Vertraut sein mit neuen Technologien wird daher entscheidend für Karrieren im Handel sein. Diese technischen Skills sollten ebenfalls in der Aus- und Fortbildung einen hohen Stellenwert haben. Dazu kommt die Logistik im Handel, die ein schnell wachsendendes Feld ist, mit einem steigenden Bedarf an Mitarbeitern mit stark veränderten Berufsbildern.

Ausbildung muss sich auf Veränderungen einstellen
Insgesamt stehen daher die Institutionen, die für die Berufsausbildung einerseits und für den Arbeitsmarkt andererseits zuständig sind, vor der Herausforderung sich auf die Nachfrage der veränderten Qualifikationen einzustellen. Für Berufsschulen und Berufsbildende Höhere Schulen heißt es daher die Inhalte ihrer Lehrpläne an die neuen Herausforderungen anzupassen. Zusätzlich müssen Weiterbildungsmöglichkeiten in den künftig gefragten Technologien geschaffen werden, aber ebenso in den Social Skills, die für die Kundenberatung gefragt sind.

www.handelsverband.at

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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