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Coverstory

20.07.2005

Handelsobmann Lemler stellt erneuert die Forderung nach übergeordneter Instanz mit dem Ziel einer „restriktiveren Einbremsung des Flächenwachstums“.

Die Raumordnung soll von einer übergeordneten Instanz geregelt und überwacht werden“, erneuert die Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ihre Forderung nach einer übergeordneten Raumordnungs-Instanz in Österreich. Die derzeitige Rechtssituation (beispielsweise haben Anrainergemeinden kein Mitsprache- bzw. Einspruchsrecht u. a.) ist nicht zielführend „Bezüglich der restriktiveren Einbremsung des Flächenwachstums herrscht akuter Handlungsbedarf“, so Bundesspartenobmann Erich Lemler. Eine aktuelle Studie der KMU Forschung Austria weist aus, dass Österreich mit 1,9 m2 Verkaufsfläche pro Einwohner im Einzelhandel in der EU an der Spitze liegt.
Derzeit scheine aber ein Umdenkprozess in der Flächendiskussion im Gange zu sein. So trete jetzt etwa auch die Industriellenvereinigung für eine Verschiebung der Raumordnungskompetenzen weg von den Bürgermeistern ein, zeigt sich Lemler erfreut.

Vorbild Raumordnung in Niederösterreich
Als einen positiven Ansatz zur Eindämmung des Wildwuchses von Einkaufszentren an den Stadträndern („auf der grünen Wiese“) nennt er die Novelle des niederösterreichischen Raumordnungsgesetzes. Seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes ist der Bau von Einkaufszentren ausschließlich in so genannten Zentrumszonen erlaubt.
Handlungsbedarf für die Politik leite sich, so Lemler, dagegen aus den Ergebnisses der Salzburg-Bayerischen Strukturuntersuchung über die Verflechtungen im Einzelhandel ab, der zu Folge werden nämlich in Salzburg bereits zwei Drittel der Umsätze in Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“ gemacht.
In Bayern liegen die traditionellen Geschäfte in Ortszentren noch bei 50 Prozent. Und: Die Ballung rund um die Landeshauptstadt zieht Kaufkraft aus sämtlichen Salzburger Bezirken ab.

Chancengleicheit für Ortskerne herstellen
Im Spannungsfeld zwischen Einkaufszentren an der Peripherie und den gewachsenen Strukturen in den Stadtzentren und Ortskernen müsse eine Chancengerechtigkeit zu Gunsten des innerstädtischen Handels hergestellt werden: „Denn wo der Handel nicht funktioniert bzw. es keine Kaufleute mehr gibt, dort ist die Gesellschaftsstruktur in Gefahr.“
Und weiter: „Wir sind diejenigen, die Kommunikation ermöglichen, die Brücken schlagen zur wachsenden Zahl von älteren, nicht so mobilen Menschen.“

Weniger Geschäfte, mehr Fläche (siehe auch Aktuelle Story)
Im Handel geht die Zahl der Geschäfte weiter zurück. Der Trend zu mehr Verkaufsfläche hält hingegen an.
Trotz gestiegener Verkaufsflächen bei annähernd konstanter Umsatzentwicklung sank der durchschnittliche Quadratmeter-Umsatz im abgelaufenen Jahr um rund 1% auf 2.990 Euro. Die höchsten Quadratmeter-Umsätze erzielten Apotheken sowie der Einzelhandel mit Tabakwaren und Antiquitäten.
Die Verkaufsfläche der filialisierten Geschäfte beträgt rund 52% der gesamten Einzelhandelsverkaufsfläche (Filialflächenanteil). Die höchste Konzentration weisen die Drogerien und Parfümerien auf. In dieser Einzelhandelsbranche sind rund 82% aller Geschäfte Filialen, die rund 92% Verkaufsflächenanteil haben.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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