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Coverstory

18.09.2002

Schalle will mehr Fläche
Rewe Austria. Der Generaldirektor von Rewe Austria, Veit Schalle, fordert die Zulassung größerer Geschäftsflächen und eine Änderung bei den Ladenöffnungszeiten.

Veit Schalle, Generaldirektor von Rewe Austria, forderte Mitte August in der ORF-Radioreihe "Im Journal zu Gast", für Supermärkte größere Geschäftsflächen zuzulassen. 600 m2 seien nicht ausreichend, benötigt würden mindestens 800, plus 200 m2 Lager und Parkplätze. Ebenfalls ein Dorn im Auge ist Schalle die derzeitige Öffnungszeiten-Regelung.
Der Generaldirektor pocht auf die Möglichkeit, in der Woche 72 Stunden geöffnet haben zu können. Und: Schalle würde gerne bei den Kollektivvertragsverhandlungen mitmischen.

Österreich sei ein westliches europäisches Land, da müsse es möglich sein, zwischen 7 und 20 Uhr einkaufen zu gehen, betonte Schalle. Alle Parteien seien für eine Neuregelung etwa dahingehend, die derzeit 66 auf 72-Wochenstunden aufzustocken. Es sei allein Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, der dagegen sei, weil er seine Klientel schützen wolle, so Schalle.
In Sachen Kollektivverträge übt Schalle vor allem Kritik an der Gewerkschaft. "Wir sind bei der Gewerkschaft nicht willkommen", Mitsprache sei nicht gefragt. Dabei gehe es aus Sicht von Rewe um "sinnlose Bestimmungen", die auch den Mitarbeitern nichts brächten, wobei Schalle kein konkretes Beispiel nannte. Im Gegenzug müsste man die Einstiegsgehälter anheben, sonst werde man keine Leute mehr finden.

Als Konzept gegen Diskonter fahre man derzeit den Ausbau der Eigenmarken wie etwa Clever und Quality Line. Die Kunden würden für ein Produkt nicht mehr zahlen wollen. Es werde zwar immer Topmarken geben, diese müssten dann aber auch einen Vorteil bieten.
Kritik übt Schalle zudem am Umgang der Politik mit dem Konkurrenten Spar. Im Westen bekomme Rewe fast keine Genehmigung für einen Verbrauchermarkt, Spar schon, weil man dort die bessere Lobby habe. Wenn Spar sich wo ansiedle, heiße es, die Nahversorgung werde geschützt, wenn Billa mit 400 m2 komme, sei von Zerstörung die Rede. Rewe habe man aus kartellrechtlichen Gründen zudem die Übernahme von Meinl im Osten untersagt, Spar mache nun Ähnliches mit den Maxi-Märkten und das werde zugelassen. Es werde daher eine Beschwerde beim Kartellamt in Brüssel gegen dieses Messen nach zweierlei Maßstäben geben, so Schalle.

Als Aufgaben nannte Schalle einerseits die Modernisierung des Filialnetzes, andererseits die Expansion in den Reformländern, wobei es so sei, dass Österreich derzeit noch die Ostaktivitäten finanziere. red/apa

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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