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Coverstory

07.07.2006

Dünne Luft im Mittelfeld

Trends. Über den „Verlust der Mitte“ und nachhinkendes Kundenservice im LEH spricht Jürgen Sutterlüty.

Er ist einer der innovativsten und progressivsten Handelsmanager unseres Landes und sorgte vor drei Jahren für Gesprächsstoff, als er von der Spar zur Rewe wechselte: Mag. Jürgen Sutterlüty, Chef des gleichnamigen Handelsunternehmens, Sutterlüty Handels GmbH und Vorarlbergs Nahrungsversorger Nummer 1. Den Kunden stehen 19 Filialen im ganzen Ländle zur Auswahl. Auf die Frage, wie es dem Unternehmen mit dem neuen Partner Rewe geht, meint Mag. Sutterlüty: „Es geht uns blendend. Wir haben als Partner der Rewe 100igen Zugang zu allen Systemen, Netzwerken, Organisationsstrukturen. Das bedeutet konkret: IT, Marktforschung und Interne Informationen. Diese Infos helfen uns in der Entwicklung sehr weiter“. Da er bei der Spar nur selektive Informationen erhalten haben, könne er heute gut vergleichen. Es ließe sich deshalb nicht nur eine Weiterentwicklung in der Strategie, sondern auch im Umsatz feststellen: „Wir befinden uns in der Umsatzentwicklung auf dem selben Weg wie die erfolgreichen Unternehmen des Handels in Österreich“, freut sich Jürgen Sutterlüty.

Es besteht laufend Handlungsbedarf für Österreichs Lebensmittelhandel. Denn: Die Entwicklungen lehnen sich an die internationalen Trends an: Globale Händler werden stärker, es herrscht ein Internationalisierungsprozess und es zeichnet sich eine Trendwende „Weg von der Mitte“ ab. „Überblicksmäßig könnte man sagen, dass wir in Österreich im Handel noch nicht ganz so weit sind, wie in anderen Ländern. Denn der Trend lautet: Mass-Customizing, also Service und Individualisierungsprozess, aber auch eine verstärkte Tendenz zum Diskonter“, so Sutterlüty. „Was bei uns noch fehlt, ist die verstärkte Beschäftigung mit dem Thema Service & Convenience“, meint Sutterlüty. „Kleine“ haben nur mehr dann Chancen, wenn sie sich auf der einen Seite an „große“ andocken können oder ein Top-Nischen-Segment besetzen – die klassische Mitte verliert immer mehr an Bedeutung. Aber auch im Personalwesen hat der heimische Handel einen enormen Nachholbedarf. Deshalb startete man in Vorarlberg die Plattform „Will“ (Weiterkommen im Lehrberuf Lebensmittelhandel). Ziel ist u.a. die Image-Verbesserung der Lehrlingsausbildung im Handel. Die auf dem Vorarlberger Markt konkurrierenden Lebensmittelunternehmen Adeg Österreich AG und die Sutterlüty Handels GmbH ziehen bei der Rekrutierung und Ausbildung von Lehrlingen sogar an einem Strang. „In dieser Sache wäre es wünschenswert, wenn die Unternehmen weiter zusammenrücken“, würde Sutterlüty eine weitere Zusammenarbeit begrüßen. Jürgen Sutterlüty hat seine Vorstellung, aus seinem Handelsunternehmen eine „Marke“ zu machen, erfüllt und sieht darin auch eine Zukunft für den Handel im allgemeinen: „Früher ging man wegen eines Markenartikels in ein Geschäft, heute geht man zum Sutterlüty, Billa, und all den anderen“, freut sich der Manager über seinen Erfolg.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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