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Brau-Bilanz: Österreich liegt um einige Krügel vor Deutschland

27.02.2018

Während der Bierabsatz in Deutschland ein Rekordtief erreicht hat, können wir uns hierzulande über den Titel als Vizeweltmeister freuen. Der Pro-Kopf–Konsum mit 106 Liter wird nur von Tschechien überboten.

Im Gegensatz zu Deutschland konnte Österreich seinen Ruf als Bierland wieder einmal verteidigt. Die österreichische Brauwirtschaft konnte den Gesamtausstoß 2017 um 1,7 Prozent, auf rd. 9,7 Mio. Hektoliter (inkl. alkoholfreiem Bier) steigern. Die Exporte legten ebenfalls um 18,2 % (rd. +175.000 hl; inkl. AF-Bier) zu. Außerdem wurde hierzulande mit rd. 8,5 Mio. hl (rd. -14.000 hl oder -0,2 %; inkl. AF-Bier) und einen Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 106 Liter oder 212 Krügel praktisch unverändert viel Bier genossen. „Im Unterschied zu Österreich ist in Deutschland der Pro-Kopf-Verbrauch in den letzten Jahren rückläufig“, weiß Brauereiverbands-Obmann Sigi Menz. „Mit 106,1 Liter pro Kopf und Jahr haben wir unseren Nachbarn, der aktuell geschätzt unter 102 Liter bilanziert, mittlerweile bereits um einige Krügel hinter uns gelassen.“

Mit einem Marktanteil von 64 Prozent ist unser liebstes Bier das Lager/Märzen (ca. 5,4 Mio. hl), gefolgt von sonstigen Vollbieren (rd. 1,3 Mio. hl; -1 %) sowie Radler mit Alkohol (rd. 430.000 hl; -8 %). Letzterer hatte neben Leichtbier (-1.697 hl oder -27 %) aber auch den größten Verlust zu verzeichnen. Bevorzugt genießen wir unser Bier aus der 0,5-liter-Glasflasche, sie erreicht einen Marktanteil von 44 Prozent oder 3,76 Mio. hl. (0,33 l-Flasche: 10 % Marktanteil bzw. 832.000 hl.; Mehrweg-Anteil: 69 %.).

Am schönsten ist der Bier-Genuss natürlich in Gesellschaft. Laut einer Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstitutes Marketagent.com genießen 77,5 Prozent ihr kühles Blondes am liebsten mit Freunden oder Bekannten. Der perfekte Ort ist das private Umfeld (77,3%) knapp vor der Gastronomie (71,4%). Was uns allerdings nicht so gut schmeckt ist die Besteuerung des Kultgetränks, rund 30 Prozent des Bier-Preises im LEH entfallen auf Bier- und Umsatzsteuer. Jeder Zweite hält das für zu hoch.

Wetter schlägt sich auf Bierkonsum

Während sich die österreichischen Brauer über positive Ergebnisse freuen, schaut es für die deutschen Kollegen eher traurig aus. Schuld soll der verregnete Sommer gewesen sein. 2017 sank die im Inland getrunkene Menge um 2,5 Prozent auf 93 Mio. hl, die ins Ausland exportierte Menge um 3,1 Prozent. Mit dem deutschlandweit schrumpfenden Biermarkt und einem sinkenden Absatz kämpft auch die Bitburger Braugruppe: 2017 verkaufte sie 6,8 Millionen Hektoliter, rund 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr, dafür legte der Umsatz leicht zu (+0,6 Mio. Euro). Das geht auch auf Preiserhöhungen bei den Marken Licher und Wernesgrüner zurück, erklärt Geschäftsführer Axel Dahm. Mitte Jänner hat die Gruppe die Preise für alle Marken erhöht. Deswegen rechnet das Management auch für das laufende Jahr mit einem "deutlicheren Umsatzwachstum" bei erneut leichtem Absatzrückgang. Der Deutsche Brauer-Bund zeigt sich trotzdem optimistisch für 2018. Die Craftbier-Bewegung, die steigende Nachfrage nach alkoholfreien Bieren und die Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Sommer geben Grund zur Hoffnung auf steigende Absätze.

Heineken liefert beste Ergebnisse

Ein weiteres deutsches Nachbarland schlägt sich sehr gut in Sachen Bier, nämlich die Niederlande oder besser gesagt der Konzern Heineken. Der Brauerei-Riese, Mutter der Brau-Union mit den österreichischen Marken Gösser, Zipfer, Puntigamer und Reininghaus, ist äußerst erfolgreich unterwegs. Der Umsatz stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent (21,9 Mrd. Euro), der Gewinn um 25,6 Prozent (1,93 Mrd. Euro). Erst im vergangenen Jahr kaufte Heineken den brasilianischen Getränke- und Bierhersteller Kirin, die kalifornische Brauerei Lagunitas und zusammen mit einem Investmentfonds den britischen Pub-Betreiber Punch Taverns. 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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