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Coverstory

09.03.2006

Wer wird neuer Käpt’n von Iglo?

Unilever Frozen Food. Die Sparte Tiefkühlkost soll europaweit verkauft werden – soviel ist sicher. Um potenzielle Käufer ranken sich die Spekulationen.

Eskimo-Iglo ist in Österreich der marktführende Spezialist im Tiefkühlbereich. Eskimo steht seit 1924 für Speiseeis. 1961 wurde die Registrierung der Marke Iglo vorgenommen – seit damals vertrauen die Konsumenten auf die Qualität von Iglo Tiefkühl-Produkten. Eskimo & Iglo sind Marken der Unilever Austria GmbH/Ice Cream & Frozen Food und somit Teil des international tätigen Konzerns Unilever.Nach einem Gewinneinbruch 2004 konnte Unilever im vergangenen Jahr zwar den Überschuss wieder steigern. Der Konzern weist für 2005 einen Netto-Gewinn von 3,5 Mrd. Euro nach 2,9 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Trotzdem sieht die Unilever für ihre Sparte Tiefkühlkost-Produkte in Europa kaum Wachstumsmöglichkeiten und möchte das Paket „Tiefkühlkost“ in Europa in einem Stück verkaufen. Nur das Italien-Geschäft mit der Marke „Findus“ bleibt Unilever erhalten. Insgesamt sind von dem Verkauf 3.500 Personen in Europa betroffen.„Auch wir gehören zum Iblo-Cluster und sind deshalb im Paket dabei“, kommentiert Ernst Klicka, Sprecher von Unilever Österreich. Mehr als 100 Mitarbeiter des Unternehmens sind derzeit mit Tiefgekühltem beschäftigt, die eine Hälfte bei Iglo, die andere bei Eskimo. Die Eissparte bleibt von der Verkaufsentscheidung unberührt. „Wir verkaufen mit Iglo nicht nur eine Marke, sondern ein erfolgreiches Geschäft samt Personal“, betont Klicka. Und ebenso Dr. Rainer Herrmann, Mitglied der Geschäftsleitung Eskimo-Iglo: „Iglo Österreich ist seit Jahren das erfolgreichste TKK-Geschäft in Europa und aus diesem Grund gehen wir voller Selbstbewusstsein und Tatendrang auf den neuen Eigentümer, den wir allerdings noch nicht kennen, zu“. Nun geht es laut Unilever Austria an die Separierung der Geschäftsfelder und des Personals, an eine Ausschreibung, Due Diligance und eine Wertung der Sparte. Interessenten gibt es jede Menge. Die Interessen gelten vor allem der höchst erfolgreichen „Österreich-Kompanie“. Manches Unternehmen würde sich wünschen, dass die Marke filetiert und Österreich getrennt verkauft wird. Spekulation: Dann stünde auch einem Management-Buy-Out nichts mehr im Wege und die Marke würde wieder österreichisch werden.Ein potenzieller Interessant, Mag. Fritz Seher, CEO der Vivatis Holding spricht für seinen Konzern: „Wir haben bereits unser Interesse am Österreich-Geschäft bekundet. Iglo sollte österreichisch bleiben. Vieles bei Iglo ist verwandt mit uns und wir haben den stärksten flächendeckenden Vertrieb, was die Produkte in den Regalen des Lebensmittelhandels betrifft“, so Seher. Vivatis hat erst vor kurzem die Marke Himmeltau von Unilever übernommen. Das insolvente Austria-Frost-Werk im Marchfeld, wo die Iglo-Produkte erzeugt werden, wurde Ende 2005 vom Gemüseproduzenten Frenzel (ebenfalls ein potenzieller Kandidat) übernommen. Unilever hat im Zuge der Übernahme zugesagt, die Lieferantenbeziehung weiterzuführen. „Das werden wir auch mit dem neuen Eigentümer so halten“, verspricht Klicka.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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