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Coverstory

02.06.2003

Road pricing. Die Industrie fordert, dass bevor stehende Belastungen kompensiert werden.

Klare Forderungen nach massiven Kompensationen durch die Belastung aus dem Lkw-Road Pricing fielen bei einer Podiumsdiskussion der Bundessparte Industrie mit Friedrich Macher, Vorstandssprecher von Kühne&Nagel, Markus Liebl von der Brau Union Österreich, Walter Hörndler von Adeg sowie Nikolaus Glisic vom Fachverband des österreichischen Güterbeförderungsgewerbes unter Moderation von Prof. Sebastian Kummer vom Institut für Transportwirtschaft. Eine Senkung der KFZ-Steuer auf EU-Mindestniveau sei für die Betriebe überlebenswichtig, forderte Glisic. Gleichzeitig erwarte sich die Transportbranche einen Ökobonus für abgasarme LKW und Busse ab 2004.

Besonders im Hinblick auf die heimische Exportwirtschaft rechne man durch das Road Pricing mit schweren Wettbewerbsnachteilen. Da die Transportbranche das erste Glied in der Zahlungskette und damit „Steuerinkassant“ der Lkw-Maut sei, werde man an einer gesonderten Ausweisung der Maut bei der Preisgestaltung nicht vorbeikommen, so Glisic.

Maut wird weitergegeben
Die Frage sei nicht mehr, wer zahlt, sondern wieviel der Konsument zahlt, so Liebl und Hörndler unisono. Bereits jetzt sei die Logistik enorm unter Druck.
Bei Adeg rechne man bei 9 Millionen gefahrenen Kilometern pro Jahr (die Hälfte davon auf höherwertigem Straßennetz) mit einer Mehrbelastung von 1 Mio. E. Einsparungspotenziale durch Outsourcing und Lagerverlegungen innerhalb Österreichs bewegten sich lediglich bei rund 10 %.
Das Road Pricing werde die Chancen der Erweiterung massiv betreffen. Zum Vergleich: Während in Österreich für 80.000 gefahrene Kilometer 22.000 E fällig werden, zahlt man in Ungarn 2.024 E und in Tschechien lediglich 392 E Maut.

Kein Alleingang
Darüber hinaus sei unsicher, ob und wann die deutsche Maut kommen werde, ergänzte Werner Müller für die Bundessparte Industrie. Entscheidend sei vor allem für die exportierende Industrie, dass sich alle Rahmenbedingungen der Lkw-Maut strikt am Vergleich zu den wichtigen Handelspartnern Österreichs orientieren. „Weder die Industrie noch die Transportdienstleister können sich einen österreichischen Alleingang leisten – die Rechnung zahlt der Konsument über höhere Produktpreise und der Wirtschaftsstandort Österreich durch verringerte Wettbewerbsfähigkeit“, so Müller.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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