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Coverstory

03.03.2005

Rewe Austria konnte im Vorjahr den Umsatz nur mehr aufgrund neu eröffneter Filialen steigern. Im letzten Jahr seiner Amtszeit setzt Generalbevollmächtigter Veit Schalle noch einmal alles auf die Rabatt-Karte.

Rewe Austria konnte den Umsatz im Vorjahr um 1,3 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro steigern. Möglich war dies allerdings nur aufgrund der Verkaufsflächenexpansion. Ohne die 59 Neueröffnungen in den Vertriebsschienen Billa, Merkur, Penny und Bipa wäre erstmals in der Firmengeschichte ein Umsatzrückgang zu verzeichnen gewesen. Veit Schalle, Generalbevollmächtigter beim Marktführer im österreichischen Lebensmittelhandel, ist mit der Entwicklung dennoch „zufrieden“ – vor allem, weil man dem Druck der stark expandierenden Diskonter Hofer und Lidl standhalten habe können. Im Jubiläumsjahr 2003 (50 Jahre Billa) konnte noch ein Umsatzwachstum von 4,7 Prozent eingefahren werden, der Erfolg konnte im darauffolgenden Jahr mit Minus-51-Prozent-Aktionen allerdings nicht prolongiert werden.
Heuer, im letzten Jahr seiner Amtszeit, löst Schalle den Preisalarm aus und setzt noch einmal alles auf die Rabatt-Karte (minus 60 Prozent). Während die Markenartikelindustrie ob der finalen Preisschlacht Bedenken äußert, ist die neu engagierte Rewe-Austria-Pressesprecherin Mag. Corinna Tinkler bemüht, die Wogen zu glätten: „Aktionen sind die Ausnahme und nicht die Regel“, sagt sie im Gespräch mit LK-Handelszeitung. „Wir bekennen uns zu starken Marken und wollen sie forcieren. Aber auch die Industrie hat Interesse an Aktionen, weil damit größere Produktmengen abgesetzt werden und die Konsumenten von günstigeren Einkaufspreisen profitieren.“
Im laufenden Jahr soll das Flächenwachstum fortgesetzt werden. Geplant ist die Eröffnung von 24 neuen Billa-Filialen, 4 Merkur-Märkten und jeweils 20 Penny- und Bipa-Standorten.
Zur Nachfolge-Frage für den mit Jahresende 2005 in Pension gehenden Veit Schalle gibt es seitens der Kölner Muttergesellschaft noch keine konkreten Auskünfte.

Rewe-Vorstand Josef Sanktjohanser nannte die Österreich-Tochter bei der Bilanzpressekonferenz in Köln den „Bestperformer der Gruppe“. Der Umsatz bei Rewe Austria stagnierte zwar im Vorjahr bei 4,3 Mrd. Euro wegen des Vordrängens der Diskonter Hofer und Lidl. Rewe-Austria-Sprecherin Mag. Corinna Tinkler betonte, man sei mit dem kleinen Wachstum von 1,3 % zufrieden, nicht zuletzt weil 2003 wegen der Aktionen zu „50 Jahre Billa besonders gut gelaufen“ sei. Damals wuchs der Umsatz um 4,7 %. Zu der zwischen Spar und Billa tobenden Rabattschlacht sagte Tinkler nur: „Aktionen sind die Ausnahme und nicht die Regel“.
In Summe verfügte Rewe Austria in Österreich über 1.844 Filialen (971 Billa, 103 Merkur, 228 Penny/Mondo, 512 Bipa), um 59 mehr als 2003. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 400 auf 31.500 (inkl. Teilzeit und geringfügig Beschäftigte). Umgerechnet auf Vollzeitäquivalente beschäftigt der Handelsriese rund 24.600 Mitarbeiter. Im laufenden Jahr soll das Wachstum fortgesetzt werden. Geplant ist die Eröffnung von 24 neuen Billa-Filialen, 20 neuen Bipa, 4 Merkur, und 20 neuen Penny-Filialen.
Inklusive der Auslandsaktivitäten in Osteuropa und Italien setzte die Rewe Austria in 2.349 (+95) Filialen mit 51.000 Mitarbeitern 6,9 Mrd. Euro um (+2,4 %). Zur Nachfolge-Frage für den Ende 2005 in Pension gehenden Veit Schalle wollte man in Köln nichts sagen. „Wir werden das mit aller Bedachtsamkeit regeln“, sage Rewe-Sprecher Wolfram Schmuck.
Rewe mit Rekordumsatz
Deutschlands zweitgrößter Handelskonzern Rewe hat 2004 einen Rekordumsatz erzielt. Die Gesamterlöse stiegen europaweit um 4,1 % auf 40,8 Mrd. Euro. „In den Kerngeschäftsfeldern Lebensmittelhandel und Touristik sind wir deutlicher gewachsen als erwartet, und wir werden voraussichtlich das hervorragende Gesamtergebnis des Vorjahres wiederholen“, erklärte Finanzvorstand Gerd Bruse. Im Ausland stieg der Umsatz um 13 %, in Deutschland betrug das Plus 1,1 %. Rewe nimmt inzwischen 28 % ihrer Erlöse außerhalb des Heimatmarktes ein.
Mit etwa 440 Millionen Euro sei das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) im vergangenen Jahr voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahres geblieben. Auch im laufenden Jahr bleibt der Konzern mit einem Investitionsvolumen von 1 Mrd. Euro auf Wachstumskurs. Mit 580 Neueröffnungen, davon 350 in Deutschland, will die Rewe die Position in der Führungsspitze des deutschen und europäischen Lebensmittelhandels ausbauen.
Die Rewe ist nach dem Markteintritt in Russland in nunmehr 14 Ländern aktiv. Die Zahl der Beschäftigten nahm 2004 um fast 3.400 auf mehr als 196.000 zu. Davon sind 131.000 in Deutschland beschäftigt. Die Rewe-Gruppe betreibt in Europa mehr als 11.600 Märkte. In Deutschland ist sie unter anderem mit den Filialketten Minimal, Penny und Toom aktiv. Der Genossenschaftsgruppe gehören auch mehr als 3.000 selbstständige Kaufleute an.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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