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Billiglohn-Konkurrenz drängt nach Europa

31.05.2006

Bisher hat der Großteil der aufstrebenden Unternehmen aus Wachstumsmärkten wie Indien, China oder Brasilien bei der internationalen Expansion vorrangig auf organisches Wachstum gesetzt. Nun drängen die neuen Herausforderer mit geballter Einkaufsmacht auf den europäischen Markt. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG) hervor. "Die aufstrebenden Unternehmen aus den Wachstumsmärkten kaufen sich starke Marken, Patente oder ein Vertriebsnetz", erklärt Josef Rick, Geschäftsführer bei BCG.

Die Wirtschaftsleistung dieser Herausforderer ist jedenfalls schon jetzt beeindruckend. Allein die 100 größten von ihnen wie der indische IT-Dienstleister Infosys oder der mexikanische Autozulieferer Nemak haben im Jahr 2004 zusammen rund um den Globus etwa 715 Mrd. Dollar erwirtschaftet. 110 Mrd. Dollar wurden investiert. Nach BCG-Berechnungen könnten diese Unternehmen bereits 2010 rund 40 Prozent ihrer Umsätze im Ausland erzielen. In Deutschland müssten sich insbesondere die Unternehmen aus den Branchen Automobil, Maschinenbau und Chemie auf neue Wettbewerber einstellen, warnen die BCG-Experten.

"Deutsche Unternehmen sehen sich verstärkt im eigenen Land mit neuen Wettbewerbern aus Niedriglohnländern konfrontiert", meint Rick. Die deutschen Firmen sollten die Konkurrenten nicht unterschätzen, profitieren diese doch von niedrigen Kosten, produzieren profitabel im Niedrigpreissegment und haben erfolgshungrige Mitarbeiter. Als Basis für die Expansionskraft dient den Herausforderern laut Rick ihre Führungsposition in den großen geschützten Heimatmärkten, die eine hohe Kapazitätsauslastung und stabile Einnahmequellen garantieren würden.

In ihrer Studie "100 New Global Challengers" hat die BCG aus über 3.000 Unternehmen aus zwölf Schwellenländern die 100 größten aufstrebenden Wettbewerber für europäische Unternehmen ausgewählt. Voraussetzung für die Aufnahme in die Top 100 war ein Mindestumsatz von einer Mrd. Dollar, der zu mindestens zehn Prozent im Ausland erzielt wurde. Der Großteil der neuen Herausforderer kommt demnach aus Asien und zwar vor allem aus China (44) und Indien (21). Insgesamt 18 Unternehmen der Top 100 stammen aus Brasilien oder Mexiko, die übrigen aus Ägypten, Russland und der Türkei.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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