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Biersteuer ärgert Heineken

11.03.2010

Im Rezessionsjahr 2009 hat Heineken, zweitgrößter Braukonzern der Welt, in der Region Zentral/Osteuropa (mit Österreich, Deutschland, Griechenland, Russland) an Absatz und Umsatz eingebüßt. Zur Zeit sehen sich die Brauer wegen der knappen Staatsbudgets quer durch die Region von Biersteuerplänen umgeben.

 

In Russland ist im Jänner 2010 die Biersteuer um weit mehr als das Doppelte angehoben worden, in Polen und Tschechien gab es 2009 Steuererhöhungen auf den Gerstensaft. Griechenland hat in seinem Staatssanierungsprogramm ebenfalls höhere Steuern auf Bier angekündigt.

 

In Österreich ist Bier weit stärker besteuert als Wein. Zur Zeit werden 24 Euro je Hektoliter an Biersteuer kassiert, die Bier-Kofferraumimporte aus steuergünstigeren Nachbarländern (Tschechien, Deutschland) machen 250.000 bis 300.000 Hektolitern oder drei Prozent des österreichischen Absatzes aus.

Der Umsatz der Heineken-Tochter Brau Union Österreich (BUÖ) ist 2009 trotz geringerer Volumina unter anderem nach Preiserhöhungen um 0,7 Prozent auf 509 Mio. Euro (ohne Biersteuer) leicht gestiegen. Beim Bierabsatz allerdings hat das Unternehmen (Hauptmarken: Gösser, Zipfer) mit einem Rückgang um 6,2 Prozent stärker verloren als der österreichische Markt (minus 3 Prozent). Der Marktanteil ist unter 50 Prozent (48 Prozent) gesunken. BUÖ-Chef Markus Liebl begründet das mit dem Rückzug seiner Gruppe aus Billigbieren.

 

Ergebnisse in CEE

In den derzeit 55 Brauereien und 6 Mälzereien von Heineken Central & Eastern Europe (CEE) in 14 Ländern, die von Wien aus gesteuert werden, wurden im Vorjahr 160 verschiedene Biermarken abgefüllt. Der Bierausstoß in der Region sank um 8,6 Prozent auf 46,1 Mio. Hektoliter. Heineken CEE beschäftigt 25.000 Mitarbeiter.

Der Umsatz von Heineken CEE, zweitstärkste Region des niederländischen Brauriesen, sank von 3,69 auf 3,2 Mrd. Euro, ein Rückgang um 13 Prozent. Bereinigt um Wechselkursbelastungen wird das Umsatzminus mit 2 Prozent beziffert.

Die massiven Währungsschwankungen haben vergangenes Jahr das Ergebnis mit 80 Mio. Euro belastet. Das Vorsteuerergebnis (EBIT beia) wird mit 389 Mio. Euro (plus 6,7 Prozent) angegeben. 2009 sei nach den Millardenakquisitionen in den Russlandmarkt trotz der Rezession dort der Turnaround der Investitionen erreicht worden. Turnaround-Länder seien jetzt noch Tschechien, Weißrussland und Serbien. Bei weiteren Marktkonsolidierungen in der Region will Heineken wieder aktiver Player sein, berichtet Nico Nusmeier, Präsident von Heineken CEE.

 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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