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Coverstory

28.06.2005

Umsatzstagnation und reales Minus im Lebensmittelhandel. Handelskonzentration weiter steigend. Diskonter Hofer und Lidl haben 20 Prozent Marktanteil.

Der Trend zum Diskont ist im österreichischen Lebensmittelhandel weiter ungebrochen. Dies geht aus der aktuellen Branchenstudie von ACNielsen hervor. Die beiden Diskonter Hofer und Lidl haben sich im Vorjahr neuerlich stärker als der klassische Lebensmittelhandel entwickelt.

Mit einem geschätzten Umsatz von 2,86 Mrd. Euro haben Hofer und Lidl ihren Marktanteil auf 19,6 Prozent ausgebaut, schätzt ACNielsen. Rechnet man die Diskontformate Mondo/ Penn sowie Zielpunkt/Plus hinzu, liegt der Diskontanteil im Lebensmittelhandel bereits bei 28,4 Prozent. Österreich liegt damit zwar noch unter dem „Diskontland“ Deutschland, wo die Diskonter mittlerweile für mehr als 39 Prozent des Umsatzes im Lebensmittelhandel stehen, aber deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 16 Prozent.

Mag. Martin Prantl, Geschäftsführer von ACNielsen Österreich kommentiert das Jahr 2004 mit folgenden Worten: „Das vergangene Jahr startete bedingt durch Jubiläumsaktivitäten des Handel positiv, ab Mai konnten wir aber einen deutlichen Einbruch feststellen. Der kühle Sommer und die hohe Inflationsrate bremsten im restlichen Jahr die Konsumlaune deutlich. Wir beobachteten 2004 auch ein weiteres Ansteigen der Promotionaktivitäten zur Freude der Schnäppchenjäger. Fast ein Drittel der gesamten Umsätze im Lebensmittelhandel werden bereits über Aktionen verkauft. Zwar konnten damit einzelne Marktteilnehmer ihre Anteile wiederholt kurzfristig ausbauen, ein nachhaltiger positiver Umsatzeffekt auf die Gesamtmarktentwicklung blieb jedoch aus. Selbst unter Einbezug der geschätzten Umsätze, der immer noch expansiven Diskonter Hofer und Lidl, lag das Umsatzwachstum im Lebensmittelhandel nach Abzug der Inflation unter jenem von 2003. Auch im laufenden Jahr 2005 ist keine Trendwende in Sicht.“

Rewe bleibt vorne
Die Rewe-Gruppe (Billa, Merkur, Mondo/Penny, Emma) hat im Vorjahr ihre Marktführung dank der Übernahme der Minderheit an der Vorarlberger Lebensmittelkette Sutterlüty weiter ausgebaut, der Marktanteil stieg von 36,9 auf 37,2 Prozent.
Der Wechsel von Sutterlüty (ehemals Spar) zur Rewe-Gruppe im November 2003, weitere Filialexpansion sowie die laufende Umfirmierung von Mondo auf Penny – das internationale Diskontformat der Rewe – hätten das Vorjahr beim Marktführer geprägt, so die Marktforscher. Rewe habe 2004 mit 1.353 Geschäften ein Umsatzplus von 0,9 Prozent verzeichnet.

Spar holt auf
Die Nummer zwei am österreichischen Lebensmittelhandel, Spar, ist 2004 um ein Prozent gewachsen und hat damit den Abstand zum Marktführer leicht verringert. Der Marktanteil stieg von 34,2 auf 34,5 Prozent. Verantwortlich dafür sei vorwiegend die Eigenexpansion vor allem bei Eurospar gewesen, wobei die Geschäftsanzahl mit 1.454 Filialen auf Grund der Strukturbereinigung im Bereich der selbstständigen Kaufleute leicht rückläufig gewesen sei, so ACNielsen.
Die fortlaufende Strukturbereinigung hat im Vorjahr auch die Handelsfirma Adeg getroffen, deren Marktanteile von 9,1 auf 8,7 Prozent zurückgingen. Dies sei vor allem auf Geschäftsschließungen im Bereich bis 400m2 Verkaufsfläche zurückzuführen. Die Anzahl der selbstständigen Adeg-Kaufleute, die zumindest 50 Prozent des Lebensmittel-Sortiments beim Adeg-Großhandel beziehen, verringerte sich um 49 Geschäfte.

Die ZEV Markant-Gruppe (Preiffer/Unimarkt, Wedl, Kiennast, Hornig, Kastner/Brückler) hat im Vorjahr einen geringfügigem Marktanteilsverlust von 7,2 auf 7,0 Prozent hinnehmen müssen. Die Zahl der Filialen ging um 50 auf 1.075 Geschäfte zurück.
Den größten Umsatzzuwachs hat – im Schatten der beiden Handelsriesen – im Vorjahr mit einem Plus von 3,8 Prozent Zielpunkt/Plus verzeichnet, der Marktanteil stieg von 6,3 auf 6,5 Prozent. Die Zahl der Filialen erhöhte sich um 11 Standorte auf 345 Filialen.
Die Diskonter Hofer und Lidl erreichen 2004 geschätzte 2,86 Mrd. Euro. Dies entspricht einem zum Vorjahr ausgebauten Anteil von 19,6 % im Lebensmittelhandel. Der Trend zum Diskont ist in Österreich ungebrochen. Hofer und Lidl bauten ihr Filialnetz weiter aus (30 neue Hofer- und 16 neue Lidl-Filialen), damit hält Hofer jetzt bei 330 und Lidl mittlerweile bei 102 Filialen.
LEH 2004: Reales Minus
2004 betrugen die Umsätze des Lebensmitteleinzelhandels (exkl. Hofer und Lidl) 11,76 Mrd. Euro und stagnierten somit versus 2003. Selbst bei Einbezug der im ACNielsen Universum nicht enthaltenen und daher geschätzen Umsätze von Hofer und Lidl von fast 2,9 Mrd.Euro bedeutet dies nur ein nominelles Plus von 1,4%, was inflationsbereinigt ebenfalls ein Minus ergibt.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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