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2016 machte der Bio-Umsatz in Österreich bereits 1,6 Mrd. Euro aus

Bio-Branche legt weiter zu

30.10.2017

Die Prognosen für die internationale Bio-Branche sind mehr als positiv. Nach Jahren des kräftigen Wachstums geht man auch weiterhin von Steigerungen aus. In Österreich nimmt der Bio-Anteil am Lebensmittelumsatz ebenfalls konstant zu. Dem Trend entsprechend wird die Bio-Lebensmittelmesse Biofach 2018 ihre Ausstellungsflächen um zwei Hallen erweitern.

Die Bio-Branche ist weiterhin im Aufwind. Der globale Bio-Markt nähert sich 90 Mrd. US-Dolla-Grenze beim Umsatz und ist weiterhin im Aufwärtstrend – laut Zukunftsprognosen auch in der Zukunft. Besonders hoch sind die Wachstumsraten in Nordamerika und Nordeuropa. In den USA beträgt der Bio-Marktanteil derzeit 5 Prozent, die Organic Trade Association (OTA) beziffert den Umsatz 2016 auf 43 Mrd. US-Dollar. Aber auch Europa verzeichnet gute Ergebnisse. In Deutschland wuchs der Bio-Markt 2016 laut Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) um knapp 10 Prozent, in Frankreich gab es laut  Agence Bio für den gleichen Zeitraum sogar ein Plus von mehr als 20 Prozent. Auch Großbritannien befindet sich mit einem Zugewinn von sieben Prozent zurück auf dem Wachstumspfad. Spanien, Irland und Schweden hatten bereits 2015  Zuwächse von mehr als 20 Prozent.

Europa steigert Bio-Anbauflächen

„Der globale Markt für Bio-Lebensmittel sowie -Getränke nähert sich 2016 nach vorläufigen Berechnungen einem Volumen von rund 90 Mrd. US-Dollar. Hohe Wachstumsraten gab es in allen Weltregionen, besonders jedoch in Nordamerika und Nordeuropa“, stellt Amarjit Sahota von der Londoner Unternehmensberatung Ecovia Intelligence (vormals Organic Monitor) fest. Dabei gäbe es jedoch zunehmende Bedenken hinsichtlich einer ausreichenden Versorgungssicherheit mit Bio-Rohstoffen. „Wir freuen uns sehr, schon jetzt über ein weiterhin anhaltendes Wachstum bei der Bio-Fläche weltweit im Jahr 2016 berichten zu können. In den meisten europäischen Ländern hat die Bio-Fläche 2016 zugenommen, wenn auch nicht in allen“, erläutert Helga Willer vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau in der Schweiz. Sie stellt zusammen mit Julia Lernoud seit vielen Jahren im Auftrag von IFOAM – Organics International, dem Weltdachverband der Bio-Bewegung und internationalen Schirmherrn der Bio-Weltleitmesse Biofach, und von FiBL, dem schweizerischen Forschungsinstitut biologischer Landbau,  eine Übersicht über die Entwicklung der Bio-Flächen auf allen Kontinenten zusammen. Rückgänge gab es in Griechenland, Polen und Rumänien.

1,6 Mrd. Euro Bio-Umsatz in Österreich

Seit jeher ist Österreich neben Dänemark und der Schweiz einer der Vorreiter für Bio-Erzeugung und -Konsum in Europa. Seit über zwei Jahrzehnten wird der ökologische Anbau vor allem auch in den Bergregionen zielgerichtet unterstützt. Regionale Verarbeitung und -Vermarktung stehen daher hoch im Kurs. Nicht verwunderlich, dass der Bio-Anteil am Gesamtumsatz für Lebensmittel in Österreich konstant zunimmt. Betrug dieser 2013 noch 6,7 Prozent, kletterte er auf 8,6 Prozent im ersten Halbjahr 2017, so die Analyse von RollAMA/AMA-Marketing. Besonders nachgefragt ist Bio-Qualität bei Eiern (20 Prozent Marktanteil), Frischmilch (18 Prozent), Kartoffeln (16 Prozent) und frischem Gemüse (14 Prozent). Weniger hoch liegt der Bio-Anteil beim Fleisch. Dieser wuchs zwar von 3,6 Prozent in 2014 auf 4,6 in 2016, liegt jedoch nach wie vor unter dem Durchschnitt. Bei Wurst und Schinken beträgt der Bio-Anteil erst 2,6 Prozent. Die Anzahl der Bio-Betriebe stagniert in Österreich seit Jahren auf verhältnismäßig hohem Niveau. Bereits Mitte der Neunziger Jahre gab es in der Alpenrepublik rund 20.000 Bio-Betriebe. 2015 lag sie bei 20.779, und ist damit über zwei Jahrzehnte beinahe unverändert geblieben. Der gesamte Bio-Umsatz belief sich 2016 in Österreich auf 1,6 Mrd. Euro. Davon entfielen 75 Prozent auf den LEH, 19 Prozent auf den Fachhandel und 6 Prozent auf die Gastronomie.

Biofach 2018 erwartet 2950 Aussteller

Auch an der Biofach, der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, erkennt man die positive Entwicklung. Gestartet ist die Messe 1990 in Ludwigshafen mit 197 Ausstellern und 2500 Besuchern, 2017 waren es, mittlerweile in Nürnberg, schon 2793 Aussteller und 51.453 Besucher. Und die Nachfrage der Aussteller reißt nicht ab. Die nächste Biofach, die von 14. bis 17. Februar 2018 stattfindet, wird um zwei Hallen erweitert. Erwartet werden insgesamt mehr als 2950  Aussteller, weshalb die Hallen 4A und 8 dazukommen. Schwerpunktthema im kommenden Jahr ist „Next Generation“, das wie üblich vom internationalen Schirmherren IFOAM – Organics International sowie dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und der Biofach gestaltet wird. (ar)   

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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