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Der Umsatz im Bio-Sektor ist weltweit auf fast 64 Mrd. US-Dollar gestiegen.

Bio trotzt weltweit allen Krisen

17.12.2014

Biologische Lebensmittel gehören mittlerweile zum normalen Alltag, sowohl für die Landwirtschaft, den Handel und auch für Kunden. Mit einem Bio-Umsatz von 127 Euro pro Kopf liegt Österreich im europäischen Spitzenfeld.

Bio ist längst keine Nische mehr. Rund um den Globus steigt Jahr für Jahr das Interesse an biologisch produzierten Lebensmitteln. Ein immer größeres Angebot an Bio-Lebensmitteln, neue Vertriebskanäle sowie eine gute Kundenbindung führen zu nachhaltigen Umsatzzuwächsen. Der Umsatz im Bio-Sektor soll laut Organic Monitor derzeit rund 63,8 Mrd. US-Dollar (ca. 51,66 Mrd. €) betragen. Eine sensationelle Entwicklung, wenn man bedenkt, dass im Jahr 2000 der globale Bio-Umsatz noch bei knapp 18 Mrd. US-Dollar lag. Man kann also davon ausgehen, dass es in den nächsten Jahren weitere Zuwächse gibt. Mit an der Spitze ist Europa, auf das 41 Prozent des weltweiten Gesamtumsatzes entfallen. Trotz Krisenzeiten ist Bio in Europa ein riesiger Erfolg. Laut Marco Schlüter, Direktor der International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM), sparen die Konsumenten mit­t­lerweile bei Urlauben, aber nicht bei qualitativ hochwertigen Lebensmitteln.

Alle Vertriebskanäle legen zu
In Deutschland stieg der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in allen Vertriebskanälen 2013 von 7,04 auf rund 7,55 Mrd. Euro. Das ist laut Bund Ökologische Landwirtschaft (BÖLW) in Berlin ein Plus von 7,2 Prozent. Auch in den Niederlanden, das Partnerland der Biofach 2015, legt Bio kontinuierlich zu. Nach Schätzungen des Dachverbandes Bionext in Zeist hat der Umsatz 2013 rund 1,06 Mrd. betragen, wobei bereits 55 ­Prozent des Umsatzes über konventionelle Supermarktketten erzielt wurden. Ebenso erfreulich läuft es in Österreich. Der Bio-Sektor entwickelt sich auch hierzulande anhaltend positiv. Mit einem Umsatz von rund 1,065 Millionen Euro (2011) belegte Österreich 2012 im Ranking der größten Märkte für Bio-Produkte weltweit den hervorragenden achten Platz (Quelle: FiBL ,AMI, IFOAM). Laut RollAMA, bei der Daten von rund 2500 österreichischen Haushalten herangezogen werden, lag der Bio-Anteil aller Einkäufe von Frisch­produkten im österreichischen Lebensmittelhandel 2013 bei 7,2 Prozent – ein international beachtlicher Wert. Den höchsten Bio-Anteil im ­heimischen ­Lebensmittelhandel haben Eier mit 16,5 Prozent, gefolgt von Milch (13,9 %) und Erdäpfeln (3,2 %). Summa summarum sollen die ­Pro-Kopf-Ausgaben für Bio-Produkte in Österreich laut FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Land­­bau) bei 127 Euro liegen. Damit belegte Österreich 2012 den fünften Platz im weltweiten Ranking.

Nachfrage größer als das Angebot
Diese positive Entwicklung hat nur einen Wermutstropfen: Die Nachfrage nach Bio-Produkten wächst in vielen Ländern, wie Deutschland, Frankreich und Niederlande, schneller als die eigene Produktion im Land. Eine Tatsache, die auch Gerard Versteegh, Gründer der holländischen Großhandelsfirma Tradin Organic und Präsident der internationalen Großhandelsfirma Sun Opta, bestätigt. Das ist für Österreich, wo 19,7 Prozent der landwirtschaftlich genutzen Fläche für den Bio-Anbau genutzt wird, aber kein Nachteil. Heimische Produkte haben sich in einigen Bereichen bereits über den Heimmarkt hinaus entwickelt. Einer der wichtigsten Exportmärkte für Bio-Produkt aus Österreich ist ­Deutschland. AR

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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