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Coverstory

05.09.2005

Immer mehr „Keiler“ verkaufen Nahrungsergänzungsmittel. Neben der Sicherheitsfrage rückt die Qualitätssicherheit dieses Thema in die Schlagzeilen.

Man hat sich daran gewöhnt, dass zahlreiche Artikel und Dienstleistungen – vom Kunststoffgeschirr über Kosmetika bis hin zu Lexika und Handyverträgen – von Warenpräsentatoren im Direktvertrieb angeboten werden. Aber Lebensmittel? Warenpräsentatoren wollen weg vom Keiler-Image. Geht es nach den Vorstellungen des Bundesgremiums des Direktvertriebs, treten sie „professionell und korrekt auf“. Beim Erstkontakt sollten sie gegenüber den potenziellen Kunden brav ihren Namen angeben und sich mit der Direktvertriebskarte der Wirtschaftskammer oder mit einem Lichtbildausweis deklarieren. „Zeigt er die Direktvertriebskarte, bekennt er sich zum Leitbild des Direktvertriebs und den dortigen Pflichten des Warenpräsentators.“ So weit, so ideal. Dass es in der Praxis auch noch andere Aspekte zu dieser Thematik gibt, erkennt man an der Tatsache, dass die Arbeiterkammer (AK) mehr Sicherheit für Konsumenten bei Haustürgeschäften fordert. „Da immer öfter Konsumenten beispielsweise bei Haustürgeschäften überrumpelt werden, haben wir einen Anforderungskatalog für Direktvertriebsfirmen erstellt“, erläutert AK-Konsumentenschützerin Manuela Delapina. Der von der AK erarbeitete Katalog enthält Schutzregeln für Verbraucher und neue Direktvertriebsmitarbeiter und wurde dem Bundesgremium Direktvertrieb der Wirtschaftskammer sowie der Arbeitsgruppe Direktvertrieb des Österreichischen Handelsverbandes übermittelt.

Gerade im Bereich Nahrungsergänzungsmittel ist die AK besonders aufmerksam. Diese „sollen idealerweise von ausgebildeten Ernährungsberatern mit Gewerbeschein verkauft werden.“ Es gebe zwar auch in Super- und Drogeriemärkten Nahrungsergänzungsmittel, dort sei aber die Auswahl bunter und es werde kein Kaufdruck ausgeübt. Speziell im Direktvertrieb seien häufige Aussagen zu unterlassen wie „industriell hergestellte Lebensmittel sind inhaltsstoffleer“ oder „unsere heutigen Lebensmittel enthalten nicht mehr alle Vitalstoffe“, weil sie unzutreffend sind.
Entwarnung
Demgegenüber meint Erwin Stuprich, Obmann des Bundesgremiums Direktvertrieb der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), der Berufsvertretung der selbständigen Warenpräsentatoren, dass Konsumenten im Direktvertrieb gut abgesichert wären. So habe der Konsument im Direktvertrieb – im Gegensatz zum übrigen Einzelhandel – ein Rücktrittsrecht. Werde der Kunde nicht oder nicht ausreichend informiert, könne er sogar unbefristet vom Kauf zurücktreten. „Weiters können sich alle Selbständigen, die wir vertreten, mit einer Mitgliedskarte der Wirtschaftskammer ausweisen, sodass der Kunde sein Gegenüber eindeutig identifizieren kann“, klärt Stuprich auf. „Darüber hinaus verteilen sie Folder, die ihre Kunden über ihre Rechte gegenüber dem Direktvertrieb informieren. Der Direktvertrieb ist ein klassischer Beratungs- und Service-Bereich: Unsere Mitglieder stehen für gute Produktberatung und gutes Service. Ich halte die Konsumentinnen und Konsumenten für mündig genug, um von den Partnern im Direktvertrieb die Mitgliedskarte und umfassende Beratung einzufordern“, ist Stuprich überzeugt. Für beratungsintensive Produkte wie bestimmte Lebensmittel eigne sich der Direktvertrieb daher besonders gut. Stuprich: „Hier fordern wir – wie die Arbeiterkammer – strengere Kontrollen“. Dem kann man eigentlich nichts hinzufügen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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