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CIES: Sicherheit für Kokosnuss und Co.

07.03.2007

Bewusstsein schaffen, Hersteller schulen und Produkte vor Angriffen von außen schützen – bevor Kokosnuss und Co. sicher in unseren Regalen landen, muss allerdings noch einiges abge­hakt werden.

Catherine Geslain-Lanéelle, Executive Director der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA.

Zahlreiche Standards schützen die Sicherheit: BRC, SQF, IFS oder HACCP – an Methoden zur Zertifizierung von Lebensmitteln und ihres Weges vom Hang zum Händler mangelt es nicht. Allerdings sind weder der Global Standard des British Retail Consortiums noch der International Food Standard oder Hazard Analysis and Critical Control Points auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Natürlich haben sie unterschiedliche Schwerpunkte – diese im Sinne des Konsumenten transparenter zu machen und miteinander zu verbinden, ist bislang nicht gelungen. „Wir haben interne Standards geschaffen, der Wildwuchs war nicht mehr zu ertragen“, sagt Peter Overbosch, Senior Director für den Bereich Quality EMEA & Global QCMS bei Kraft Foods Deutschland. Und damit diese Standards auch alle kennen, bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitern 70 verschiedene Qualitäts- und Sicherheitskurse online an.

Wer haftet?
Qualitätskontrolle und Lebensmittelsicherheit müssen auf den Schultern von Produzenten wie Händlern gleichermaßen verteilt werden. „Die Kunden pflegen ein sehr persönliches Verhältnis zu unseren Geschäften in den jeweiligen Ortschaften. Wir können uns nichts anderes als das Beste leisten“, sagt Cory Hedman, Direktor für Lebensmittelsicherheit und Qualitätskontrolle bei Hannaford, einer Tochtergesellschaft des Handelskonzerns Delhaize America. Seiner Erfahrung nach ist es jedoch sehr schwierig, die Nahrungsmittelhersteller ins Qualitätsboot zu holen: „Sie wehren sich mit Händen und Füßen gegen eine Einflussnahme von außen und wollen damit in Ruhe gelassen werden.“
Und das nicht zuletzt wegen der Kosten, die mit einer Zertifizierung einher gehen. In Südafrika beispielsweise exportieren rund 4.000 Bauern 300.000 Tonnen Früchte ins Ausland. Dort gelten so genannte doppelte Standards: „Haben die Früchte Saison, müssen die Bauern sie nach speziellen Kriterien anliefern. Kommt die Orange aus dem Glashaus, werden die Zertifizierungen nicht beachtet“, sagt Lise Korsten, Pflanzenpathologin der Universität Pretoria.
Und gerade bei den Bauern, am Anfang der Supply Chain, sei die Qualität gefährdet, wenn das Obst in offenen und unsauberen Trucks zu den Schiffen oder Flugzeugen transportiert wird. Sein soziales Gewissen zu beruhigen und die Devise „buy local“ zu berücksichtigen sei eine Sache – sichere Produkte zu fordern und gleichzeitig die Margen für die Bauern niedrig zu halten, eine andere, warnt Korsten.
Eine der Lösungen sieht die Pflanzenpathologin im Training der Bauern, um beispielsweise das Hygiene-Management zu verbessern.
In den USA hat das Problem drei Gesichter: Food Safety, Food Security und Food Defense. Food Safety schützt vor unabsichtlicher Kontanimation der Produkte, Food Security beschreibt die Verlässlichkeit der Supply Chain und Food Defense konzentriert sich auf den Schutz vor böswilligen und absichtlichen Attacken auf Lebensmittel. „Vor allem die Angriffe von Terroristen, die über die Nahrung Nationen treffen wollen, nehmen zu“, warnt Robert B. Gravani, Professor für Ernährungswissenschaften an der Cornell University. „Wir sollten diesen Weckruf hören und unsere Nahrungsmittel besser schützen.“

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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