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DI (FH) Manuel Hofer, MBA, Geschäftsführer des Markeninhabers TOP-TEAM Zentraleinkauf; Otto Bauer, Bereichsleitung Eigenmarken, TOP-TEAM Zentraleinkauf; Thomas Panholzer, MBA, Geschäftsführer Transgourmet Österreich ; Dipl.-Kfm. Andreas Haider, Geschäftsführer Unimarkt Gruppe)

Biomarke „natürlich für uns“ wird klima- und CO2-neutral

03.10.2019

Erster Schritt in großem Nachhaltigkeitsprozess – die Umstellung wurde ein Jahr lang vorbereitet

Jeder 10. heimische Bio-Bauer arbeitet direkt oder indirekt für „natürlich für uns“, das Sortiment der Bio-Dachmarke umfasst rund 600 Bio-Artikel, täglich legen 13.000 Hühner Eier für „natürlich für uns“ und mehr als 700 Bio-Kühe geben dafür ihre Milch. Das sind nur einige der beeindruckenden Zahlen, mit denen die Bio-Marke – die in über 750 Geschäften bei UNIMARKT, Transgourmet Österreich, Eurogast Österreich, Kiennast Groß- und Einzelhandel, Pfeiffer Großhandel Nah & Frisch und MPreis vertrieben wird – anlässlich ihres 10. Geburtstags Bilanz zieht. Zum Jubiläum bekommt die Marke einen völlig neuen Auftritt – das Logo wurde komplett überarbeitet, neue Verpackungen werden sukzessive eingeführt und mit relaunchter Website und Social Media Kampagnen wird auch die Kommunikation neu aufgestellt. Außerdem wird „natürlich für uns“ noch nachhaltiger: Ab sofort steht „natürlich für uns“ für „Bio mit Mehrwert“, denn die Marke wird als erste heimische Bio-Marke vollständig klima- und CO2-neutral.

Klimaneutralität: Ausgleich durch Emissionszertifikate

Dieser Schritt wurde ein Jahr lang vorbereitet und vom deutschen Beratungsinstitut Fokus Zukunft GmbH & Co KG begleitet und bestätigt. Mittels Emissionszertifikaten wurde der CO2-Ausstoss der gesamten Produktpalette ausgeglichen, ab sofort darf sich „natürlich für uns“ als klimaneutral bezeichnen – als einzige Bio-Marke österreichweit. Doch das ist, so DI (FH) Manuel Hofer, MBA, Geschäftsführer des Markeninhabers TOP-TEAM Zentraleinkauf GmbH, erst der Anfang: „Mit der Umstellung der gesamten Marke „natürlich für uns“ auf ein klimaneutrales Sortiment haben wir einen großen Nachhaltigkeitsprozess gestartet und möchten einen Stein ins Rollen bringen, der hoffentlich andere motiviert, diesen Weg ebenfalls zu gehen“, erklärt er die Ambition dahinter. Und weiter: „Wir sind die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels spürt und die letzte, die dagegen etwas tun kann“, zitiert er den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama. „Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung und wir laden Konsumenten, Gastronomen und Produzenten dazu ein, diesen Weg mit uns zu gehen.“ Jede Kaufentscheidung, so Hofer, ist eine für oder gegen Bio, für oder gegen Regionalität, für oder gegen Nachhaltigkeit.

Handel und Konsumenten tragen gemeinsame Verantwortung

Thomas Panholzer, Geschäftsführer vom Gastronomie-Großhändler Transgourmet Österreich, bestätigt dies: „Nur gemeinsam können wir unserer Verantwortung für die nächsten Generationen gerecht werden und etwas erreichen. Wir geben mit unserer Marke „natürlich für uns“ dem Thema Bio einen festen Platz im Handel und wollen durch verstärkte Kommunikation die Konsumenten und Gastronomen dazu motivieren, sich für Produkte in zertifizierter Bio-Qualität zu entscheiden.“

Nach dem nun erfolgten Startschuss soll als nächstes ein Fünf-Punkte-Plan gestartet werden, um mittelfristig Emissionen auch bei Produktion, Verpackung und Transport einzusparen und das Energiemanagement und den Ressourceneinsatz bei den einzelnen Produktgruppen zu optimieren. “Der CO2-Rucksack der “natürlich für uns“-Range setzt sich aus 92 % Urproduktion und Verarbeitung, 2 % Verpackung und 6 % Logistik zusammen. Wir widmen uns daher im ersten Schritt dem großen Bereich Produktion und Verarbeitung – damit haben wir den größten Hebel“, so Manuel Hofer. Die Kosten dieses Prozesses trägt das Unternehmen; die Konsumenten sollen die neue Ausrichtung der Marke mittragen, aber nicht teuer zu spüren bekommen.

Einzige Bio-Marke für den Großhandel

Die jetzt erfolgte Umstellung auf Klimaneutralität ist die konsequente Weiterentwicklung der Marke, die vor zehn Jahren ins Leben gerufen und am heimischen Markt eingeführt wurde. Seit Beginn verstand man sich als Vorreiter; immerhin ist „natürlich für uns“ bis heute die einzige Bio-Dachmarke, die nicht nur Endkonsumenten, sondern über den Lebensmittelgroßhandel auch der Gastronomie zur Verfügung steht. Dabei war der Start gar nicht einfach: „Zuerst wollten die Produzenten gar nicht liefern, die wenigsten glaubten an eine Bio-Marke für die Gastronomie“, erinnert sich Otto Bauer, Markenverantwortlicher bei TOP-TEAM, an die Anfänge. Doch die Zahlen sprechen eine erfolgreiche Sprache: Gestartet wurde im Jahr 2009 mit 23 Lieferanten und knapp 90 Artikeln, heute liefert ein Pool von 74 Lieferpartnern insgesamt 600 Artikel aus dem gesamten Food-Bereich, von denen mehr als die Hälfte exklusiv für den Gastronomie-Großhandel entwickelt wurde. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Umsatz verzehnfacht, mittlerweile arbeitet jeder zehnte heimische Bio-Bauer direkt und indirekt für „natürlich für uns“, wie Bauer stolz erzählt. Der Umsatz lag 2018 bei insgesamt 31 Millionen Euro.

Bio als Wettbewerbsvorteil in der Gastronomie

Gerade die Nachfrage im Gastronomiesektor wächst – von den jährlich 3,5 Millionen „natürlich für uns“-Eiern gehen knapp die Hälfte an Restaurants und Hotels; und auch der Umsatz der Bio-Milch wird zu mehr als einem Drittel im Gastro-Sektor erwirtschaftet. „Ein Gastwirt, der sich für Bio-Lebensmittel entscheidet, folgt keinem kurzen Trend, sondern einer bewussten Philosophie, positioniert sich dadurch am Markt und sichert so mitunter eine langfristige hohe Gästebindung und -zufriedenheit“, ist Thomas Panholzer überzeugt. „Besonders dann, wenn Bio – und auch Regionalität – sichtbar ausgelobt werden können, schafft man sich als Gastronom einen Wettbewerbsvorteil“, weiß Panholzer vor allem im Hinblick auf die sogenannten „Tischgast-Artikel“ – sprich jene Produkte, die der Gast direkt und verpackt im Restaurant vorfindet. Speziell beim Frühstück – egal ob am Buffet oder an den Tisch serviert – werden Produkte aus biologischer Landwirtschaft vom Gast immer häufiger begrüßt bzw. erwartet. „Aber auch bei verarbeiteten Produkten, wie etwa Fleisch oder Gemüse, erleben unsere Gastro-Kunden, dass das Ausloben biologischer Zutaten etwa in der Speisekarte von ihren Gästen sehr bewusst und positiv wahrgenommen wird“, so Panholzer.

Starke Zahlen: Bio wächst in allen Bereichen

Diese Entwicklung – der Trend zu mehr Bio und Nachhaltigkeit in der Gastronomie – bestätigen auch aktuelle Zahlen. So hat eine Studie von Bookatable by Michelin aus dem April dieses Jahrs ergeben, dass knapp drei Viertel der Befragten Restaurants bevorzugen, in denen Nachhaltigkeit eine Rolle spielt. Und auch allgemein ist der Biomarkt im Steigen – so haben etwa in Österreich die Umsätze mit Bioprodukten laut einer Studie von Reuter, Grüne Köpfe, in den vergangenen fünf Jahren um unglaubliche 46 Prozent zugenommen. Die am raschesten wachsenden Segmente sind laut Manuel Hofer seit Jahren vor allem die Bereiche Brot & Gebäck, Eier, Molkereiprodukte und Obst und Gemüse. „Gerade in den letzten Jahren bemerken wir aber auch einen starken Trend zu nachhaltigem Fleisch, Geflügel und Wurstwaren sowie sehr gute Wachstumsraten im Bereich vegetarischer und veganer Produkte“, so der TOP-TEAM Zentraleinkauf Geschäftsführer.

Regional + Bio = echte Nachhaltigkeit

Dabei geht es schon längst nicht mehr rein um Bio, sondern wurde ergänzt um die Nachfrage nach regionalen Produkten. „Wir haben diese Entwicklung ein wenig vorweggenommen und uns mit „natürlich für uns“ von Beginn weg als Bio-Marke mit starkem regionalem Bezug positioniert“, erklärt Manuel Hofer nicht ohne Stolz. „80 Prozent unserer Lieferanten stammen aus Österreich, und mit heimischen Produkten erzielen wir mehr als drei Viertel unseres jährlichen Umsatzes betont“, er den wirtschaftlichen Aspekt hinter der strategischen Ausrichtung. Dabei sucht man vor allem Lieferpartner mit einem breiten Sortiment, um gut gebündelt und logistisch bestmöglich aufgestellt zu sein und wirtschaftlich und ressourcenschonend arbeiten zu können. Die Idee scheint sich für beide Seiten auszuzahlen: Die meisten Lieferanten von „natürlich für uns“ arbeiten seit Jahren mit der Marke zusammen und sind zum Teil durch sie groß geworden. Hinter den einzelnen Produkten finden sich bekannte Namen wie Kärntnermilch, Schlierbacher Stiftskäse, die Sonnberg Biofleischerei, Hütthaler, Pichlers Bio Handel, Schälmühle Nestelberger, Ölmühle Schalk oder Pölzers Essig.

Lokale Bio-Produzenten im Einzelhandel

„Das grundsätzliche Bewusstsein für hochwertige Lebensmittel wie Bio-Produkte oder Erzeugnisse aus regionaler Produktion ist seit vielen Jahren ein Herzstück der UNIMARKT-Sortimentspolitik und steht heute mehr denn je im Mittelpunkt des medialen Fokus,“ so Haider. Von dieser regionalen Ausrichtung profitieren auch die Bio-Produzenten. Andreas Haider weiß, „dass wir für viele Produzenten ob der regionalen Vertriebsschwerpunkte eine echte Chance sind. Einige „natürlich für uns“-Lieferanten könnten größere Handelsketten aufgrund ihrer begrenzten Warenmengen oder aber auch der Distanzen zu den Zentrallagern gar nicht beliefern. Wir geben ihnen eine Chance, ihre Produkte dennoch im Einzelhandel zu platzieren und so sanft und nachhaltig zu wachsen.“

 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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