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Bier: Ein geschenkter Elfer

07.05.2008

Die Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land ist wohl eine einmalige Chance, den Bierabsatz ordentlich anzukurbeln. Jetzt kommt’s drauf an, was die Brauerein draus machen.

Mit Carlsberg steht zwar ein „fremdes“ Bier in der medialen Auslage – das sollte aber die Chancen der heimischen Marken, während der EURO 08 einen deutlichen Mehrabsatz zu schaffen, nicht schmälern. Carlsberg wird in den EM-Stadien und Fanzonen exklusiv ausgeschenkt und nützt den Status als „offizieller Sponsor“ natürlich auch für eine Promotion im Lebensmittelhandel. Insgesamt wird sich der Mehrabsatz des dänischen Biers in Österreich aber auf ein paar Tausend Hektoliter beschränken und in den Statistiken des Brauereiverbandes kaum zu Buche schlagen. Was die heimischen Brauer viel mehr schmerzt, ist der – zusätzlich zum gesamten offiziellen Bierimport von rund 600.000hl – auf 300.000hl geschätzte Kofferraumimport, verusacht durch die biersteuerliche Benachteiligung, die, etwa gegenüber Deutschland, zwei Euro pro Kiste ausmacht. Dieser Kofferraumimport wird heuer durch den erwarteten Fanansturm vermutlich noch deutlich höher ausfallen.
Aber jetzt ist nicht der Zeitpunkt zum Jammern. Im Gegenteil: die Erwartungen der österreichischen Brauereien im Vorfeld der EURO 08 sind so hoch wie seit Langem nicht mehr. Und das mit gutem Grund. In Deutschland ist der Bierabsatz während der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2006 um zehn Prozent gestiegen – das sollte auch hierzulande zu schaffen sein. Vom 7. bis zum 29. Juni wird bei 30 Spielen in Lokalen und vor allem zu Hause vor den TV-Geräten mitgefiebert – und die allermeisten Fußballfans kühlen den dabei entstehenden Hitzestau mit Bier. Darauf sollte der Lebensmittelhandel jedenfalls vorbereitet sein.

Die Entwicklung des Biermarktes im LEH analysiert Dipl.oecotroph Anja Renz, Senior Client Executive bei Nielsen für die Handelszeitung: „Das gute Wetter im Frühling 2007 und Preissteigerungen ließen den Biermarkt wachsen. Wichtigstes Gebinde sind weiterhin die Flaschen, bei denen sich die Kleinflaschen durch Ausbau des Angebots außerordentlich gut entwickelt haben. Insgesamt wuchsen die Segmente Flaschen und Dosen mengenmäßig gleich, Dosen konnten sich wertmäßig jedoch besser entwickeln. Partyfässer haben sich gut etabliert und konnten auch 2007 zulegen. Bei den Spezialbieren konnten Biermischungen durch neue Trends, wie flavoured beer, zulegen. Radler war das am stärksten wachsende Biersegment. Der Biermarkt ist weiterhin stark promotiongetrieben, price offs haben eine deutliche Hebelwirkung.“

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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