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Coverstory

27.11.2003

Wechsel. Der erfolgreiche Vorarlberger Lebensmittel-Einzelhändler
Sutterlüty kooperiert mit Rewe Austria und beendet die Zusammenarbeit mit der Spar-Gruppe.

Noch mehr Stärke für das Unternehmen, noch mehr Vorteile für den Kunden, mehr Eigenständigkeit und eine bessere Basis für das Angebot regionaler Produkte sind die Vorteile, die Mag. Jürgen Sutterlüty zur Aufsehen erregenden Kooperation mit Rewe Austria nennt. Im Wechsel von der Spar-Gruppe zu Rewe sieht er ein zeitgerechtes Agieren im sich stark verändernden Lebensmittel-Einzelhandel, um erfolgreich am Markt zu bleiben. Spar habe Sutterlüty wie einen Einzelhandelskaufmann behandelt.
Sutterlüty geht seit langem eigene Wege im Marketing, hat ein eigenes Controlling, Soll/Ist-Vergleich und EDV-Programme entwickelt. Leistungen dieser Art sind bei Spar im Preis mit eingerechnet, und es gab diesbezüglich kein Entgegenkommen. Mit Beginn November 2003 wurden nun 50 Jahre Zusammenarbeit mit Spar beendet. Laut Sutterlüty sei zuvor drei Jahre intensiv verhandelt worden.

Mit dieser neuen Kooperation eröffnet die Rewe nun auch in Österreich dem selbstständigen Einzelhandel den Weg in eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. „Der wirtschaftliche Erfolg von mehr als 3.000 selbstständigen Rewe-Kaufleuten, die in Deutschland einen Umsatz von mehr als sechs Milliarden Euro erzielen, zeigt, dass diese Form der Kooperation in unternehmerischer Selbstverantwortung geradezu ein Zukunftsmodell ist“, so Rewe Vorstandsvorsitzender Hans Reischl.

Die Spar ist nach eigenen Angaben nach wie vor auch ohne Sutterlüty mit rund 50 % Marktanteil, laut ACNielsen, die Nummer 1 in Vorarlberg. Die Beendigung der Partnerschaft wird von Seiten der Spar zwar bedauert, allerdings wird sich an der regionalen Identität der Spar Vorarlberg nichts ändern, heißt es aus der Spar-Zentrale.

Mit 24,9 % beteiligt sich Rewe Austria an der Sutterlüty Handels GmbH, einer Tochter der Sutterlüty-Holding AG. Diese für den Rewe-Konzern bisher unübliche Geschäftspraktik, nämlich Kapital einzubringen aber kein Mitspracherecht zu haben, bringt Rewe Austria zusammen mit Sutterlüty einen Marktanteil im Ländle von rund 25 %. Die Marktanteile des Rewe-Konzerns in Vorarlberg lagen bisher bei bescheidenen 10–12 %, Sutterlüty hielt 14,6 %.
Angestrebt werden gemeinsam rund 40 % Marktanteil laut Aussage von GenDir. Veit Schalle von Rewe Austria. Er sieht in diesem Pilotprojekt ein Zukunftsmodell für den österreichischen Einzelhandel. Es sei eine Lösung gefunden worden, die die Selbstständigkeit widerspiegelt und auf der anderen Seite alle Vorteile des Konzerns bietet. Die regionale Produktpalette bleibt erhalten. Preisvorteile ergeben sich durch das Diskontmarktsegment der „Clever-Artikel“ von Rewe, die laut Sutterlüty auch an den Konsumenten weitergegeben werden. Auch die rund 400 Produkte starke „Ja! Natürlich“ Bio-Linie findet Einzug in den Regalen von Sutterlüty.

Neuer Betriebstyp
Der für Rewe Austria neue Betriebstyp Sutterlüty bietet völlige Freiheit im Sortiment, Marketing, Personalentscheidung und agiert regionalitätsbezogen. Laut Schalle hat die Regionalität seit dem EU-Beitritt unglaublich an Bedeutung gewonnen.

Sutterlüty investiert das Rewe-Kapital in den Ausbau neuer Märkte und in die Modernisierung einiger Filialen. Zu den 16 Filialen werden bis Ende 2004 drei neue Märkte in Dornbirn und Bregenz eröffnet. Ein Ausbreiten über die Ländlegrenzen hinaus wird nicht ausgeschlossen. Für die regionalen Erzeuger, die stark mit Sutterlüty zusammenarbeiten, ergeben sich Wachstumspotenziale. Allerdings handelt es sich um kleine handwerkliche Betriebe mit Produktionsgrenzen. Auch der Obmann der Bregenzerwälder Käsestrasse Hans-Peter Metzler sieht in der neuen Zusammenarbeit mehr Chancen in der Vermarktung. Er betont aber, dass Qualität weiterhin vor Quantität stehen wird.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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