Direkt zum Inhalt

Butterpreise erreichen Rekordhöhen

06.09.2017

Seit Mai letzten Jahres stieg der Butterpreis bis zu 80 Prozent. Der Grund: Steigende Nachfrage, bei sinkender Produktion. Molkereien sehen aber keine Engpässe zu Weihnachten.

Eine sinkende Milchproduktion und höhere Nachfrage der Nahrungsmittelindustrie haben den Butterpreis in die Höhe schießen lassen. Von einem sehr niedrigen Niveau aufgrund der Milchpreiskrise 2015/16 stieg der Butterpreis im österreichischen Lebensmittehandel seit Mitte 2016 teilweise auf 80 Prozent.

Ein Blick durch den Lebensmittelhandel macht es deutlich: Bei Spar kostete die Eigenmarkenbutter Anfang März 2017 noch 1,59 Euro und zuletzt 2,19 Euro. Laut Spar steht aber eine weitere Preiserhöhung an: Wahrscheinlich wird der Preis der Eigenmarkenbutter in Kürze auf 2,39 Euro angehoben. Weil die Rohstoffpreisentwicklungen den Molkereien und Bauern zu Gute kommen erhöhte man bei Hofer den Butterpreis von 2,29 Euro auf 2,59 Euro.

Bei Rewe (Billa, Merkur, Penny, Adeg) zahlt man anstatt 1,29 Euro jetzt 2,39 Euro. Rewe-Chef Frank Hensel sieht den Höhepunkt erreicht und glaubt dass es sich wieder beruhigen wird, außerdem gebe es auch immer wieder Aktionen. "Ich bin mir sicher, dass wieder einen Gegenbewegung kommt", sagte Hensel kürzlich bei einem Pressegespräch in Wien. Er persönlich findet den Preis nicht unmöglich, kann die Verärgerung der Kunden aber verstehen, denn "Butter, Milch und das Schnitzel sind sehr emotionale Produkte". 

Milch-Mangel

Feststeht, dass der Preisanstieg eine Reaktion auf die Milchpreiskrise 2015/16 ist, wegen der die Milch- und Butterpreise über längere Zeit sehr tief lagen. Durch die sinkende Milchproduktion bei gleichzeitig steigender Nachfrage der Nahrungsmittelindustrie sind dazu die Lagermengen nicht sonderlich groß, so Johann Költringer, Geschäftsführer der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM). 

Mit den selben Problemen habe auch unsere deutschen Nachbarn zu kämpfen. Zuletzt haben deutsche Diskonter die Preise im Juli um 30 Cent angehoben. "Das Angebot reicht derzeit nicht aus um die Nachfrage zu bedienen", sagt AMI-Milchmarktexperte Andreas Gorn. Daraus folgt selbstverständlich eine geringere Verfügbarkeit an Milchfett, aber gerade Butter, Sahen und Co. sind im Verlauf der letzten Jahre aber um einiges beliebter geworden.  "Das Wachstum der Light-Produkte ist einfach vorbei", erklärt Eckard Heuser, Geschäftsführer des deutschen Milchindustrieverbands. Der selben Meinung ist auch Gorn, "Viele Verbraucher kehren zurück zu mehr Genuss, da ist Fett ein wichtiger Faktor". Nicht zuletzt nutzt mittlerweile die weiterverarbeitende Industrie lieber wieder tierisches als pflanzliches Fett in ihren Rezepturen. 

Die steigenden Butterpreise und Berichte über mögliche Lieferengpässe sind ein weltweites Phänomen, weil Butter gut lagerbar ist und ähnlich wie Magermilchpulver international gehandelt wird. "Die starke Nachfrage kommt vor allem aus asiatischen Ländern, wo sich die Wirtschaft günstig entwickelt", erklärte der Agrar-Ökonom Franz Sinabell vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). 

Das weihnachtliche Backen wird heuer also vermutlich teurer, denn eine Trendwende ist nicht in Sicht. Trotzdem sollten sich Kunden nicht vor lehren Kühlregalen fürchten. Die VÖM ist sich sicher, dass es zu Weihnachten keine Engpässe geben wird, weil die höheren Preise die Bauern wieder zu einer größeren Milchproduktion motivieren würden. Eine gestiegene Milchmenge könnte so dann die Milchproduktpreise wieder senken. 

 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Industrie
30.08.2017

Berglandmilch gab bekannt, dass der Milchpreis ab September erneut steigen wird. Nach Einschätzung des Molkereiriesen Arla Foods könnte es zu Weihnachten zu Engpässen bei Milchprodukten kommen.  ...

Industrie
30.06.2017

Laut Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) wendet sich der Milchmarkt wieder zum positiven. Insbesondere bei Butter sind EU-weit stark gestiegene ...

Markenartikel
12.06.2017

Der Markt für Joghurt-Butter wächst kontinuierlich. 2016 hatte das Marktsegment ein Absatz-Plus von 5 Prozent (lt.  Nielson MT im Jahr 2016). 

Markenartikel
08.06.2017

Maresi geht mit dem wachsenden Trend der Milchalternativen mit, für all jene die nicht auf To-Go Produkte aber auf herkömmliche Milch verzichten möchten.

Markenartikel
19.05.2017

Auch dieses Jahr will Exquisa mit seiner „Creation des Jahres“  Frischkäse-Fans überzeugen. 

Werbung