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Coverstory

15.05.2006

Ist die Schweiz reif für Geiz?

Im Herbst 2005 wurde in der Eidgenossenschaft der erste Markt von Aldi eröffnet. Die Schweizer haben unterschiedlich darauf reagiert.

Dass die Entwicklung eines Diskonters auch anders aussehen kann als in Deutschland und Österreich, zeigt unser Nachbar, die Schweiz.Ende Oktober stand die Eidgenossenschaft vor einer Premiere: Aldi eröffnete seinen ersten Markt, bis heute sind es 11 an der Zahl. Aldi Suisse sprach zu Beginn der Offensive davon, 50 Märkte bis zum Jahresende zu eröffnen. Dieses Ziel galt in Branchenkreisen als sehr ambitioniert. Mehr noch deshalb, weil der Geschäftsführer der Landesgesellschaft Schweiz des deutschen Diskonters Aldi Süd, Ulrich Born, völlig überraschend vor kurzem sein Amt niedergelegt hat.In der Schweiz verläuft die Entwicklung der Diskonter diametral zum restlichen deutschsprachigen Raum. Dazu der Geschäftsführer des Verbandes der selbstständigen Kaufleute, Hans Liechti: „Wie sich der Diskontanteil in der Schweiz entwickelt, können wir für die nächsten Jahre noch nicht genau sagen. Wir können lediglich eine Prognose erstellen, das heißt wir gehen davon aus, dass in 1 bis 3 Jahren das Netz der Diskonter Aldi und Lidl aus deren Sicht nahezu vollständig sein wird. Auf dieser Basis wird der Marktanteil der Diskonter die 2- bis 5%-Marke nicht überschreiten“. In der Schweiz gibt es zwei große Player, Migros und Coop, die gemeinsam einen Marktanteil von rund 70% einnehmen. ACNielsen Schweiz gibt für 2004 einen Umsatzanteil für Migros von 36,8% und für Coop von 35,8% an. Den Rest teilen sich Denner, Primo/Visàvis, PickPay (wurden im September vergangenen Jahres von der Rewe an Denner verkauft), Volg und frei Organisierte untereinander auf. Schon dadurch ergibt sich eine andere Handelslandschaft als beispielsweise in Österreich, wo die Konzentration stärker ist.Die Kardinalsfrage ist nun, ob Aldi die Konkurrenz im Preis schlägt. Dazu Liechti: „Zunächst muss man sagen, dass die Konsumenten neugierig waren und bei Aldi eingekauft haben. Die Zweit- und Drittkäufe fielen jedoch aus“. Thomas Rudolph, Professor für Marketing und Handelsmanagement an der Universität St. Gallen, meinte unlängst in einer Studie: „Ein Warenkorb mit 36 Artikeln des täglichen Bedarfs kostet bei Aldi Suisse gerade einmal 7% weniger als bei den jeweils günstigen etablierten Schweizer Händlern“.Und auch Hans Liechti schlägt argumentativ in die gleiche Kerbe: „Aldi ist in der Schweiz mit Sicherheit teurer als in Deutschland, alleine durch die hohen Zollvorschriften vor allem bei Frische. Zusätzlich haben die Marktführer Migros und Coop rechtzeitig auf den Einstieg des Diskonters reagiert und ihre eigenen hochwertigen Billiglinien geschaffen und forciert. Auch diese Maßnahme hat dazu beigetragen, dass die Ersteröffnungen von Aldi nicht diesen Hype erlebten, den sich die Deutschen erwartet hatten“.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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